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100 Millionen für Bedürftige: Immerhin ein starkes Symbol

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Von: Peter Hanack

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St. Peter im Schwarzwald
Im Zeichen der Doppeltürme: Die Kirchen in Deutschland zeigen sich bei den Steuereinnahmen mildtätig. © PantherMedia / Rolf Robischon

Die Kirchen zeigen sich mildtätig. Allerdings haben sie es auch nötig. Denn ihnen laufen die Gläubigen weg.

Schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Euro wollen die katholische und evangelische Kirche Bedürftigen in den nächsten Monaten zukommen lassen. Steuern, die sie aufgrund der staatlichen Energiepreispauschale mehr einnehmen werden – und mit denen sie bis vor ein paar Wochen noch gar nicht rechnen konnten.

Tatsächlich wird dieses Geld in vielen Haushalten dringend benötigt und kann dort helfen, die Folgen der Energiekrise und Teuerung zu mildern. So nobel die Geste auch scheint, so ist sie doch angesichts der Milliarden (zwölf waren es zuletzt) an Kirchensteuern, die die Bistümer und Landeskirchen jährlich bundesweit einnehmen, kaum mehr als ein Zeichen des guten Willens.

Eines, das auch aus Sicht der obersten Kirchenleitungen mehr als geboten erscheinen muss. Und das nicht allein aus Gründen der Nächstenliebe.

Den beiden christlichen Kirchen laufen seit Jahren die Mitglieder weg. Skandale gab es ja auch genug. Auffällig dabei ist aber auch, dass viele ihrer Kirche den Rücken in einem Alter kehren, in dem die steigenden Ausgaben (für die eigene Wohnung, das Auto, die neugegründete Familie) beim Lohnzettel den Blick auf die Spalte Kirchensteuer lenken. Dort zu sparen, scheint immer mehr Menschen möglich. Mehr Steuern kann sich die Kirche nicht leisten. PETER HANACK

Siehe „Kirchen geben Steuergeld weiter“

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