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Irak: Erneut Tote bei Zusammenstößen zwischen schiitischen Milizen

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Von: Johanna Soll

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Bewaffnete Kämpfer einer schiitischen Miliz in der Nähe des Parlamentsgebäudes in Bagdad
Bewaffnete Kämpfer einer schiitischen Miliz in der Nähe des Parlamentsgebäudes in Bagdad © Ameer Al-Mohammedawi/dpa

Nachdem es erst in Bagdad mehrere Tote gegeben hatte, kam es nun auch im Süden Iraks zu Kämpfen rivalisierenden Milizen. Dabei starben mindestens vier Menschen.

Basra – Nach Gefechten Anfang dieser Woche ist es im Irak erneut zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Milizen gekommen. In der Stadt Basra im Süden des Landes wurden dabei mindestens vier Menschen getötet, wie Augenzeugen und irakische Medien berichteten. Den Sicherheitskräften zufolge war die Lage dann wieder unter Kontrolle. Mehrere Menschen seien festgenommen worden.

Beteiligt waren den Angaben zufolge Anhänger des einflussreichen schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr sowie eine rivalisierende schiitische Miliz. Anfang dieser Woche waren in der Hauptstadt Bagdad bei Gefechten zwischen dessen Gefolgsleuten und Kontrahenten mindestens 20 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen weckten Erinnerungen an den Bürgerkrieg im Irak in den 2000er Jahren.

Muktada al-Sadr wollte die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen erreichen

Hintergrund der Gewalt ist ein innerschiitischer Machtkampf zwischen Al-Sadr und seinen politischen Konkurrenten. Die Bewegung des Geistlichen hatte bei der Parlamentswahl im Oktober die meisten Sitze gewonnen. Al-Sadr gelang es aber nicht, eine Mehrheit für die Wahl eines Präsidenten zu erlangen und eine Regierung zu bilden.

Um die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen zu erreichen, setzte Al-Sadr deshalb auf den Druck der Straße. Ende Juli stürmten Anhänger das Parlament. Diese Woche drangen sie auch in den Regierungspalast ein, was die Gefechte im Zentrum Bagdads auslöste. Al-Sadr ordnete daraufhin den Rückzug seiner Leute an. In dem Machtkampf zeichnet sich aber weiterhin keine Verhandlungslösung ab. (jso/dpa)

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