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Testen in Nanjing: China tut alles, um das Land möglichst vollständig virusfrei zu halten.
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Testen in Nanjing: China tut alles, um das Land möglichst vollständig virusfrei zu halten.

Coronavirus

„Zero Covid“ in China: In den Supermarkt nur noch mit Impfpass

  • VonFabian Kretschmer
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In China führen dutzende Städte Zugangsbeschränkungen für viele öffentliche Orte ein. Weil es so wenige Infektionen gibt, sinkt die Bereitschaft, sich immunisieren zu lassen.

Peking - Schon vor Monaten hat Chinas Impfkampagne gegen Corona an Fahrt aufgenommen. Täglich werden fast die Hälfte aller weltweiten Vakzine in der Volksrepublik verabreicht. Und bislang haben die Behörden stets versichert, dass die Entscheidung fürs Impfen freiwillig sei.

Doch mittlerweile wird der Druck auf Impfverweigererinnen und -verweigerer immer stärker. Dutzende Städte in China haben nun flächendeckend Zugangsbeschränkungen für öffentliche Orte im urbanen Raum eingeführt. Diese sollen nur mehr für Geimpfte zugänglich sein. Ausgenommen von den ab Ende Juli geltenden Regelungen sind Minderjährige und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Für den Zutritt zu öffentlichen Einrichtungen brauchen Menschen in China ihren Gesundheitscode

Die Zugangsbeschränkungen gelten demnach nicht nur für Krankenhäuser, Theater, Buchläden und Altersheime. Auch Supermärkte und Einkaufszentren sollen nur mehr Geimpfte einlassen dürfen. Als Beweis gilt der sogenannte Gesundheitscode, den jede Chinesin und jeder Chinese bereits seit letztem Jahr im Alltag regelmäßig vorzeigen muss, etwa beim Reisen oder Einchecken in Hotels.

Bislang haben Lokalregierungen in mindestens fünf Provinzen jene Auflagen angekündigt – und schließen damit nicht geimpfte Personen de facto vom öffentlichen Leben aus. Ob die Regeln auch landesweit Schule machen werden, ist bislang noch nicht klar. Das selbst gesteckte Ziel der Behörden ist es, bis Jahresende mindestens 70 Prozent der Bevölkerung vollständig durchgeimpft zu haben. Doch auch dann wird die Staatsführung auf absehbare Zeit die geschlossenen Grenzen und strengen Quarantänemaßnahmen wohl nicht lockern.

Die Impfbereitschaft gegen Corona in China ist bei sehr niedrigen Infektionszahlen eher gering

Im Gegenteil: Aufgrund der neuen Virusmutaten haben die Behörden angefangen, im südchinesischen Guangdong eigene Quarantänezentren zu errichten. Die bis zu dreiwöchige Isolationszeit für Einreisende wird vermutlich schon bald nicht mehr in Hotels möglich sein, sondern in Einrichtungen fernab von Wohngegenden.

Tatsächlich ist die Impfbereitschaft in China eher moderat. Das hat vor allem mit dem epidemiologischen Erfolg der Behörden zu tun: Die täglichen Infektionszahlen lagen lange bei nahezu null; nur alle paar Wochen flackert ein lokaler Infektionsstrang auf, wie gerade in der Provinz Jiangsu: Erstmals seit Januar wurden am Montag 76 Neuinfektionen binnen eines Tages vermeldet. Der neue Höchstwert veranlasste das Land zu einer umfangreichen Testaktion bei Millionen von Einwohner:innen der Provinz.

Anstrengungen gegen Corona: China verfolgt eine strikte „Zero Covid“-Strategie

Chinas Staatsführung verfolgt weiterhin eine strikte „Zero Covid“-Strategie, die es sich zum Ziel setzt, das Land möglichst vollständig virusfrei zu halten. Der Weg zur Herdenimmunität wird für China nicht nur aufgrund seiner Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen ein weiter sein.

NationVolksrepublik China
HauptstadtPeking
Bevölkerung1,398 Milliarden (2019)
PräsidentXi Jinping

Denn während in Europa die meisten Fachleute von einer Durchimpfungsrate von 85 Prozent ausgehen, die für das Erreichen der Herdenimmunität notwendig ist, dürfte der Wert innerhalb der Volksrepublik höher liegen. Denn die heimischen Vakzine von Sinopharm und Sinovac sind im internationalen Vergleich weniger wirksam – insbesondere in Bezug auf die Delta-Variante.

Corona in China: Die Vakzine von Sinopharm und Sinovac sind weniger wirksam

Dies geht nicht zuletzt aus den Entscheidungen vieler Staaten hervor. Jüngst hat Thailand angekündigt, dass es für sein Medizinpersonal, das zuvor mit zwei Injektionen eines chinesischen Vakzins geimpft wurde, nun eine dritte Injektion mit Biontech oder Astrazeneca ausgibt.

Eine ähnliche Aktion kündigten zuvor die Regierungen in Bahrain und Indonesien an. Zwischen Februar und Juni sind mindestens zehn indonesische Ärztinnen und Ärzte gestorben, die zuvor zwei Sinovac-Injektionen erhalten hatten. (Fabian Kretschmer mit afp)

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