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Iran: Sicherheitskräfte schießen auf Demonstrierende – Putin bietet Hilfe an

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Von: Nail Akkoyun

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Im Iran laufen die Proteste gegen das theokratische Regime weiter. Indes bietet Wladimir Putin indirekt Hilfe aus Russland an.

Teheran/Moskau – Trotz eines Verbots durch iranische Behörden strömten am Mittwoch (26. Oktober) Tausende Demonstrierende zum Grab von Mahsa Amini. Die 22-Jährige starb am 16. September in Polizeigewahrsam – drei Tage, nachdem sie von der Sittenpolizei aufgrund von „unangemessener Kleidung“ verhaftet worden war. Zuvor hatten Sicherheitskräfte die Familie der jungen Frau vor Konsequenzen gewarnt und gedroht, sie „müssten um das Leben ihres Sohnes“ fürchten, wie Aktivist:innen berichteten.

Die Zahl der Trauernden, die rund um und in Aminis Heimatstadt mit iranischen Sicherheitskräfte zusammenstieß, wird auf bis zu 10.000 geschätzt. Hengaw, eine in Norwegen ansässige Gruppe, die Menschenrechtsverletzungen in den kurdischen Gebieten des Irans überwacht, schrieb auf Twitter: „Die Sicherheitskräfte haben Tränengas verschossen und das Feuer auf Menschen auf dem Zindan-Platz in der Stadt Saqqez eröffnet.“

Die Protestwelle im Iran hat auch im Westen Solidaritätsdemonstrationen ausgelöst – wie etwa in Berlin am 22. Oktober.
Die Protestwelle im Iran hat auch im Westen Solidaritätsdemonstrationen ausgelöst – wie etwa in Berlin am 22. Oktober. © Jochen Eckel/Imago

In den darauffolgenden Stunden berichtete die Organisation von Dutzenden Verletzten sowie mindestens einem Toten, der den Schüssen der Sicherheitskräfte zum Opfer fiel. Die iranische Regierung erklärte später, man sei gezwungen gewesen, auf die Unruhen zu reagieren. Die Führung in Teheran bezeichnet die Demonstrierenden inzwischen als „Terroristen“.

Proteste im Iran: Putin will „Kooperation in Richtung Antiterrorkampf bekräftigen“

Die USA hatten zuletzt Befürchtungen geäußert, dass Russland dem Iran bei der Niederschlagung der Massenproteste im Land helfen könne. „Wir wissen, dass sie möglicherweise eine Art Unterstützung für die Fähigkeit des Irans, gegen Demonstrierende vorzugehen, in Betracht ziehen und leider hat Russland darin Erfahrung“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby. Unklar blieb auf Nachfrage von Journalist:innen, ob diese mutmaßliche Unterstützung bereits begonnen haben soll oder nicht.

Dieser Screenshot aus einem Video, das am 26. Oktober veröffentlicht wurde, zeigt iranische Demonstrierende, die von Sicherheitskräften in der iranischen Hauptstadt Teheran bedrängt werden.
Dieser Screenshot aus einem Video, das am 26. Oktober veröffentlicht wurde, zeigt iranische Demonstrierende, die von Sicherheitskräften in der iranischen Hauptstadt Teheran bedrängt werden. © AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin hat jedenfalls angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Iran bei der Abwehr terroristischer Bedrohungen zu verstärken. „Ich möchte die Bereitschaft der russischen Seite zum weiteren Ausbau der Kooperation mit unseren iranischen Partnern in Richtung Antiterrorkampf bekräftigen“, heißt es in einem Telegramm Putins an Irans Präsidenten Ebrahim Raisi. (nak mit dpa)

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