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Iraker sollen für Sicherheit sorgen

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Auf der Lauer: US-Infanteristen in Tikrit. Am Freitag wurden dort zwei Iraker von US-Soldaten erschossen.
Auf der Lauer: US-Infanteristen in Tikrit. Am Freitag wurden dort zwei Iraker von US-Soldaten erschossen. © ap

Powell kündigt defensiveres Vorgehen der US-Armee an

BAGDAD, 8. August (ap/dpa). Die USA würden sich künftig etwas zurücknehmen und auf die einheimischen Sicherheitskräfte vertrauen, wenn es um die Bewahrung der Sicherheit in Irak gehe, sagte Powell am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Powell betonte jedoch, dass die USA weiter alle angemessenen Mittel gegen Anhänger des gestürzten Machthabers Saddam Hussein und andere antiamerikanische Kämpfer einsetzen würden.

Bei den Ermittlungen zu dem Bombenanschlag auf die jordanische Botschaft in Bagdad konzentriert sich die US-Armee nach eigenen Angaben auf die Extremistengruppe Ansar el Islam, der Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Qaeda nachgesagt werden. Jordanische Medien beschuldigten hingegen am Freitag den Präsidenten des Irakischen Nationalkongresses (INC), Ahmed Chalabi. Dieser habe in den Tagen vor der Explosion der Autobombe Hetz-Propaganda gegen Jordanien verbreitet. Tatsächlich hatte Chalabi, der in Jordanien 1992 wegen Betrugs im Zusammenhang mit einem Bankenskandal in Abwesenheit zu 22 Jahren Haft verurteilt worden war, scharf kritisiert, dass der jordanische König Abdullah II. zwei Töchtern von Saddam Hussein Asyl gewährt hat.

In Bagdad ist erneut ein US-amerikanischer Soldat einem Anschlag zum Opfer gefallen. Wie die US-Streitkräfte am Freitag mitteilten, wurde der Soldat am Donnerstagabend im Stadtviertel Mansur im Westen von Bagdad erschossen. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt gegeben. US- Scharfschützen erschossen am Freitag in der nordirakischen Stadt Tikrit nach Angaben der US-Armee zwei irakische Waffenhändler. Sie hatten Stellung um den Markt in Tikrit, der Heimatstadt Saddams, bezogen, nachdem die Armee erfahren hatte, dass dort freitags regelmäßig Waffen verkauft werden. Ein Mann sei getötet worden, als er Gewehre und Munition von seinem Wagen lud, sagte Militärsprecher Steve Russel. Der zweite Iraker sei bei einem Fluchtversuch tödlich getroffen worden. Zwei weitere Männer wurden bei der Aktion verwundet, einer von ihnen konnte fliehen.

"Wenn sich Menschen Waffen zulegen und offen tragen, werden sie zu Kämpfern, und wir werden einschreiten", sagte Russel. "Ich denke, wir haben heute eine starke Botschaft ausgesendet."

Dossier: Irak nach dem Krieg

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