Gedenken: An der Strandpromenade von Nizza legen viele Menschen Blumen nieder.
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Gedenken: An der Strandpromenade von Nizza legen viele Menschen Blumen nieder.

Nizza

Innenminister: Keine Bestätigung für islamistisches Motiv

Brasilien verschärft Sicherheitsmaßnahmen für Olympia +++ Valls sieht Verbindung zum radikalen Islam +++ Täter war Geheimdiensten nicht bekannt +++ Fast 190 Verletzte versorgt +++ Die jüngsten Informationen im Liveticker.

Am französischen Nationalfeiertag ist in Nizza ein Mann mit einem LKW in eine feiernde Menschenmenge gerast und hat mehr als 80 Menschen getötet. Die wichtigsten Ereignisse am Freitag:

21.05 Uhr - Brasiliens Regierung kündigt eine weitere Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen bei den Olympischen Spielen an. Unter anderem werden mehr Straßensperren aufgestellt und zusätzliche Sicherheitszonen eingerichtet. Die Spiele beginnen am 5. August.

20.44 Uhr - Das Motiv des Attentäters ist Innenminister Bernard Cazeneuve zufolge weiter unklar. Eine Verbindung zum radikalen Islam könne gegenwärtig nicht bestätigt werden, sagt er dem Sender TF1. "Es handelt sich um eine Einzelperson, die den Geheimdiensten nicht für Aktivitäten mit Verbindungen zum radikalen Islam bekannt war."

20.34 Uhr - Der Attentäter stand nach Ansicht des französischen Premierministers Manuel Valls mit islamistischen Organisationen in Verbindung. "Das ist ein Terrorist, der ohne Zweifel auf die eine oder andere Weise mit dem radikalen Islamismus verbunden war", sagte Valls dem Sender France 2 am Freitag einen Tag nach dem Attentat mit mindestens 84 Toten. Zugleich bestritt Valls, dass die Sicherheitsbehörden versagt hätten. Frankreich werde den Krieg gegen den Terrorismus gewinnen.

19.15 Uhr - Präsident François Hollande beruft erneut das Sicherheitskabinett einberufen. Die Sitzung sei für diesen Samstag (16. Juli) um 9.00 Uhr im Elyséepalast angesetzt, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Das Sicherheitskabinett war bereits am Freitag zusammengekommen.

17.28 Uhr - Der Attentäter von Nizza war im März wegen einer gewaltsamen Auseinandersetzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er sei wegen Waffengewalt zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, sagte Staatsanwalt François Molins am Freitag in Nizza. Dabei ging es nach Angaben der französischen Behörden um einen Streit nach einem Verkehrsunfall, bei dem der Mann eine Holzpalette auf seinen Kontrahenten geworfen habe. Nach Angaben des Staatsanwalts war der 31-jährige Tunesier den Geheimdiensten "vollkommen unbekannt". Er sei auch in keiner Datenbank wegen möglicher Radikalisierung geführt worden. Vor seiner Erschießung habe er mehrfach auf Polizisten geschossen. Molins bestätigte, dass es kein Bekennerschreiben zu dem Anschlag gibt. Der Anschlag entspreche aber den "Mord-Appellen" von verschiedenen islamistischen Gruppen.

17:26 Uhr - Beim Anschlag von Nizza sind auch zehn Kinder und Jugendliche getötet worden. Das sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins, der die Ermittlungen zu der Attacke leitet, am Freitag vor Journalisten. Insgesamt habe es 84 Tote und 202 Verletzte gegeben. 52 der Verletzten würden nach wie vor in Lebensgefahr schweben. "Diese Bilanz ist selbstverständlich provisorisch", sagte Molins.

17:05 Uhr - Nach dem Anschlag von Nizza sind 188 Verletzte von Gesundheitseinrichtungen versorgt worden. 48 von ihnen schwebten am Freitag nach Angaben einer Abteilung des Pariser Gesundheitsministeriums in Lebensgefahr, davon lagen 25 auf der Intensivstation. Präsident François Hollande hatte zuvor gesagt, dass noch etwa 50 Menschen an der Schwelle "zwischen Leben und Tod" seien.

16:33 Uhr - Unter den Todesopfern des Anschlags in Nizza sind auch drei Personen aus Berlin. Wie das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf am Freitag mitteilte, handelt es sich um zwei Schüler und eine Lehrerin.

15.23 Uhr - Etwa 50 Verletzte schweben nach dem Anschlag noch in Lebensgefahr, teilt Frankreichs Präsident Francois Hollande mit.

14.29 Uhr - Das Auswärtige Amt ergänzt seine Reisehinweise unter Verweis auf den Anschlag in Nizza. "Es wird dringend geraten, den Anweisungen der französischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten und sich zur Lageentwicklung über die Medien und diese Reisehinweise informiert zu halten", heißt es auf der Homepage des Ministeriums.

14.18 Uhr - Berlins Regierender Bürgermeister Michel Müller (SPD) rechnet damit, dass unter den Opfern des Terroranschlags von Nizza auch Berliner sind. "Wir müssen leider auch davon ausgehen, dass Berliner unter den Opfern sind", sagte Müller am Freitag am Brandenburger Tor. Bislang gelten zwei Schülerinnen und eine Lehrerin aus Berlin als vermisst.

14.17 Uhr - Nachbarn des nach dem Anschlag von Nizza getöteten Attentäters Mohamed Lahouaiej-Bouhlel haben den 31-Jährigen als stillen Einzelgänger beschrieben. Der Mann habe nie gegrüßt, wenn man sich im Treppenhaus des vierstöckigen Gebäudes in Osten von Nizza getroffen habe, sagten Nachbarn am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Ein Nachbar sagte, der 31-Jährige sei nicht offensiv religiös aufgetreten, er habe häufig Shorts getragen.

13:41 - Zwei Schülerinnen und eine Lehrerin aus Berlin werden vermisst. Das sagte ein Lehrer der Paula-Fürst-Schule am Freitag am Eingang des Schulgeländes in Charlottenburg. Medienberichte, nach denen die beiden Schülerinnen und die Lehrerin tot sind, wurden weder von der Schulverwaltung noch vom Senat bestätigt. Zum Zeitpunkt des Anschlags von Nizza befanden sich 28 Schülerinnen und Schüler der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule in der südfranzösischen Stadt.

13:11 - Verschiedene deutsche Reiseveranstalter bieten kostenlose Stornierungen und Umbuchungen für Reisen nach Nizza an. Bei TUI gilt das Angebot bis Ende Juli, bei DER Touristik und Thomas Cook bis zum Wochenende. Hoteliers in der Küstenstadt berichteten am Freitag bereits von zahlreichen Stornierungen.

12.59 Uhr - Ein Elternpaar, das in der Panik beim Anschlag von Nizza den Kinderwagen mit seinem Baby verloren hatte, ist dank einer im Internet verbreiteten Suchmeldung wieder mit seinem acht Monate alten Sohn vereint. "Kleiner Junge im Gedränge verloren", "blauer Kinderwagen", "gebt diese Information weiter" schrieb eine Bekannte der Eltern am Donnerstagabend auf ihrer Facebook-Seite und veröffentlichte dazu ein Foto des Säuglings.

12.51 Uhr - Der französische Präsident Francois Hollande ist inzwischen in Nizza eingetroffen. Er will am Freitag unter anderem die Präfektur und ein Krankenhaus besuchen. Geplant sind Begegnungen mit Sicherheits- und Rettungskräften. Auch Premierminister Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve halten sich in Nizza auf.

12.35 Uhr - Unter den Opfern sind mindestens zwei US-Bürger. Das bestätigte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Freitag in Moskau am Rande eines Besuchs von Außenminister John Kerry. Die Regierung sprach den Angehörigen und Freunden der Getöteten ihre Anteilnahme aus.

12.09 Uhr - Das für Freitag und Samstag geplante deutsch-französische Fest in Berlin ist abgesagt. Die französische Botschaft in Berlin teilte am Freitag mit, die Feierlichkeiten fänden angesichts der vielen Opfer nicht mehr statt. Vor der Botschaft am Pariser Platz wurden Blumen niedergelegt, die Flaggen Frankreichs und der EU auf dem Gebäude wehten auf Halbmast.

11.52 Uhr - Mindestens 50 Kinder werden in der südfranzösischen Stadt im Krankenhaus behandelt. Zwei Kinder seien am Freitagmorgen bei Operationen gestorben, teilte eine Sprecherin des Kinderkrankenhauses Lanval mit. Weitere Kinder schwebten noch in Lebensgefahr.

11.38 Uhr - Das Bundesinnenministerium ordnet für Freitag Trauerbeflaggung an Gebäuden der Bundesbehörden an.

11.02 Uhr - Die Bundespolizei verstärkt die Kontrollen an der Grenze zu Frankreich. Dies gilt neben den Straßen- und Schienenverbindungen auch für die Flughäfen.

11.00 Uhr - Das heutige Zeitfahren der Tour de France ist wie geplant gestartet. Um 10.05 ging der Ire Sam Bennett vom deutschen Team Bora-Argon 18 als erster Fahrer in das 37,5 km lange Einzelzeitfahren von Bourg-Saint-Andéol zur Caverne du Pont-d'Arc.

10.52 Uhr - Frankreichs Staatschef François Hollande hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Sie beginne am Samstag und dauere bis Montag, sagte Premierminister Manuel Valls am Freitag nach einem Treffen des Sicherheitskabinetts in Paris. An öffentlichen Gebäuden sollten die Fahnen schon ab Freitag auf Halbmast gehängt werden.

10.35 Uhr - Das Haus des Attentäters wird von der Polizei in Nizza durchsucht. Das meldet die Zeitung "Nice-Matin" via Twitter.

10.34 Uhr - Die 13. Etappe der Tour de France startet mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer in Nizza. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Radsport-Großereignis sind noch einmal verstärkt worden.

10.11 Uhr - Der getötete Angreifer ist formell identifiziert. Es handele sich um einen 31-jährigen Franko-Tunesier mit Wohnsitz in Nizza, dessen Ausweispapiere im Tatwagen gefunden wurden, verlautete am Freitag aus Polizeikreisen. In Nizza liefen derzeit "mehrere" Polizeieinsätze.

09.54 Uhr - Das Auswärtige Amt hält es für möglich, dass auch Deutsche unter den Opfern des Anschlags in Nizza sind. "Nach Auswertung aller vorliegenden Informationen können wir nicht ausschließen, dass auch Deutsche betroffen sind", erklärte eine Sprecherin des Außenamts am Freitagmorgen in Berlin. Man arbeite mit Hochdruck daran, Gewissheit über mögliche deutsche Betroffene zu erlangen. "Wir müssen davon ausgehen, dass dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird," erklärte die Sprecherin.

09.49 Uhr - Der bei dem Anschlag in Nizza verwendete Lastwagen war kürzlich in Südwestfrankreich gemietet worden. Der Lkw sei "vor einigen Tagen in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur" angemietet worden, in der Nizza liegt, heißt es aus Polizeikreisen. Bei dem Anschlag habe der Lastwagen zudem "mindestens einmal seine Richtung geändert", hieß es aus den Kreisen weiter. Das Ziel des Fahrers sei eindeutig gewesen, "so viele Opfer wie möglich" zu töten.

09.46 Uhr - Der deutsche Teamchef Rolf Aldag vom Radrennstall Dimension-Data hat seinen Fahrern einen Ausstieg bei der Tour de France mit Blick auf den Terroranschlag in Nizza offen gelassen. "Die Ausgangslage ist klar. Wenn jemand sich in seiner Sicherheit bedroht fühlt, kann er natürlich heimfahren", sagte Aldag der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

09.05 Uhr - Ein für den heutigen Freitag in Nizza geplantes Konzert der Sängerin Rihanna wurde abgesagt. "Unsere Gedanken sind beiden Opfern und ihren Familien", schrieb die Sängerin auf Instagram. Auch ein Jazz-Festival in Nizza ist abgesagt, wie der Verwaltungsbezirk Alpes-Maritimes am Freitag mitteilte.

08.50 Uhr - Bundesinnenminister Thomas de Maiziere nennt den Anschlag "unfassbar und einfach schrecklich". Er sei tief erschüttert und mit seinen Gedanken bei den Angehörigen und den Verletzten. "Dieses barbarische Morden muss endlich ein Ende haben. Unsere Freundschaft zum französischen Volk wird in Trauer, Zorn und Entschlossenheit noch tiefer."

08.38 Uhr - Italiens Innenminister Angelino Alfano kündigt verschärfte Kontrollen an drei Grenzübergängen zu Frankreich sowie in Zügen auf der Verbindung über Ventimiglia zwischen den beiden Ländern an.

07.48 Uhr - Das Auswärtige Amt weiß bislang nicht, ob unter den Opfern in Nizza auch Deutsche sind. Man könne noch nichts sagen, erklärt eine Ministeriumssprecherin.

07.44 Uhr - Die Zahl der Toten ist nach Angaben aus Polizeikreisen auf 84 gestiegen.

07.40 Uhr - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sichert Frankreich die Solidarität Deutschlands zu. "Wir trauern mit Frankreich und stehen in diesen schweren Momenten fest an seiner Seite", erklärt er. Viele Menschen seien sinnlos in den Tod gerissen worden.

07.31 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet die Tat als "massenmörderische Anschlag". Deutschland teile die Trauer mit Frankreich, sagte sie auf dem Asem-Gipfel in Ulan-Bator. Man werde den Terror gemeinsam bekämpfen. "Ich bin sehr überzeugt, dass wir trotz aller Schwierigkeiten den Kampf gewinnen werden."

Customs officer @ Nice airport says reason for evacuation is package left behind. Still no one being allowed in #cbc pic.twitter.com/mgzKKMm9E2

— Thomas Daigle (@thomasdaigle)

15. Juli 2016

07.13 Uhr - Bei dem Lkw-Fahrer, der den Anschlag verübte, handelt es sich nach Angaben aus Polizeikreisen um einen 31-jährigen, in Tunesien geborenen Franko-Tunesier. Er sei der Polizei wegen allgemeiner krimineller Vergehen bekannt gewesen. Ins Visier der Geheimdienste sei er aber nicht geraten.

05.40 Uhr - Der UN-Sicherheitsrat teilte mit, er verurteile "aufs Schärfste den barbarischen und feigen terroristischen Angriff".

05.16 Uhr - Präsident Hollande hat die Reservisten bei Polizei und Militär aufgerufen, den regulären Einsatzkräften zu Hilfe zu kommen, die von dem achtmonatigen Ausnahmezustand nach den Anschlägen von Paris im November erschöpft seien. Frankreich werde seine Militäroperationen in Syrien und Irak nicht beenden.

04.54 Uhr - Cazeneuve: "Wir sind in einem Krieg mit Terroristen, die uns um jeden Preis wehtun wollen." 18 der Verletzten seien in kritischem Zustand. Weder Cazeneuve noch andere Politiker bestätigten Medienberichte, wonach der Täter ein Einwohner von Nizza mit tunesischen Wurzeln war.

04.28 Uhr - Innenminister Cazeneuve beziffert die Zahl der Toten mit 80.

03.53 Uhr - Hollande kündigt an, der Ausnahmezustand werde um drei Monate verlängert.

03.51 Uhr - Präsident Hollande nennt den Vorfall einen Terroranschlag, spricht von 77 Toten.

03.44 Uhr - "Nice Matin" berichtet, der Fahrer des LKW sei ein 31-jähriger gewesen, der aus der Region komme und tunesische Wurzeln habe. Die Zahl der Todesopfer wird inzwischen mit bis zu 80 angegeben.

02.58 Uhr - Die Zahl der Todesopfer ist dem Abgeordneten Eric Ciotti zufolge auf 75 gestiegen. Laut "Nice Matin" sind 42 der Verletzten in einem kritischen Zustand.

02.50 Uhr - Bundespräsident Joachim Gauck spricht von "einem Angriff auf die gesamte freie Welt". Er habe mit Entsetzen bei seinem Staatsbesuch in Uruguay von dem Anschlag erfahren und dem französischen Präsidenten seine Anteilnahme ausgesprochen. Der Anschlag gelte den Werte der französischen Revolution, "die auch unsere Werte sind", teilt der Bundespräsident mit.

02.14 Uhr - US-Präsident Obama hat den Angriff verurteilt und Frankreich Hilfe angeboten. "Ich verurteile schärfstens, was eine schreckliche Terrorattacke zu sein scheint"

01.25 Uhr - In dem LKW, der in Nizza in eine Menschenmenge gerast war, sind nach Angaben eines Abgeordneten Schusswaffen und Granaten gefunden worden.

01.05 Uhr - Die Zahl der Toten bei dem LKW-Angriff in Nizza ist auf 73 gestiegen, wie der Sender i-Tele unter Berufung auf Polizeikreise berichtet.

00.38 Uhr - Bei dem LKW-Angriff in Nizza sind laut Präfektur etwa 60 Menschen getötet worden. Das Innenministerium teilte mit, eine Geiselnahme gebe es dort im Moment nicht. (mit rtr/dpa/afp)

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