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Myanmars Regierung unter Aung San Suu Kyi müsse die grausame Militäroperation gegen die Rohingya sofort stoppen, hat der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein, bereits Montag gefordert. Hier Aung San Suu Kyi bei einem Deutschlandbesuch 2014.

Myanmar

Immer mehr Rohingya auf der Flucht

Die Gewalt in Myanmar zwingt laut den UN immer mehr Rohingya zur Flucht ins Nachbarland Bangladesch.

In den vergangenen zweieinhalb Wochen hätten schätzungsweise 370.000 verzweifelte Angehörige der muslimischen Minderheit die Grenze überquert, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) der UN am Dienstag in Genf mit. Damit habe sich die Zahl der Flüchtlinge aus Myanmar in Bangladesch seit Freitag vergangener Woche um rund 100.000 erhöht, erklärte IOM-Sprecher Leonard Doyle. Die Flüchtlinge berichteten von systematischen Gräueltaten, sagte der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Adrian Edwards.

Mehrere UN-Hilfsorganisationen wie das UNHCR, das Welternährungsprogramm und das Kinderhilfswerk Unicef riefen Geberländer zu höheren Spenden für Geflüchteten auf, deren Versorgung sich als extrem schwierig erweise. Das UNHCR richtete eine Luftbrücke mit humanitären Gütern ein, das erste Flugzeug sei am Dienstag in Bangladesch gelandet. An Bord befanden sich demnach Zelte, Decken und Matratzen.

Immer wieder Opfer von Pogromen

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein, sieht in der Gewalt gegen die Rohingya in Myanmar klare Anzeichen für eine „ethnische Säuberung“. Myanmars Regierung unter der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi müsse die grausame Militäroperation gegen die Volksgruppe sofort einstellen, hatte Seid am Montag verlangt.

Immer wieder wurden Rohingya in der Vergangenheit Opfer von Pogromen. Die Behörden im überwiegend buddhistischen Myanmar verweigern der muslimischen Volksgruppe den Status als Minderheit und die Bürgerrechte. Der Konflikt im Rakhine-Staat flammte erneut auf, nachdem sich am 25. August Rohingya-Rebellen zu Angriffen auf Polizei- und Armeeposten bekannt hatten. (epd)

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