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349 US-Soldaten nahmen sich im Jahr 2012 das Leben.

Suizid-Statistik aus dem Pentagon

Immer mehr US-Soldaten bringen sich um

Die Zahl der Suizide bei den US-Streitkräften ist auf einen neuen Höchststand gestiegen: 2012 nahmen sich nach offiziellen Angaben 349 Soldaten das Leben. Damit starben im vergangenen Jahr mehr US-Soldaten durch eigene Hand als durch Kampfhandlungen in Afghanistan.

Immer mehr US-Soldaten nehmen sich das Leben. Allein im vergangenen Jahr begingen 349 Soldaten aller Waffengattungen Selbstmord, sagte Pentagonsprecherin Cynthia Smith der Nachrichtenagentur dpa am Montag. 2011 nahmen sich 301 Soldaten das Leben, ein Jahr zuvor 295. Am höchsten liege die Selbstmordrate bei Soldaten, die in Afghanistan im Einsatz waren.

Armee und Regierung versuchen schon seit längerem, mit einer Reihe von Programmen gegen die steigende Suizidrate anzugehen. Es ist unklar, warum die Zahl der Selbstmorde immer weiter steigt. Teils wird dies auf die hohe Belastung durch Kampfeinsätze im Ausland zurückgeführt, die zu psychologischen Problemen führen kann sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie einer hohen Scheidungsrate. Allerdings war auch eine bedeutende Zahl der Soldaten, die sich das Leben nahmen, nicht im Kampfeinsatz.

Verteidigungsminister Leon Panetta sprach bereits vor Monaten von „einer der komplexesten und dringlichsten Problemen“ der Streitkräfte. Es müsse ein Klima geschaffen werden, das psychisch bedrängten Soldaten Hilfe biete. Unter anderem wurden Telefon-Hotlines eingerichtet.

Armeevertreter verweisen unterdessen darauf, dass die Selbstmordrate in der Armee noch immer geringer ist als in der Zivilbevölkerung. Dort lag sie 2010 bei Männern zwischen 17 und 60 Jahren bei 25 von 100.000, im Militär waren es zuletzt 17,5 von 100. 000. (afp/dpa)

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