Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Indien: Polizeibeamte in Zivil bringen die Klimaaktivistin Disha Ravi zu einem Gericht in Neu Delhi.
+
Indien: Polizeibeamte in Zivil bringen die Klimaaktivistin Disha Ravi zu einem Gericht in Neu Delhi.

Proteste in Indien

Greta Thunberg unterstützt Bauernproteste in Indien: Aktivistin im Gefängnis

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
    schließen

Dass die Klimaaktivistin Greta Thunberg über Twitter die Bauernproteste unterstützt, ist in Indien umstritten. Eine Aktivistin wurde nun zu drei Tagen Gefängnis verurteilt.

  • In Indien wurde bereits eine Klimaaktivistin von Fridays for Future festgenommen, die die Bauernproteste unterstützt hatte.
  • Die Polizei sucht nun zwei weitere Aktivist:innen, die wie Greta Thunberg schriftliche Anleitungen für Demonstrant:innen verfasst haben sollen.
  • Gegendemonstrierenden in Indien gefällt nicht, dass Greta Thunberg die Proteste unterstützt.

Update vom Freitag, 19.02.2021, 16:00 Uhr: Die Klimaaktivistin Disha Ravi muss für drei Tage ins Gefängnis. Wie die britische Zeitung The Independent berichtet, hat ein Gericht die 22-Jährige dazu verurteilt. Sie wurde bereits am 13.02.2021, also vor etwa einer Woche festgenommen. Seitdem war sie in Polizeigewahrsam.

Nach dem Bericht des Independant hatte die Polizei in dieser Woche angedeutet, dass es aus ihrer Sicht eine „Verschwörung“ im Zusammenhang mit den Zusammenstößen mit der Polizei bei Demonstrationen Ende Januar gegeben habe. Bis zu diesem Tag waren die Proteste der Landwirt:innen weitgehend friedlich gewesen. Disha Ravi wird auch vorgeworfen, an einer Protest-Anleitung mitgearbeitet zu haben, die die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf Twitter geteilt hatte.

Greta Thunberg unterstützt Bauernproteste in Indien: Polizei plant weitere Verhaftungen

Update vom Dienstag, 16.02.2021, 11.20 Uhr: Die Polizei in Indien geht im Zuge der Bauernproteste gegen eine Agrarreform weiter hart gegen Aktivist:innen vor. Wie die Nachrichtenagentur AFP mitteilt, sucht die Polizei derzeit nach zwei Aktivist:innen, weil sie für die Demonstrant:innen schriftliche Anleitungen verfasst haben.

Wie der für Cyberkriminalität zuständige Polizeikommissar von Neu Delhi, Prem Nath, erläuterte, sollten durch die Anleitungen „Falschinformationen“ verbreitet und „Unzufriedenheit“ mit der Regierung hervorgerufen werden. Die gesuchten Aktivist:innen seien jedoch zu Hause nicht angetroffen worden, heißt es im AFP-Bericht.

Greta Thunberg unterstützt Bauernproteste in Indien: Klimaaktivistin deshalb in Haft

Erstmeldung, 15.02.2020: Neu-Delhi – In Indien ist die Klimaaktivistin Disha Ravi in Zusammenhang mit den Bauernprotesten festgenommen worden. Der 22-jährigen Aktivistin der weltweiten Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future wird vorgeworfen, Material mit Klimaaktivistin Greta Thunberg geteilt zu haben, das diese dann auf Twitter verbreitet hat.

Es handelt sich dabei um ein sogenanntes „Toolkit“ für die Proteste, in dem aufgelistet ist, wie die seit November anhaltenden Proteste der Bauern unterstützt werden können. Unter anderem sind darin Tipps für Hashtags und Online-Kampagnen enthalten.

Grund für Festnahme: Ein Dokument von Greta Thunberg auf Twitter

Laut der Polizei ist das Kampagnenmaterial Teil einer Verschwörung von Sikh-Separatisten und Ravi eine der entsprechenden Hauptverschwörer:innen. Die Fridays-for-Future-Anführerin und Studentin solle demnach mit den Separatisten zusammengearbeitet haben, um Unzufriedenheit gegenüber dem indischen Staat zu verbreiten.

Vor einem Gericht in der Hauptstadt Delhi im Norden des Landes wies sie am Sonntag (14.02.2021) den Vorwurf nach Verschwörung und Volksverhetzung zurück. Sie habe lediglich zwei Zeilen des Materials bearbeitet, das anschließend von Greta Thunberg auf Twitter verbreitet wurde, sagte sie laut dem Fernsehsender NDTV. Zuvor war sie im südlichen Bengaluru festgenommen worden, wie die Polizei berichtete.

Greta Thunberg teilte eine Protest-Anleitung für die Proteste der Bäuerinnen und Bauern in Indien auf Twitter.

Polizei: Disha Ravi hat mehr als zwei Zeilen des „Toolkits“ von Greta Thunberg geschrieben

Wie der „Guardian“ berichtet, ist die Polizei allerdings überzeugt, dass Disha Ravi mehr als zwei Zeilen des Dokuments geschrieben hat. Ravi bleibe nun für fünf Tage in Polizeigewahrsam, damit die Polizei ihre Verbindungen zu der in Indien verbotenen Gruppe „Sikhs for Justice“ untersuchen kann. Die Gruppe setzt sich für ein, den Bundesstaat Punjab von Indien abzuspalten.

Die Festnahme sorgte für Kritik, vor allem von Umweltgruppen, die sie verurteilten. Auch Delhis Regierungschef Arvind Kejriwal schrieb am Montag auf Twitter, dass die Festnahme ein noch nie da gewesener Angriff auf die Demokratie sei: „Unsere Bauern zu unterstützen, ist keine Straftat.“

Greta Thunberg solidarisierte sich auf Twitter mit Bauernprotesten in Indien

Seit November kampieren Zehntausende Bauern und Bäuerinnen rund um die Hauptstadt und fordern meist friedlich, kontroverse Marktliberalisierungsgesetze aufzuheben. Ende Januar kam es jedoch zu Gewalt zwischen Demonstrierenden Sicherheitskräften. Mindestens ein Bauer starb und 400 Polizeikräfte wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Die Gesetze sollen es Firmen einfacher machen, direkt von Landwirt:innen zu kaufen. Bislang wurde in Indien Getreide meist in staatlich organisierten Großmärkten mit Mittelsmännern zu garantierten Mindestpreisen gehandelt. Die Regierung argumentiert, dass die Erzeuger:innen auf dem freien Markt höhere Gewinne erzielen könnten und die Reform die Landwirtschaft modernisiere. Die Bäuerinnen und Bauern hingegen befürchten einen Preisverfall.

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hatte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter mit den Protesten der Landwirt:innen solidarisiert. Dort schrieb sie Anfang Februar: „Wir stehen in Solidarität mit dem Bauernprotest in Indien“. Dass sie sich auf diese Weise beteiligt, kam in Indien nicht überall gut an.

Außenministerium zu Twitter-Aussagen: Greta Thunberg mischt sich ein

So warf das indische Außenministerium Greta Thunberg vor, sich in die Angelegenheit einzumischen, ohne ausreichend Sachkenntnis zu haben. Demonstrierende verbrannten auf der Straße außerdem Bilder von Greta Thunberg und der US-Sängerin Rihanna, die sich auf Twitter ebenfalls solidarisch gezeigt hatte.

Auch gegen Greta Thunberg hatte die Polizei schon wegen der Verbreitung des Protest-Toolkits ermittelt: Wie der „Guardian“ und „Aljazeera“ berichten, wurde Thunberg beschuldigt, in eine internationale kriminelle Verschwörung gegen Indien verwickelt zu sein. (Friederike Meier/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare