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Iraks Öl soll für Russen tabu sein

Von USA eingesetzter Minister kündigt alte Förderverträge

Von Dieter Claassen

LONDON, 27. Mai. Wie der von den USA eingesetzte neue Ölminister Iraks, Thamir Ghadhban, sagte, habe er einen Vertrag mit der russischen Ölgesellschaften Lukoil aufgekündigt. Ein weiterer Kontrakt mit einer chinesischen Firma wurde "in beiderseitigen Einvernehmen eingefroren". Über die Aufkündigung eines dritten Vertrages, wahrscheinlich mit dem französischen Ölriesen TotalFinaElf, wahren der Minister und sein Berater, der frühere Leiter der Shell-Dependance in den USA, Phillip Carroll, noch Stillschweigen.

Dieser Umgang mit Verträgen bestätigt die Befürchtungen Frankreichs und Russlands wie auch vieler Gegner des Irak-Krieges, dass Washington sich mit dem Feldzug in den Besitz irakischen Öls bringen wollte. "Wir halten zwar an der Absicht fest, ausländisches Kapital an der Erschließung unserer Ölvorkommen zu beteiligen", betonte Ölminister Ghadhban jetzt. Die vertraglichen Vereinbarungen darüber müssten aber "im Einklang mit den Interessen des irakischen Volkes stehen". Einige der von Saddam unterzeichneten Kontrakte seien gegenüber der einen oder anderen Seite zu großzügig gewesen.

Sprecher von Lukoil hatten bereits vor Kriegsbeginn im März ihre Entschlossenheit bekundet, die Legitimität ihrer Verträge mit Irak notfalls einzuklagen. Dabei würden sie sich an den Schadenersatzforderungen orientieren, die US-Firmen nach dem Sturz des Schahs von Persien in den 70er Jahren geltend gemacht hätten. Berater Carroll und Minister Ghadhban wollen jetzt gemeinsam prüfen, welche Verträge der früheren Regierung tatsächlich rechtskräftig waren oder nur ein "inkomplettes Verhandlungsstadium" darstellten.

Carroll macht keinen Hehl aus der Bedeutung des Erdöls für die internationale Branche. Schon Saddam Hussein hätte geplant, die Produktion binnen sechs oder sieben Jahren von drei auf sechs Millionen Fass täglich mit einem Investitionsaufwand von 25 bis 30 Milliarden Dollar zu steigern und damit Saudi-Arabien als größtem Anbieter Konkurrenz zu machen. Bagdad, so Carroll, werde sich letztlich entscheiden müssen, ob es sich weiter den Quotenbeschränkungen der Opec beuge oder unabhängig von dem Kartell ausländischen Investitionen zur Erschließung seiner Reserven den Vorrang gebe.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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