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Entscheidung über Corona-Impfpflicht: Lauterbach rechnet mit mehrheitlicher Zustimmung

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Von: Teresa Toth

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Sollte einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht zugestimmt werden, wäre eine Impfpflicht ab 50 Jahren denkbar.
Sollte einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht zugestimmt werden, wäre eine Impfpflicht ab 50 Jahren denkbar. © Bodo Schackow/dpa

Trotz parlamentarischer Widerstände zeigt sich Karl Lauterbach zuversichtlich, dass eine Corona-Impfpflicht entschieden wird. Ansonsten drohe massive Überlastung.

Berlin – Über 70 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen sind bereits gegen Corona* vollständig geimpft. Schon bald könnten es noch deutlich mehr werden: Am kommenden Donnerstag (07.04.2022) entscheidet die Bundesregierung über die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht davon aus, dass die Mehrheit des Bundestags der Impfpflicht zustimmen wird. Andernfalls drohe spätestens in den kälteren Monaten wieder eine enorm angespannte Lage, wie wir sie die letzten Monate erlebt haben.

Vor allem Krankenhäuser und Ärztevertreter fordern eine schnelle Einführung der Corona-Impfpflicht. Bei einer erneuten Corona-Welle drohe eine massive Überlastung der Krankenhäuser. „Nur eine möglichst hohe Impfquote wird uns aus der immer wiederkehrenden Gefahr herausholen, die Kliniken zu überlasten“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. „Wenn es keine Mehrheit für eine Impfpflicht ab 18 Jahren gibt, brauchen wir als Kompromiss eine Impfpflicht ab 50. Jeder, der sich vor einem schweren Verlauf schützt, entlastet damit die Kapazitäten im Krankenhaus.“

Impfung gegen Corona: Auch eine Impfpflicht ab 50 Jahren wäre möglich

Susanne Johna, Vorsitzende des Ärzteverbandes Marburger Bund, will die sofortige Impfpflicht ohne Verzögerungen. „Damit die Impfpflicht auch rechtzeitig gegen eine weitere Corona-Welle wirken kann, müssen wir uns beeilen und dürfen nicht mehr wochenlang warten“, so Johna. Sollte es zunächst keine allgemeine Impfpflicht geben, befürwortet auch Johna eine Impfpflicht für alle Menschen ab 50 Jahren – diese könnte die Krankenhäuser bereits deutlich entlasten.

Der Deutsche Städtetag spricht sich klar für eine Impfpflicht ab 18 Jahren aus. Für eine deutliche Erhöhung der Impfquote sei „eine Impfpflicht ab 18 Jahren eindeutig besser geeignet als ab 50 Jahren“, erklärte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Denn spätestens im Herbst könnte eine erneute Corona-Welle zu einem Krankenhaus-Kollaps führen. „Wir riskieren im Herbst wieder viele schwere Krankheitsverläufe, falls die Impfpflicht nicht kommt“, warnt Dedy.

Corona-Impfpflicht: Laut Kassenärztechef noch zu viele offene Fragen

Kassenärztechef Andreas Gassen sieht die Imppfflicht dagegen kritisch. Laut ihm gebe es noch zu viele offene Fragen. Wenn die Politik diese nicht zeitnah klärt, „bringt sie eine Impfpflicht auf den Weg, die als Tiger startet und Bettvorleger landet, weil die zugrunde liegende Regelung praktisch nicht umgesetzt werden kann“, so Gassen. Denn eine Impfpflicht müsse rechtssicher durchführbar und nachvollziehbar sein.

Menschen, die sich bereits mit Corona infiziert haben, können sich trotzdem erneut anstecken. Viele stellen sich daher die Frage, nach wie vielen Infektionen man nun immun ist. Der Virologe Klaus Stöhr liefert dazu eine klare Antwort. (tt) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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