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Indiens Premierminister Narendra Modi in Glasgow
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Indiens Premierminister Narendra Modi in Glasgow

COP26

Indien will bis 2070 klimaneutral sein

  • VonChristian Mihatsch
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Premierminister Modi fordert im Gegenzug mehr Geld von den Industriestaaten.

Indiens Premierminister Narendra Modi hat am Montag angekündigt, dass sein Land bis zum Jahr 2070 klimaneutral wirtschaften will: Das ist volle 25 Jahre später als Deutschland. Am Tag zuvor hatte er noch im G20-Communiqué zugesagt, Klimaneutralität „bis zur oder um die Mitte des Jahrhunderts“ erreichen zu wollen.

Die Reaktionen sind unterschiedlich: Die indische Klimaaktivistin Disha Ravi schrieb auf Twitter: „Ich wusste, dass Indien bei der UN-Klimakonferenz schlecht da stehen würde, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so schlecht wie Netto-Null bis 2070 sein würde. Modi übertrifft wie immer die Erwartungen.“ Andere Beobachter:innen werteten die Ankündigung Modis positiver. Siddarth Singh von der Internationalen Energieagentur (IEA) schrieb: „Das ist groß, sehr groß. Dies wird sich auf alles auswirken – Energieversorgung, Verkehr, Industrie, Luftqualität, Arbeitsplätze.“

Ein Grund für die unterschiedliche Bewertungen darin liegen, dass Modi noch vier weitere Klimaziele bekannt gegeben hat. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen pro Rupie Wirtschaftsleistung um 45 Prozent sinken statt um 33 Prozent. Das soll durch einen massiven Ausbau der Erneuerbaren erreicht werden. Indien will in den kommenden zehn Jahren die Wind- und Solarkraftkapazität auf 500 Gigawatt steigern. Bislang hat der gesamte Kraftwerkspark des Landes eine Kapazität von 380 Gigawatt. So soll der Strommix im Jahr 2030 zur Hälfte aus Grünstrom bestehen. Durch die Verschärfung der Ziele will Indien bis dahin insgesamt eine Milliarde Tonnen CO2 weniger ausstoßen, als bislang geplant. Aus Sicht von Madhura Joshi, vom Umweltthinktank E3G sind denn auch diese Kurzfristziele entscheidend: Damit habe Modi „Indien fest auf einen sauberen Energiepfad gesetzt, der bis 2070, möglicherweise sogar früher, zu einer Netto-Null-Energieversorgung führen kann. Jetzt ist die Bühne frei für eine Wende bei den sauberen Investitionen.“

Modi ist allerdings nicht nur mit neuen Klimazielen nach Glasgow gekommen, sondern auch mit einer Forderung: Er will, dass die Industriestaaten ihre Klimahilfen von heute knapp 100 Milliarden Dollar pro Jahr „so früh wie möglich“ auf eine Billion Dollar pro Jahr verzehnfachen. Damit erinnerte Modi an das Versprechen der Industriestaaten, die Entwicklungsländer ab dem Jahr 2020 mit jährlich 100 Milliarden Dollar bei der Anpassung an die Erwärmung und bei der Emissionsreduktion zu helfen. „Heute müssen wir nicht nur die Fortschritte bei der Eindämmung des Klimawandels verfolgen, sondern auch die Klimafinanzierung.“ So signalisierte Modi den Industriestaaten, dass Indien in seinen Augen in Vorlage gegangen ist und der Ball nun bei den ihnen liegt. Aus Sicht des Staatssekretärs im Bundesumweltministerium Jochen Flasbarth ist Indien auch gegenüber einem anderen Land in Vorlage gegangen: „Die Rolle von China ist enttäuschend. Es ist überholt worden von anderen Schwellenländern.“ Dabei will China zehn Jahre vor Indien klimaneutral sein.

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