1. Startseite
  2. Politik

Iran: Schüsse auf Demonstrierende – Proteste setzen sich fort

Erstellt:

Von: Moritz Serif

Kommentare

Seit dem Tod von Mahsa Amini halten die Demonstrationen im Iran an. In der Stadt Javanrud soll das Regime mit Maschinengewehren auf Menschen geschossen haben.

Javanrud – Die iranischen Revolutionsgarden sollen am Montagnachmittag (21. November) mit Maschinengewehren auf Demonstrant:innen geschossen haben. Die iranische Journalistin Sima Sabet, die für den BBC World Service gearbeitet hatte und jetzt für den persischsprachigen Fernsehsender Iran International mit Sitz in London tätig ist, teilte den Clip auf Twitter. Sabet betitelte es mit einem Zitat aus dem Filmmaterial, das übersetzt lautet: „Bastarde, die Menschen mit DShK erschießen, DShK! Nicht einmal in Syrien war das so.“

Die DShK ist laut dem Newsportal Newsweek ein frühes Modell eines Maschinengewehrs, das von der UdSSR in den 1930er Jahren als Gürtelgeschütz entwickelt und im Zweiten Weltkrieg als Flugabwehrwaffe eingesetzt wurde. Tausende Waffen seien hergestellt worden.

Iran: Schüsse auf Demonstrant:innen – Proteste setzen sich fort

Das körnige, unscharfe Filmmaterial zeigte Menschen auf einer Straße in einem Wohngebiet. Schüsse ertönen. In der Ferne steigt Rauch auf. Der Clip soll in Javanrud aufgenommen worden sein. Javanrud ist eine Stadt, die teilweise an den Irak grenzt. Sabet postete im Laufe des Nachmittags immer wieder verschiedene Clips. Sie erhebt den Vorwurf, dass das Regime Bürger:innen beschossen habe.

Später postete sie einen Clip, der offenbar eine Menschenmenge zeigte, die sich vor einem Krankenhaus um einen Krankenwagen scharte. Sie betitelte das Bildmaterial mit: „#Breaking. Dringender Bedarf an Blut wird vom #Javanrud Krankenhaus angefordert. Menschen versammeln sich, um ihre verletzten Angehörigen zu finden #MahsaAmini.“

Proteste in Teheran, Iran, am 17. November 2022
Als Antwort auf die Proteste im Land greift Iran kurdische Ziele im Nordirak an. Hier verbrennten Demonstranten Gegenstände auf den Straßen Teherans (Foto vom 17. November 2022) © Anonymous/Imago

Tod von Mahsa Amini löste die Demonstrationen im Iran aus

Ihr letzter Hashtag, #MahsaAmini, ist der Name der Frau, deren Tod die Demonstrationen im Iran ausgelöst hat. Die 22-Jährige wurde verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, weil sie keinen Hidschāb trug. Dieser ist nach den strengen „Moral“-Gesetzen des Landes vorgeschrieben. Während sie im Gefängnis war, ist sie gestorben. Iranische Beamte behaupten, dass sie an einem Herzinfarkt starb, was jedoch zweifelhaft ist.

Im Zuge der darauf folgenden Proteste legen viele Frauen ihre Hidschābs in der Öffentlichkeit ab, einige verbrennen sie sogar als symbolische Geste gegen die Unterdrückung. Die Proteste haben sich mittlerweile auf das ganze Land ausgeweitet. Selbst die iranische Nationalmannschaft hat gegen das Regime protestiert, indem sie bei der Fußball-WM in Katar nicht die Hymne sang. (mse)

Auch interessant

Kommentare