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Iran greift Ziele im Irak mit Drohnen und Raketen an

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Von: Lucas Maier

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Im eigenen Land gehen die Islamischen Revolutionsgarde brutal gegen Proteste vor. Nun werden auch progressive Ziele im Irak angegriffen.

Erbil – Im Iran protestiert die Bevölkerung seit Mitte September für mehr Freiheit und gegen das autoritäre Regime auf den Straßen. Dabei gehen die sogenannten Islamischen Revolutionsgarden immer wieder brutal gegen die Menschen vor. Ihre gewaltsamen Angriffe beschränkt sich aber nicht nur auf den Iran.

Am Montag (14. November) wurde die Parteizentrale der Demokratischen Partei Iranisch-Kurdistans (PDK-I) in der Stadt Koye im Irak von einem Raketenangriff getroffen, wie die Nachrichtenagentur Aljazeera berichtet. Koye befindet sich in der autonomen Region Kurdistan. Diese wurde bereits im Jahr 2005 vom Irak anerkannt. In Sulaimaniyah, ebenfalls in der autonomen Region Kurdistans, wurde der Sitz der Komala-Partei attackiert.

Iran greift Ziele im Irak an: USA haben bereits zuvor gewarnt

Anfang November hatte Pat Ryder, ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, bereits vor „Angriffen auf den Nordirak“ gewarnt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Damit könnte das Regime im Iran versuchen, von den Protesten im eigenen Land abzulenken, vermutete der Beamte bereits damals.

Bei dem Angriff am Montag (14. November) in Koye, wurde mindestens eine Person getötet und mindestens zehn weitere verletzt, wie der Bürgermeister der Stadt, Tariq Haidari, gegenüber Aljazeera mitteilte. Über die iranische Nachrichtenagentur Fars bekannten sich die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) zu den Angriffen.

In Koye soll der Angriff mit vier Raketen erfolgt sein, in Sulaimaniyah mit sechs Drohnen, wie Aljazeera mit Verweis auf eine Organisation, die sich für iranisch-kurdische Rechte einsetzt, berichtet. Über mögliche Opfer des Angriffs in der Region Sulaimaniyah ist bisher noch nichts bekannt, wie die kurdische Nachrichtenseite ANF schreibt.

Angriff auf Kurden im Irak: Angriffe halten seit Beginn der Proteste an

Die Angriffe auf Oppositionelle im Nordirak finden seit Beginn der Proteste im Iran (16. September) statt. Der Verantwortliche für die letzten Angriffe auf die kurdischen Ziele begründete das Vorgehen der IRGC damit, dass iranischen Forderungen vom Irak beziehungsweise der autonomen Region Kurdistan bisher nicht umgesetzt worden seien.

Der Kommandant Mohammad Pakpour sagte gegenüber Fars, dass der Iran die Zentralregierung des Iraks aufgefordert habe, „sezessionistische“ Gruppen aus dem Land zu vertreiben. Der Iran wirft den säkularen kurdischen Kräften im Irak vor „die Unruhen, die das Land erfasst haben, geschürt zu haben“, wie Aljazeera schreibt.

Kurdistan unter Beschuss: Türkei soll Giftgas eingesetzt haben

Nicht nur der Iran greift kurdische Organisationen im Nordirak an. Die türkische Opposition hatte im vergangenen Monat, der türkischen Armee vorgeworfen, in der Region Giftgas gegen Anhänger der kurdischen Arbeiterpartei PKK eingesetzt zu haben. Türkische Behörden wiesen die Kritik zurück und ließen die Vorsitzende des türkischen Ärztebundes (TTB), Sebnem Korur Fincanci festnehmen. Die Ärztin hatte zuvor eine Untersuchung der Vorfälle gefordert.

Nach einem Bombenanschlag in Istanbul macht die Türkei ebenfalls die PKK verantwortlich. Bei dem Anschlag kamen sechs Menschen ums Leben. In der Türkei wurde eine Tatverdächtige festgenommen, wie die Behörden mitteilten. (Lucas Maier)

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