Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ballistische Raketen

Iran: Islamische Republik droht mit neuer „Raketenstadt“

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
    schließen

Bilder in den iranischen Medien zeigen ein unterirdisches Raketenlager der Revolutionsgarden. Das iranische Raketenprogramm gilt international als Bedrohung.

  • Der Iran hat nach eigenen Angaben ein neues, unterirdisches Raketenlager eröffnet.
  • Teile der internationalen Staatengemeinschaft kritisieren das Schweigen des Westens.
  • Seit US-Präsident Donald Trump für die USA das Atomabkommen gekündigt hat, hat sich der Konflikt verschärft. Allerdings gibt es auch Kritik an der Nahostpolitik von Joe Biden.

Teheran – Der Iran hat nach eigenen Angaben eine „Raketenstadt“ eröffnet. Bilder in iranischen Medien legen den Schluss nahe, dass es sich um ein unterirdisches Raketenlager der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) handelt. „Das ist nur ein kleiner Teil unserer Raketenkapazitäten“, sagte IRGC- Kommandeur Hussein Salami bei der Einweihungszeremonie laut Nachrichtenagentur Tasnim. Details zum Ort der „Raketenstadt“ oder zur Anzahl der Raketen nannte er nicht.

„Was wir heute sehen, ist ein kleiner Ausschnitt des großen und umfangreichen Raketenpotentials der Seestreitkräfte der Revolutionsgarden“, sagte Salami dem Nachrichtenportal Arab News zufolge. Demnach hätten die neuen Raketen in der iranischen Raketenstadt und die Ausrüstung „fortgeschrittene operative Fähigkeiten, wie zum Beispiel den präzisen Abschuss von unterirdischen Abschussrampen und Zivilschutzanlagen.“ Außerdem können sie laut Salami in der elektronischen Kriegsführung eingesetzt werden.

Der iranische Präsident Hassen Rohani (links) und der Führer der Revolutionsgarden General Hossein Salami.

„Raketenstadt“ im Iran: „Iran probiert neue Raketen-Arten aus“

Dem Bericht von Arab News zufolge sagten die IRGC, dass die Raketen und ihre Startanlagen vom iranischen Verteidigungsministerium, von Militärfirmen und Forschungsorganisationen entwickelt wurden. Schon im vergangenen Jahr war die Rede von mehreren Raketenstädten in den südlichen Provinzen am Persischen Golf. Im Iran gibt es immer wieder Berichte über neue militärische Errungenschaften, vor allem im Zusammenhang mit den Revolutionsgarden. Die meisten sind aber geheim und können daher nicht unabhängig überprüft werden.

Die neue „Raketenstadt“ zeige, dass der Iran nicht nur seine Untergrundanlagen ausbaue, sondern auch neue Raketenarten baue und ausprobiere, sagt Sicherheitsberater Theodore Karasik gegenüber Arab News. „Die Optik spielt dem Iran gut in die Karten, sowohl innenpolitisch als auch international“, sagte Karasik. „Aber die Wahrheit ist, dass dieses Verhalten die iranische Denkweise über maritime Sicherheit und potentielle Kriegsszenarien illustriert.“

„Raketenstadt“ im Iran: Westen und arabische Golfstaaten sehen Raketenprogramm als Gefahr

Das iranische Militär- und insbesondere Raketenprogramm wird international als eine Bedrohung der Nahost- und Golfregion eingestuft. Die Führung in Teheran bestreitet das und gibt an, dass diese lediglich der Verteidigung des Landes gegen eventuelle Angriffe dienten.

imago0112628458h.jpg

Der Westen und die arabischen Golfstaaten sehen das anders. Für sie ist sowohl die iranische Nahostpolitik als auch das Raketenprogramm eine Gefahr für die Golfregion, wo rund 40 Prozent der weltweiten Rohöltransporte abgewickelt werden. Außerdem besteht die Sorge, dass Irans Mittelstreckenraketen mit Reichweiten bis zu 2200 Kilometern Israel treffen könnten.

Aus Sicht des saudischen Politik-Analysten Hamdan Al-Shehri tut der Westen allerdings nicht genug gegen den Iran. „Diese neuen Bilder und Videos sind mehr als genug Beweise, um den Iran verantwortlich zu machen, da dies als ein unverblümtes Eingeständnis über ihre Raketenfähigkeiten angesehen werden kann“, sagte er gegenüber Arab News. Doch die internationale Gemeinschaft sei immer noch im Stillstand.

„Raketenstadt“ im Iran: Kritik an Nahostpolitik von US-Präsident Joe Biden

Der US-amerikanische Analyst Michael Pregent vom Hudson-Institut kritisierte gegenüber Arab News die Iran-Politik des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Diese habe dem Iran eine „klare Botschaft“ gegeben, dass er seinen Angriff auf die Region fortsetzen könne. Die Botschaft sei, dass „ihr Israel treffen könnt, ihr könnt Saudi-Arabien treffen, ihr könnt die US-Mission im Irak treffen. Wir werden alles tun, was wir können, um das herunterzuspielen.“

Damit spielte er auf Angriffe an, für die der Iran verantwortlich gemacht wird. So gab es im Februar einen Angriff auf einen US-Militärstützpunkt im Irak, den eine schiitische Gruppe für sich beanspruchte. Israel beschuldigt den Iran außerdem, für einen Angriff auf ein Containerschiff im Golf von Oman verantwortlich zu sein.

Die Nahostpolitik des aktuellen US-Präsidenten Joe Biden zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er das Atomabkommen mit dem Iran erneuern will. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte im Jahr 2018 das Atomabkommen mit dem Iran gekündigt und erneut Sanktion gegen das Land verhängt. (Friederike Meier, mit dpa)

Rubriklistenbild: © Sobhan Farajvan via www.imago-images.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare