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US-Linke solidarisiert sich mit Demonstrierenden im Iran

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Von: Johanna Soll

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„Das Recht auf freie Wahl steht uns allen zu, vom Hijab bis zum Abtreibungsrecht“, sagt die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez über die Frauen im Iran.

Washington, D.C. – Zu denen, die ihre Solidarität mit den Menschen im Iran bekunden, die gegen das Regime demonstrieren, gehören auch linke Politiker:innen in den USA. Die Zurückhaltung, die bei den Statements deutscher Politiker:innen kritisiert wurde, findet sich nicht bei den US-Progressiven. Der Senator Bernie Sanders und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez fanden auf Twitter deutliche Worte.

Bekunden ihre Solidarität gegenüber den Menschen im Iran: Senator Bernie Sanders und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez (Archivbild)
Bekunden ihre Solidarität gegenüber den Menschen im Iran: Senator Bernie Sanders und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez (Archivbild) © Chip Somodevilla/AFP

Im zahlreichen iranischen Städten, in denen die Proteste stattfinden, wurden inzwischen dutzende Menschen getötet und hunderte verletzt oder festgenommen. In der vergangenen Woche kam es zu immer mehr Protesten, als Reaktion auf den Tod einer 22-Jährigen im Polizeigewahrsam. Mahsa Amini wurde von der Sittenpolizei in Teheran festgenommen, weil sie ihr Kopftuch nicht vorschriftsgemäß getragen hatte.

Bernie Sanders: „Die iranische Regierung soll sich um ihre Bürger kümmern, anstatt sie zu töten“

Bernie Sanders twitterte dazu: „Die iranische Bevölkerung, angeführt von jungen Frauen, demonstriert für ihre Freiheit und für ein besseres Leben. Die Regierung hat daraufhin Dutzende Demonstranten getötet. Ich fordere die iranische Regierung auf, sich um die Bedürfnisse ihrer Bürger zu kümmern, anstatt sie zu töten.“

In den sozialen Medien wurde berichtet, die Sittenpolizei habe Mahsa Aminis Kopf nach der Festnahme im Polizeiauto gegen die Scheibe geschlagen, was zu einer Hirnblutung geführt habe. Die Sittenpolizei wies diese Darstellung zurück und behauptet, die „Delinquentin“ habe während der Haft einen Herzinfarkt erlitten. Doch Mahsa Aminis Familie und zahlreiche Menschen im Iran sind von tödlicher Polizeigewalt überzeugt.

Alexandria Ocasio-Cortez: „Solidarität mit den mutigen Frauen“

Seit dem Tod der jungen Frau kommt es zu Demonstrationen, Protesthandlungen und Akten zivilen Ungehorsams, bei denen sich Frauen ihren Hijab herunterreißen oder ihn verbrennen, während sie von Männern angefeuert werden.

Alexandria Ocasio-Cortez schrieb auf Twitter: „Solidarität mit den mutigen Frauen und ihren Verbündeten im Iran, die für ihre Freiheit protestieren. Mahsa Amini wurde sinnlos von denselben patriarchalischen und autokratischen Kräften ermordet, die Frauen auf der ganzen Welt unterdrücken. Das Recht auf freie Wahl steht uns allen zu, vom Hijab bis zum Abtreibungsrecht.“

Seit der Islamischen Revolution 1979 gelten im Iran strenge Kleidungsvorschriften. Frauen müssen in der Öffentlichkeit ihr Haar bedecken und lange weite Kleidung tragen, die ihre Figur nicht zeigt. Verstöße dagegen, werden mit öffentlicher Rüge, Geldstrafe oder Verhaftung geahndet. (Johanna Soll)

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