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Beim Treffen zwischen Macron und Trump gab es auffällig viel Körperkontakt.

Merkel in Washington

Inszenierung für Donald Trump

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Die Rolle der Schmeichlerin, wie sie ihr französischer Amtskollege Macron beherrscht, kommt für Kanzlerin Angela Merkel kaum in Frage. Trotzdem braucht sie für ihr Treffen mit US-Präsident Trump eine Strategie. Ein Kommentar.

Der Mann konnte einem leidtun. So viele Wangenküsse und paternalistische Gesten kann man kaum ertragen – noch dazu, wenn sie von Donald Trump kommen. Doch Emmanuel Macron spielte die Inszenierung der Männerfreundschaft tapfer mit. Bis an den Rand der Selbstverleugnung umgarnte der französische Präsident den Egomanen im Weißen Haus.

Es ist ein Spiel mit hohem Risiko. Leicht könnte Macron daheim als Trumps Pudel verspottet werden. Denn ein Erfolg seiner Charmeoffensive ist keineswegs garantiert.

Aber der Franzose hat eine Strategie, und sie ist schlau: Er packt Trump bei seiner grenzenlosen Eitelkeit. Das Iran-Abkommen hat Lücken? Mag sein. Aber kündigen? Das wäre zu einfach. Eine echte Herausforderung für den „großen Dealmaker“ wäre es doch, den bestehenden Vertrag durch weitere Abkommen zu perfektionieren. Wie gesagt: Es ist nicht sicher, dass Trump solche Köder schluckt. Aber unbeeindruckt schien er nicht.

Das sollte der deutschen Kanzlerin zu denken geben. Die Rolle der Schmeichlerin kommt für sie kaum in Frage. Aber auch sie braucht endlich eine Strategie. Sie muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und Risiken zu tragen. Davon war zuletzt aus Berlin wenig zu hören. Mit lauter Empörung und leisem Wegducken aber beeindruckt man den Autokraten in Washington nicht.

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