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Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht zum Samstag

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Von: Lucas Maier

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Ukraine-Krieg: In der Hafenstadt Mariupol begann eine „Blockade“ der russischen Streitkräfte.
Ukraine-Krieg: In der Hafenstadt Mariupol begann eine „Blockade“ der russischen Streitkräfte. (Archivbild) © Aleksey Filippov / AFP

In der Nacht zum Samstag geht der Krieg in der Ukraine unvermindert weiter. Alle Meldungen rund um den Ukraine-Konflikt auf einen Blick.

Kiew – „Blockade von Mariupol, Ende der Arbeit mehrerer Medienhäuser in Russland und Bekanntgabe der Kreml Ziele: Das ist in der Nacht auf Samstag (05.03.2022) im Ukraine-Krieg* passiert. Hier finden Sie alles kompakt und auf einen Blick:

Ukraine-News: Situation in Mariupol spitzt sich zu – „furchtbare“ humanitäre Situation

In der umkämpften Hafenstadt Mariupol gab es in der Nacht neue Entwicklungen. Der Bürgermeister der Stadt, Wadym Boitschenko, berichtete von einer „Blockade“ der Stadt durch russische Streitkräfte. Zuvor stand die Stadt tagelang unter „rücksichtslosen“ Angriffen, so Boitschenko. „Im Moment suchen wir nach Lösungen für die humanitären Probleme und nach möglichen Wegen, um Mariupol von der Blockade zu befreien“, erklärte Boitschenko am Samstag im Messengerdienst Telegram. Weiter hieß es: „Unsere Priorität ist die Herstellung eines Waffenstillstands, damit wir die lebenswichtige Infrastruktur wiederherstellen und einen humanitären Korridor einrichten können, um Lebensmittel und Medikamente in die Stadt zu bringen.“

Bereits am Freitag (04.03.2022) hatte Boitschenkos Stellvertreter Sergej Orlow mit der BBC gesprochen. Er berichtete von einer „furchtbaren“ humanitären Situation in Mariupol. Zuvor sei die Stadt über 40 Stunden lang beschossen worden. Die russischen Streitkräfte sollen laut Orlow auch Schulen und Krankenhäuser angegriffen haben. Der stellvertretende Bürgermeister sagte, dass Wladimir Putin* „die Ukraine* als Nation zerstören“ wolle, so berichtet die afp. Sollte die Hafenstadt Mariupol fallen, würde dies einen Zusammenschluss der russischen Truppen mit Einheiten aus der Krim und dem Donbass ermöglichen.

Ukraine-News: Sanktionen gegen Russland - Wegen Ukraine-Krieg von Weltmeisterschaft ausgeschlossen

In der Nacht wurden weitere Sanktionen gegen Russland und Belarus bekannt. Diese spielen sich auf sportlicher Ebene ab. Die Federation Internationale de Gymnastique (F.I.G) gab bekannt, weitere Maßnahmen gegen Russland und Belarus verhängt zu haben. Laut diesen dürften ab dem 7. März 2022 bis auf Weiteres keine Sportler:innen oder Schiedsrichter:innen mehr an Wettkämpfen des internationalen Turnbundes teilnehmen.

Das betrifft auch die bevorstehenden Weltmeisterschaften im Akrobatikturnen. Die F.I.G. bezog auch die neusten Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit in die Entscheidung über die Sanktionen ein, hieß es in der Veröffentlichung.

Ukraine-News: Russland versucht weiterhin Kiew und Charkiw zu umzingeln

Russland setzte seinen Angriff auf die Ukraine auch in der Nacht fort. Bei der Offensive kamen Hochpräzisionswaffen und Luftunterstützung zum Einsatz, berichtete die dpa unter Berufung auf einen Bericht der ukrainischen Armee. Die Hauptanstrengungen der russischen Seite hätten weiterhin darin bestanden, die Städte Kiew* und Charkiw zu umzingeln, hieß es.

Die russische Armee versuchte weiterhin einen Landkorridor von der von Russland annektierten Halbinsel Krim zu den Separatistengebieten einzurichten. Hierfür müsste die Armee jedoch die administrativen Grenzen der Regionen Luhansk und Donezk erreichen. Den Angriff von Russland hätten die ukrainischen Streitkräfte weiter zurückschlagen und brächten angreifenden Truppen Niederlagen bei, heißt es in dem Bericht weiter. Zudem sollen die Truppen weiterhin versuchen, Schwachstellen in der Hafenstadt Mariupol zu identifizieren, so die dpa. Die Angaben können zum aktuellen Zeitpunkt nicht unabhängig verifiziert werden.

USA und Albanien: Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates wegen Ukraine-Krieg

Auf Antrag der USA und Albanien wird nochmals eine Sitzung zum Ukraine-Krieg einberaumt. Die Sitzung soll um 15 Uhr Ortszeit am Samstag in New York stattfinden, das teilt die afp unter Berufung auf Diplomatenkreise mit.

Nach der öffentlichen Sitzung soll eine Beratung der Ratsmitglieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen. Dabei soll es um einen Resolutionsentwurf von Frankreich und Mexiko gehen, so afp. Dieser soll eine Einstellung der Kampfhandlungen in der Ukraine sowie die Lieferung humanitärer Hilfsgüter fordern, heißt es weiter. Nachdem Russland ein Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat hat, gilt die zukünftige Verabschiedung einer Resolution, als extrem unwahrscheinlich.

Ukraine-News: Russland erneut vor AKW in der Ukraine

Am gestrigen Freitag (04.03.2022) hat sich die US-Botschafterin, Linda Thomas-Greenfield, gegenüber den Vereinten Nationen zum Ukraine-Krieg geäußert, das berichtet der Kiew Independent. Die Botschafterin habe unter anderem gesagt, dass sich die russische Armee nur noch 20 Meilen (zirka 32 Kilometer) von dem zweitgrößten Atom-Kraftwerk entfernt befinden würde.

Die Truppen aus Russland würden sich dem Kraftwerk nähern, heißt es weiter. In der Nacht zuvor hatten Gefechte einen Brand im AKW Saporischschja ausgelöst.

Ukraine-News: Humanitäre Situation verschärft sich weiter

Im Ukraine-Krieg scheint sich die humanitäre Situation weiter zuzuspitzen. „Die Lage für die Menschen in der Ukraine hat sich durch die erbitterten Kämpfe dramatisch zugespitzt“, sagte Martin Frick, das berichtet die kna. Frick ist Direktor des Welternährungsprogramm (WFP) in Deutschland. Die Menschen in der Ukraine können derzeit nur unter erheblicher Gefahr Besorgungen machen, so Frick.

Die Priorität der UN-Organisation sei es jetzt, Versorgungswege nach Kiew und in die Epizentren des Konfliktes zu etablieren, bevor die Kämpfe weiter eskalieren. Das WFP baue seine Präsenz in der ganzen Region aus, sagte Frick, „aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.“ Ein Team sei bereits in der Ukraine und den Nachbarstaaten tätig, heißt es. Auch LKW´s mit 400 Tonnen Lebensmitteln seien bereits auf dem Weg. „Kampfhandlungen und Fluchtbewegungen im ganzen Land machen die Lage aber auch für Helferinnen und Helfer unübersichtlich“, so Frick weiter.

Nato lehnt Antrag der Ukraine ab: Selenskyj bedauert Entscheidung zu Flugsverbotszone

In der Nacht meldete sich auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu der Entscheidung der Nato* zu Wort, wie afp berichtet. Indem sie die Schaffung einer Flugverbotszone verweigert, hat die Führung der Militärallianz grünes Licht für die weitere Bombardierung ukrainischer Städte und Dörfer gegeben“, sagte Selenskyj in einem Video. Weiter fügte der Präsident Selenskyj hinzu: „All die Menschen, die von heute an sterben, werden auch Ihretwegen sterben. Wegen Ihrer Schwäche, wegen Ihrer Abkopplung.“

Per Video soll Wolodymyr Selenskyj heute (05.03.2022) an einer Sitzung des US-Senats teilnehmen. Die Forderung Selenskyjs nach einer Flugverbotszone über seinem Land wird von einigen US-Parlamentariern unterstützt, wie afp berichtet.

Ukraine-News: „Bedeutende Mehrheit“ der Flugzeuge in Takt - USA richten „Deconfliction“-Hotline ein

Bereits seit zehn Tagen nimmt das russische Militär Ziele in der Ukraine unter Beschuss. Die Luftwaffe scheint jedoch bisher größtenteils unversehrt geblieben zu sein, so ein US-Militärbeamter gegenüber Reuters. Die Streitkräfte der Ukraine würden noch über eine „bedeutende Mehrheit“ ihrer Kampfflugzeuge verfügen, heißt es. Militärexperten hatten damit gerechnet, dass Russland versuchen würde, die Luftwaffe der Ukraine so schnell wie möglich zu zerstören. Laut dem Beamten verfüge die ukrainische Luftwaffe noch über Drohnen, Helikopter, Flugzeuge und Luft-Boden-Systeme.

Außerdem haben die USA eine sogenannte „Deconfliction“-Hotline zum russischen Verteidigungsministerium eingerichtet, wie Reuters berichtet. Mit dieser sollen „Fehlkalkulationen, militärische Zwischenfälle und Eskalationen“ in der Ukraine verhindert werden, heißt es weiter. Bei einem ersten Test hätte die Verbindung wohl funktioniert. Es handelt sich bei der Verbindung um eine offene Telefonleitung zwischen dem Hauptquartier des europäischen Kommandos und dem russischen Verteidigungsministerium.

Ukraine-News: Kreml äußert sich zu den Zielen des russischen Angriffs

Über das Ziel des Angriffs von Russland wird seit Beginn des Angriff-Kriegs in der Ukraine breit diskutiert. Jetzt hat sich der Kreml erneut dazu geäußert, wie die dpa berichtet. Demnach wolle Russland die Ukraine nicht aufteilen, so der Kremlsprecher Dmitri Peskow.

In einem Interview mit dem Sender „Sky News Arabia“ führte der Vertreter des Kremls „den zunehmenden Einfluss nazistischer Ideologie“ in der Ukraine als Grund für den Angriff Russlands an. Außerdem sehe Russland einen Ausbau der Nato-Infrastruktur in der Ukraine, so Peskow. „Russland betrachte dies als Bedrohung seiner Sicherheit“.

Der Sprecher des Kremls nannte als ein Ziel des Angriffs auf die Ukraine, die Absetzung der politischen Führung im Land. Die Anerkennung der Krim als russisches Staatsgebiet, sei ebenso eine Forderung von Russland, schreibt die dpa weiter. Ebenso die Anerkennung der Separatistengebiete im Osten des Landes.

Ukraine-News: Liste von Gefangenen veröffentlicht

Eine Liste russischer Kriegsgefangener hat die Internetzeitung „Ukrajinska Prawda“ am Freitagabend (04.03.2021) veröffentlicht. Darauf sollen sich 116 Namen von russischen Soldat:innen befinden, wie die dpa schreibt. Bei dem achtseitigen Dokument soll es sich jedoch nur um eine „vorläufige“ Veröffentlichung handeln. Als Quelle nennt das Medium „Gesprächspartner“ in der ukrainischen Militärstaatsanwaltschaft.

Die meisten Gefangenen sollen zwischen 20 und 30 Jahre alt sein, schreibt die dpa weiter. Auf der Liste der ukrainischen Internetzeitung sollen sich Personen mit verschiedensten militärischen Rängen befinden. Unter der Veröffentlichung von „Ukrajinska Prawda“, schreibt die ukrainische Internetzeitung weiter, dass das russische Militär seine gefallenen Soldat:innen nicht überführen würden. Laut der Veröffentlichung soll die Ukraine sowohl das Rote Kreuz als auch die Russische Föderation bereits mehrmals dazu aufgefordert haben, die Toten zu bergen. (lm/dpa/afp/knd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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