1. Startseite
  2. Politik

Intensivpfleger Ricardo Lange macht seinem Ärger Luft

Erstellt:

Von: Helena Gries

Kommentare

Ricardo Lange, Intensiv-Pfleger, zu Gast bei Anne Will im Ersten.
Der Intensivkrankenpfleger Ricardo Lange war am Sonntag (3. Juli) zu Gast bei Anne Will (ARD) und plädierte gegenüber Karl Lauterbach für bessere Arbeitsbedingungen. © Imago/Jürgen Heinrich

Ricardo Lange kämpft für bessere Pflegebedingungen in der Corona-Pandemie. Bei Anne Will (ARD) erhob der Intensivkrankenpfleger das Wort gegen Gesundheitsminister Lauterbach.

Berlin – Der Intensivkrankenpfleger Ricardo Lange ist seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland kein Unbekannter mehr. Seit Ausbruch des Coronavirus setzt sich der 41-Jährige für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und Krankenhäusern ein und gibt Einblicke in die Situationen auf den Intensivstationen in Deutschland.

Seinem Ärger über die Missstände in der Pflege macht der Berliner unter anderem in den sozialen Medien Luft. Auf Twitter folgen ihm über 54.000 Menschen. Deutschlandweite Bekanntheit erlangt er, als er von Jens Spahn im April 2021 zur Bundespressekonferenz eingeladen wird. Derzeit macht Lange mit einem Auftritt bei Anne Will in der gleichnamigen ARD-Talkshow Schlagzeilen.

ARD-Talk Anne Will: Intensivkrankenpfleger Ricardo Lange staucht Karl Lauterbach zusammen

Im ARD-Talk von Anne Will am Sonntag (3. Juli) beschrieb Lange die alltägliche Situation auf den Intensivstationen während der Corona-Pandemie: „Pfleger brechen weinend auf den Fluren zusammen, Rettungswagen können Krankenhäuser nicht mehr anfahren.“ Laut Lange alles eine Folge des Personalmangels.

Besonders gegenüber Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der ebenfalls bei Anne Will zu Gast war, erhob Lange das Wort: „Und deswegen frage ich Sie: ‚Worauf warten Sie noch?‘ Wir reden über Masken, wir reden über Tests, wir reden über Impfung – alles ganz schön. Aber Sie haben auch die Verantwortung, dass Sie den tatsächlichen Versorgungsengpass, nämlich den Personalmangel beseitigen.“ Lauterbach reagierte überfordert mit der Fülle an Vorwürfen gegen die Regierenden.

Corona-Pandemie: Intensivkrankenpfleger kämpft für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Im April 2021 war Lange bei der Bundespressekonferenz zu Gast, um über seine Arbeit auf der Intensivstation während der Corona-Pandemie zu sprechen. Schon hier machte der Intensivkrankenpfleger an der Seite von RKI-Chef Lothar Wieler auf die Situationen auf den Intensivstationen aufmerksam und sprach über seine Arbeit an der Belastungsgrenze. Es sei nicht nur eine körperlich, sondern auch eine seelisch belastende Arbeit. Viele seiner Kolleginnen und Kollegen hätten den Beruf bereits aufgegeben.

Neben zahlreichen Auftritten in verschiedenen Fernseh- und Radioformaten hat Lange jetzt auch ein Buch über seine Zeit als Intensivpfleger während der Corona-Pandemie geschrieben, welches im Januar 2022 erschienen ist. „Für alle, die auch in schwierigen Zeiten versuchen, ihr Bestes zu geben“, heißt es auf der ersten Seite.

Auch bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) war Lange schon zu Gast, um ihn auf die Situation in der Pflege aufmerksam zu machen. Aber Scholz war zu diesem Zeitpunkt im Sommer 2021 noch nicht Bundeskanzler, die SPD stand mitten im Wahlkampf. Lange forderte von Scholz das Versprechen, dass er sich nach der Wahl für Pflegekräfte einsetzt – und bekam es per coronakonform per Faustschlag. Ein Jahr später erinnerte der Berliner den Bundeskanzler in einem offenen Brief an sein Versprechen, wie der Tagesspiegel berichtet. (Helena Gries)

Auch interessant

Kommentare