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Sturm auf Palast in Bagdad: Schiitenführer-Anhänger dringen in Hochsicherheitszone ein

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Von: Franziska Schwarz

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Proteste im Irak: Anhänger des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr stürzen eine Betonbarriere in der Grünen Zone in Bagdad.
Al-Sadr-Anhänger stürzen eine Betonbarriere in der Grünen Zone in Bagdad. © Hadi Mizban/dpa

Laut Augenzeugen sind in Bagdad Menschen gewaltsam in den Palast eingedrungen. Das Büro von Ministerpräsident al-Kasimi befindet sich dort.

Bagdad - Anhänger des einflussreichen irakischen Schiitenführers Muktada al-Sadr haben den Regierungspalast in Bagdad erstürmt. Das berichteten mehrere Augenzeugen. In dem Gebäude in der eigentlich hoch gesicherten Grünen Zone befindet sich unter anderem das Büro von Ministerpräsident Mustafa al-Kasimi.

Zuvor al-Sadr erneut seinen Rückzug aus der Politik angekündigt - wie schon im Jahr 2014. „Ich hatte beschlossen, mich nicht in politische Angelegenheiten einzumischen, aber jetzt kündige ich meinen endgültigen Ruhestand und die Schließung aller Einrichtungen an“, twitterte Al-Sadr am 29. August. Ausgenommen seien mit ihm direkt verbundene religiöse Einrichtungen. „Wenn ich sterbe oder getötet werde, bitte ich um eure Gebete.“

Nach der Ankündigung strömten Anhänger Al-Sadrs auf die Straße und belagerten das Kabinettsgebäude im Zentrum von Bagdad.

Krise im Irak: Politische Pattsituation seit Monaten

Der Irak steckt seit Monaten in einer tiefen politischen Krise. Diese hatte sich nach der Parlamentswahl vor rund zehn Monaten immer weiter zugespitzt. Al-Sadrs Bewegung ging damals als klarer Wahlsieger hervor, konnte jedoch nicht die wichtige Zweidrittelmehrheit erreichen, die für die Präsidentenwahl erforderlich ist. Erst mit der Unterstützung des Staatschefs kann eine neue Regierung gebildet werden. Damit entstand eine politische Pattsituation.

Al-Sadr hat nun vorerst seinen Versuch aufgegeben, das politische System im Irak mit Hilfe des Parlaments zu reformieren. Die USA hatten nach dem Sturz von Langzeitdiktator Saddam Hussein ein Proporzsystem eingeführt, wonach der Präsident immer ein Kurde, der Ministerpräsident ein Schiit und der Parlamentspräsident ein Sunnit ist. Außerdem wollte Al-Sadr den Einfluss schiitischer Parteien zurückdrängen, die vom Iran unterstützt werden. (dpa/AFP/frs)

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