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Druck auf Ex-Präsident

Impeachment: Video zeigt Donald Trumps Rede und die Erstürmung des Kapitols

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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  • Mirko Schmid
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Am zweiten Tag des Impeachment-Verfahrens zeigen die Demokraten neue Videos vom Sturm auf das Kapitol. Die Rolle Trumps wird dabei deutlich.

  • Das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump hat begonnen.
  • Ein Video zeigt die Rede Donald Trumps vor der Erstürmung des Kapitols.
  • Alle Informationen rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

+++ 13.12 Uhr: Die New York Times hat eines der Videos veröffentlicht, das während des Impeachment-Verfahrens am Mittwoch (10.02.2021) gezeigt wurde. Es beinhaltet Szenen des Sturms auf das Kapitol sowie Kommentare von Donald Trump. „Wir haben Beweise, die zeigen, dass wir diese Wahl gewonnen haben. Das war keine knappe Wahl“, so Trump zu Beginn des Videos. „Und im Anschluss werden wir – und ich werde bei euch sein – zum Kapitol marschieren.“ In diesem Moment zeigt das Video eine neue Szene – den Sturm auf das Kapitol am 06.01.2021.

Donald Trump: „Wenn ihr nicht wie verrückt kämpft, werdet ihr kein Land mehr haben“

„Lasst uns das Kapitol einnehmen“, rufen Anhänger:innen des damaligen Präsidenten Donald Trump. „Wir nehmen das Kapitol ein, wo unsere Probleme sind.“ In den folgenden Szenen wird ein über 800 Personen starker Mob gezeigt, der die Treppen zum Kapitol erklimmt. „Wir sind euch millionenfach überlegen“, brüllt ein Randalierer, während ein Polizist versucht, ihn aufzuhalten. „Stürmt das Gebäude!“, ruft ein anderer. Währenddessen fährt Trump mit seiner Rede fort. Er hoffe, dass der damalige Vizepräsident Mike Pence „den Mut habe, zu tun, was er tun muss“. Trump hofft, dass „gekämpft wird. Wenn ihr nicht wie verrückt kämpft, werdet ihr kein Land mehr haben“.

Anhänger:innen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump erstürmen das Kapitol.

Mit markigen Worten endet Trumps Rede. „Wir werden also die Pennsylvania Avenue runterlaufen, ich liebe die Pennsylvania Avenue, wir werden zum Kapitol gehen, (...) und den Republikanern den Mut geben, unser Land zurückzuerobern.“ Das Video schneidet zurück zu den Szenen am Kapitol, wo Polizisten als „Verräter“ beschimpft werden. Das zwölfminütige Video zeigt im Anschluss die Erstürmung des Kapitols durch die Anhänger:innen Donald Trumps und die Flucht der Abgeordneten aus dem Kongressgebäde.

Die neun demokratischen Abgeordneten, die die Anklage vertreten, setzen neben inhaltlichen Argumenten auf eine emotionale Beweisführung. Sie wollen die Senatoren durch das gezeigte Videomaterial doch noch von einem Schuldspruch gegen Trump überzeugen. Wie in dem Video gezeigt, werfen die Demokraten Trump vor, als „Ober-Anstifter“ für die Kapitol-Erstürmung mit fünf Toten verantwortlich zu sein. Im Senat wird dem früheren Staatschef deswegen ein Prozess wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ gemacht.

Impeachment: Selbst Trumps Anhänger sind geschockt von Videos der Kapitol-Erstürmung

Update vom Donnerstag, 11.02.2021, 9.40 Uhr: Glasfenster des US-Kapitols liegen in Scherben. Ein Officer der US-Polizei gibt eine knappe Antwort durch sein Funkgerät, bevor er realisiert, dass er in der Unterzahl ist. Der Mob stürmt das Kapitol in Washington. Die Szenen sind Teil mehrerer Videos, die den US-Senator:innen im Rahmen des Impeachment-Verfahrens gegen Donald Trump gezeigt werden.

Manche Senatoren geben laute Geräusche der Ungläubigkeit von sich, manche stellen später fest, in welcher akuten Lebensgefahr sie am 6. Januar 2021 geschwebt haben. Beinahe alle Anwesenden im Saal sind schockiert von den Bildern. Aber die bittere Wahrheit zeigte sich am Ende des zweiten Tages des Impeachment-Verfahrens gegen Donald Trump. Eine große Zahl von republikanischen Senatoren konnte von der erdrückenden Beweislast nicht überzeugt werden.

Impeachment-Verfahren: Trump-Anhänger halten an Unschuld des Ex-Präsidenten fest

Senator Ted Cruz, ein treuer Trump-Anhänger unter den US-Senatoren, sagte nach dem zweiten Tag des Verfahrens, dass „das gezeigte Material furchtbar“ sei, wie das Nachrichtenportal „The Daily Beast“ berichtet. Er hoffe, dass „jeder, der in diesen terroristischen Angriff involviert war, für eine lange Zeit ins Gefängnis gehen würde“. Allerdings halte er die Verbindung zwischen Donald Trump und dem Sturm auf das Kapitol für „nicht existent“. Trump habe niemanden aufgehetzt.

Der Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 sorgt auch im Nachhinein für Entsetzen.

Die Demokraten hingegen verlassen den zweiten Tag des Impeachment-Verfahrens wütender und überzeugter denn je. „Ich meine, wie können die Republikaner hier sitzen und sich das ansehen und einen Freispruch für Donald Trump in Betracht ziehen“, sagt der demokratische Senator Chris Murphy.

Impeachment gegen Donald Trump: 17 Republikaner im Senat werden benötigt

Erstmeldung vom Mittwoch, 10.02.2021, 10.07 Uhr: Washington D.C. - Die Beweisführung gegen Donald Trump im Amtsenthebungsverfahren startet mit einem brisanten Video. Die Verteidigung des ehemaligen Präsidenten versucht, die Rechtmäßigkeit des Verfahrens infrage zu stellen, um den Republikanern im Senat eine gesichtswahrende Möglichkeit zu bieten, das Verfahren wie schon 2019 abzuschmettern.

Im Senat herrscht derzeit ein Patt: sowohl die Republikaner als auch die Demokraten (inklusive zweier Unabhängiger) verfügen über 50 Sitze. Nachdem das Repräsentantenhaus das Verfahren mit einer einfachen Mehrheit eröffnet hatte, ist der Senat nun als Jury am Zug. Um das Abwahlverfahren gegen Donald Trump erfolgreich zu gestalten, wird eine Zweidrittelmehrheit benötigt - 67 der 100 Abgeordneten müssen also für den Antrag des Repräsentantenhauses stimmen. Neben den Demokraten, die angekündigt haben, geschlossen für das Impeachment zu stimmen, werden somit mindestens 17 Senatsmitglieder aus den Reihen der Republikaner benötigt.

Donald Trumps Fans im Kapitol: Am 6. Januar durchbrachen sie alle Barrieren und stürmten die „heiligen Hallen“ der US-Demokratie.

In einer ersten Abstimmung, in der es darum ging, ob das Verfahren gegen einen bereits aus dem Amt geschiedenen Präsidenten rechtmäßig sei, stimmten fünf der 50 Republikaner mit den Demokraten - Susan Collins (Maine), Lisa Murkowski (Alaska), Mitt Romney (Utah), Ben Sasse (Nebraska) und Pat Toomey (Pennsylvania). Alle fünf gelten als Donald Trump gegenüber kritisch eingestellt. Politische Beobachter in den USA sind sich einig, dass alle anderen 45 Republikaner die Ablehnung der Verfassungsmäßigkeit vorgeschoben hatten, um nicht gegen den ehemaligen Präsidenten stimmen zu müssen. Zu groß sei die Angst vor dessen Basis und der Wut Trumps, die dazu führen könnte, dass Abweichlerinnen und Abweichler in kommenden republikanischen Vorwahlen abgestraft und nicht wieder aufgestellt werden könnten.

Demokraten wollen Republikaner mit Video von Donald Trumps Schuld überzeugen

Dennoch setzen die Demokraten darauf, weitere zwölf republikanische Abgeordnete auf ihre Seite ziehen zu können und Donald Trump somit ein für alle Mal für alle politischen Ämter auf Bundesebene zu disqualifizieren. Die sogenannten Impeachment Managers, neun Abgeordnete des Repräsentantenhauses angeführt von Jamie Raskin (Maryland), welche die Anklage vertreten, wollen zu diesem Zweck ein brisantes Video ins Zentrum der Beweisführung rücken.

In diesem Video soll zu sehen sein, wie Donald Trump seine Fans in seinen Reden bewusst und zielgerichtet dazu angestachelt hatte, eine friedvolle Übergabe der Macht zu stören und bestenfalls ganz zu verhindern. Des Weiteren soll zu sehen sein, wie die Anhängerschaft des Ex-Realitystars dessen Worte einem Befehl gleich als Anlass sahen, am 6. Januar das Kapitol zu stürmen, um zu verhindern, dass Vizepräsident Mike Pence die Stimmabgaben der Wahlleute verlesen kann. Dies war als letzter verfassungsgemäßer Schritt notwendig, um Joe Biden zum offiziellen Wahlsieger der Präsidentschaftswahl 2020 zu küren.

Donald Trump: „Ihr werdet unser Land niemals mit Schwäche zurückerobern“

Der Nachrichtensender CNN stellte ein solches Video bereits ins Netz - und den Demokraten als Material für ihre Beweisführung zur Verfügung. Das Video beginnt mit einem Ausschnitt der Rede, die Donald Trump in Washington am 6. Januar vor seiner Anhängerschaft gehalten hatte - nur Stunden vor dem Sturm auf das Kapitol. Trump sagt: „Wir kämpfen. Wir kämpfen wie der Teufel. Wenn wir nicht wie der Teufel kämpfen, werden wir kein Land mehr haben.“ Schnitt. Trumps Fans skandieren: „Kämpft für Trump! Kämpft für Trump!“ Zurück zu Trump: „Wir werden niemals aufgeben. Wir werden niemals eine Niederlage eingestehen.“ Nun ist zu sehen, wie die Meute am Eingang zum US-Kapitol steht und in das Parlamentsgebäude eindringt. Sie rufen: „USA! USA!“

Nun wieder Donald Trump: „Wir werden den Diebstahl stoppen!“ Anschließend ist zu sehen, wie Trumps aufgebrachte Fans in das Kapitol einbrechen, das Zerbrechen einer Fensterscheibe ist zu hören. Ein Randalierer ruft: „Stoppt den Diebstahl!“ Ein anderer brüllt: „Freiheit!“ Der Zusammenschnitt zeigt, wie Trump-Fans die meterhohe Mauer zur Balustrade des Kapitols erklimmen. Donald Trump: „Ihr werdet unser Land niemals mit Schwäche zurückerobern. Ihr müsst Stärke zeigen, ihr müsst stark sein!“

Donald Trump kritisiert Mike Pence, seine Fans wollen den Vizepräsidenten „hängen“

Ausschnitte aus auf der zwischenzeitlich von Hoster Amazon gesperrten und später wohl durch russische Hilfe wieder ans Netz gegangenen Plattform „Parler“ zeigen, wie aus dem Mob Rufe erklingen, das Kapitol zu stürmen, dort „einzufallen“ und es „einzunehmen“. Kurze Zeit später brüllt ein Anhänger des ehemaligen Präsidenten bereits im Kapitol einen Polizisten an: „Ihr seid in der Minderheit. Da draußen ist eine Million von uns. Wir hören auf Trump - euren Boss!“ Es folgt ein Schnitt nach draußen, wo Randalierer in einer konzentrierten Aktion Sicherheitszäune einreißen.

Während all das passierte, twitterte Donald Trump. Er twitterte nicht, dass sich der Mob zurückziehen soll. Vielmehr griff er seinen Vizepräsidenten Mike Pence an, der „nicht die Courage“ besitze, „das Land und unsere Verfassung zu schützen.“ Seine Fans nahmen ihn beim Wort. Sie sind im Video zu sehen und zu hören, wie sie „hängt Mike Pence! Hängt Mike Pence!“ skandieren. Einen Galgen sowie Kabelbinder hatten sie passender Weise gleich dabei. Nancy Pelosi, Mehrheitsführerin der Demokraten im Repräsentantenhaus sprach anschließend davon, dass Donald Trump „seinen loyalsten Gefährten unter den Bus geworfen“ habe.

Donald Trump fordert Randalierer auf, friedlich zu „bleiben“

Etwas später schrieb Trump seine Fans auf Twitter direkt an. Sie sollen doch bitte die Capitol-Police „unterstützen“ und „friedlich bleiben“. Zu diesem Zeitpunkt standen die Randalierer bereits im Kapitol, wo sie unter anderem Büros verwüsteten, auf Polizisten einschlugen und Fäkalien verteilten. Einer der Polizisten, der Opfer der Attacken derjenigen wurde, die Donald Trump aufforderte friedlich zu „bleiben“, starb anschließend an seinen Verletzungen. Das Video zeigt nun Trump-Fans mit den typischen, roten „MAGA“-Kappen, die eine Tür zu einem Sitzungssaal öffnen. Einer fragt: „Ist das der Senat?“ Ein anderer: „Wo zur Hölle sind die?“

Szenenwechsel. Mitglieder des Kongresses verstecken sich unter und hinter ihren Stühlen. Jemand sagt: „Lasst den Kopf unten!“ Und dann, endlich, steht Donald Trump vor einer Kamera und spricht zu seinen randalierenden Fans. „Wir müssen Frieden haben. Also geht heim. Wir lieben euch. Ihr seid etwas ganz Besonderes.“

Auch Eric Trump, Donald Trump Jr. und Rudy Giuliani hatten den Mob aufgewiegelt

Auch Trumps engster Kreis stand am 6. Januar auf der Bühne in Washington. Eric Trump forderte die Fans seines Vater dazu auf „Rückgrat“ zu zeigen und „zum Kapitol zu marschieren“. Donald Trump Jr. rief: „Wenn ihr vom Nichts zum Helden werden wollt, müsst ihr jetzt kämpfen!“ Und Rudy Giluiani, Trumps loyaler Anwalt, forderte: „Lasst uns ein Urteil durch Kampf fällen!“ Mit diesem „Zitat“ aus der „Dokumentation“ (Giuliani) „Game of Thrones“ ist ein gewalttätiger Kampf gemeint, der einer Gerichtsverhandlung vorgezogen wird.

Insgesamt, das zeigt ein anderer Zusammenschnitt des Nachrichtensenders, sprach Donald Trump das Wort „kämpfen“, bzw. die Aufforderung „kämpft“ zwanzig Mal aus während seiner Rede vom 6. Januar. Dennoch, so heißt es auf CNN, sei sich Trump „sehr, sehr sicher“, dass er auch diesmal wieder freigesprochen werde. Wie schon im Jahr 2019 durch die Senatsmitglieder seiner Republikaner. 2019 reichte ihnen Trumps Erpressungsversuch gegen die Ukraine nicht, die er dazu zwingen wollte, ihm Beweise gegen Joe Biden zu liefern. 2021, so scheint es, reicht ihnen auch ein Angriff auf die Demokratie in den USA und ihren wichtigsten „Tempel“ nicht. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Jose Luis Magana

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