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Der scheidende Außenminister des Iran, Mohammed Dschawad Sarif, hat die Botschafter Großbritanniens und Russlands wegen eines Twitter-Fotos scharf kritisiert. (Symbolfoto)
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Der scheidende Außenminister des Iran, Mohammed Dschawad Sarif, hat die Botschafter Großbritanniens und Russlands wegen eines Twitter-Fotos scharf kritisiert. (Symbolfoto)

Foto wird Politikum

Iran: Außenminister bestellen wegen Twitter-Foto russischen und britischen Botschafter ein

  • Ute Fiedler
    VonUte Fiedler
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Ein Twitter-Foto des britischen und des russischen Botschafters ist in Teheran zum Politikum geworden. Die Wellen im Iran schlagen hoch.

Teheran – Ein Foto des russischen und des britischen Botschafters in Teheran sorgt im Iran für Unruhe. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, wurden beide Botschafter am Donnerstag (12.08.2021) ins Außenministerium zitiert und sowohl vom scheidenden als auch vom designierten Außenminister des Iran, Mohammed Dschawad Sarif und Hussein Amirabdollahian, scharf kritisiert.

Der russische Botschafter Levan Dzhagaryan hatte das Bild gepostet, auf dem er und sein britischer Kollege Simon Shercliff in der russischen Botschaft in Teheran zu sehen sind. Das Foto sollte laut dpa an die sogenannte Eureka- beziehungsweise Teheran-Konferenz der „Großen Drei“ erinnern. Dzhagaryan und Shercliff sitzen auf Stühlen, auf denen 1943 US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premier Winston Churchill und der sowjetische Führer Joseph Stalin saßen und über eine Strategie für das militärische Vorgehen in Nazi-Deutschland berieten.

Twitter-Foto wird im Iran zum Politikum

Für den Iran stellte die Konferenz der „Großen Drei“ damals eine Demütigung dar. Historiker:innen zufolge wurde Teheran quasi von den USA, Großbritannien und Russland gezwungen, Schauplatz ihrer Ziele zu werden. Für den Iran war die Konferenz eine Verletzung der Unabhängigkeit und Souveränität. Zudem stand die persische Monarchie mehr auf der Seite der Nazis als auf der der Alliierten. Im Iran erinnert man sich daher nicht gerne an die Konferenz. Das wurde anhand der Reaktion der Minister mehr als deutlich.

Der scheidende Außenminister Sarif kritisierte das veröffentlichte Foto scharf. Laut The Guardian schrieb er auf Twitter: „Ich habe heute ein extrem unangemessenes Foto gesehen. Ich muss nur daran erinnern, dass August 2021 weder August 1941 noch Dezember 1943 ist. Das iranische Volk hat – auch während der Gespräche über das Atomabkommen – gezeigt, dass sein Schicksal niemals von ausländischen Botschaften oder von fremden Mächten entschieden werden kann.“ Sein Nachfolger Amirabdollahian bezeichnete laut dpa die Initiative als einen undiplomatischen Akt, der den nationalen Stolz der Iraner verletzt habe.

Iran: Botschafter von Großbritannien und Russland rechtfertigen Twitter-Foto

Sowohl der britische als auch der russische Botschafter versicherten, dass keine böse Absicht hinter dem Bild stecke. Es sollte lediglich an die Zusammenarbeit zwischen der damaligen Sowjetunion und Großbritannien im Kampf gegen Nazi-Deutschland erinnern, berichtet dpa. Die russische Botschaft twitterte laut einem Bericht des Guardian: „Der Iran ist unser Nachbar und Freund und wird die auf gegenseitigem Respekt basierenden Beziehungen weiter stärken.“

LandIran
HauptstadtTeheran
PräsidentEbrahim Raissi (seit 3. August 2021)
Bevölkerung85 Millionen

Wie The Guardian berichtet, schlug die Veröffentlichung des Fotos hohe Wellen. Twitter-User forderten unter anderem die Ausweisung der beiden Botschafter, es habe Drohungen gegeben, heißt es.

Simon Shercliff ist erst seit Kurzem neuer britischer Botschafter im Iran

Russland galt in den vergangenen zehn Jahren als enger Verbündeter des Iran. Eng arbeitete man vor allem in Fragen wie der Zukunft Syriens und dem Atomabkommen zusammen.

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Iran hingegen gelten als angespannt. Unter anderem bestreitet der Iran die Vorwürfe, hinter einem Drohnenangriff auf einen Tanker im Golf von Oman zu stecken. Die USA untersuchen mit britischen Ermittlern den Vorfall. Sie gehen davon aus, dass die Drohne aus dem Iran stamme. Simon Shercliff ist erst seit Kurzem neuer britischer Botschafter in Teheran. (uf/dpa)

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