Ginge es nach Trump, würden die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes „Grand Princess“ nicht zur Quarantäne nach Texas gebracht.
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Ginge es nach Trump, würden die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes „Grand Princess“ nicht zur Quarantäne nach Texas gebracht.

USA

Coronavirus in den USA: Ignoranz à la Donald Trump

  • vonThomas Spang
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US-Präsident Donald Trump übergeht Empfehlungen der Gesundheitsbehörde zu Corona. Nahe Vertraute von ihm befinden sich in Quarantäne.

  • Donald Trump ignoriert Corona-Warnungen
  • Vertraute Trumps in Quarantäne
  • Weniger Tests in den USA

Die US-Gesundheitsbehörde CDC rät dringend dazu, auf Handschläge zu verzichten. Insbesondere älteren Menschen, die ein erhöhtes Risiko tragen, wenn sie sich mit dem Coronavirus infizieren. Der 73-jährige Präsident tut derweil genau das: Schüttelt Hände bei einer Spendengala in Mar-a-Lago, auf dem Weg zur Air Force One in Orlando und bei Ankunft in Washington.

Donald Trump findet: An Corona in den USA sind die Europäer schuld

„Das ist keine große Sache“, hörten Teilnehmer Trump an seinem Wintersitz in Florida über das Virus sprechen. Der Präsident habe jedem die Hand gedrückt und gesagt, „Sie müssen Ihr Leben leben“, erinnert sich der Spender Doug Deason an die Begegnung vom Wochenende.

So ähnlich sahen das auch die beiden Abgeordneten Douglas A. Collins and Matt Gaetz, die hinter Donald Trump aus der Präsidentenmaschine kletterten. Beide Republikaner sind nun in „Corona“-Quarantäne, weil sie bei der jährlichen CPAC-Konferenz in Kontakt mit einem infizierten Teilnehmer waren.

Der Super-Trump-Fan Gaetz hatte sich vergangene Woche noch lustig über die Sorge seiner Landsleute gemacht. Zur Abstimmung im Repräsentantenhaus über ein acht Milliarden Dollar schweres Krisenpaket erschien er mit einer Gasmaske.

Donald Trump kündigt jetzt Hilfsmaßnahmen an

Trumps Sprecherin Stephanie Grisham erklärte, der Präsident habe sich nicht auf den Coronavirus testen lassen. „Er war mit keinem der bestätigten Covid-19-Patienten länger in Kontakt und zeigt keine Symptome“. Er sei nicht besorgt.

Erst als der Aktienmarkt Anfang der Woche einen Absturz erlebte, zeigte sich Trump beunruhigt und kündigte „sehr, sehr dramatische“ Hilfemaßnahmen für die Wirtschaft an. Darunter Kürzungen bei den Beiträgen zu den Sozialversicherungen, bezahlte Krankentage für Beschäftigte und Unterstützung für die Reiseindustrie.

Das steht im merkwürdigen Kontrast zu den Twitter-Tiraden des Präsidenten. Da verglich Trump schon mal Covid-19 mit der Grippe und meinte, trotz bis zu 70 000 Grippe-Toten, „schließt nichts und das Leben und die Wirtschaft laufen weiter“. Wie gewohnt macht Trump die Demokraten und die Medien, in diesem Fall auch die Ölfehde zwischen Russland und Saudi-Arabien verantwortlich.

Donald Trump hat im Coronavirus einen Gegner

Der ehemalige Chefstratege Barack Obamas im Weißen Haus, David Axelrod, meint, Trump habe in dem Virus einen ebenbürtigen Gegner gefunden. „Sie können eine Epidemie oder Pandemie nicht mit Spin bekämpfen.“ Es gebe eine Realität, „die durch Leugnung oder Verbreitung von Verschwörungstheorien zu katastrophalen Ergebnissen führen kann“.

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Wer zum Beispiel Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow folgte, der nach dem ersten Absturz der Märkte vor zwei Wochen dazu riet, an der Börse „das Tief zu kaufen“, sah den Wert seiner Aktien seitdem insgesamt 15 Prozent fallen. Am Freitag verkündete derselbe Experte, das Virus sei „unter Kontrolle“. Das behauptete auch Trumps enge Vertraute Kellyanne Conway.

Während der Chef des National Institute of Health (NIH) Anthony Fauci in einem Interview älteren Menschen rät, unmittelbar Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und nach Möglichkeit auf unnötige Flugreisen zu verzichten, wies das Weiße Haus laut „Associated Press“ die Gesundheitsbehörde CDC an, eine entsprechende Empfehlung nicht zu veröffentlichen.

Donald Trump will Passagiere nicht an Land kommen lassen

Bei einem Besuch der Behörde in Atlanta vergangene Woche tauchte Trump mit einer roten „Keep America Great“-Kappe auf. Auf Reporterfragen, was mit den Passagieren auf dem „Grand Princess“-Kreuzfahrtschiff mit „Corona“-Erkrankten geschehen solle, sprach sich der Präsident dafür aus, diese nicht an Land kommen zu lassen. „Ich möchte, dass die Zahlen so bleiben wie sie sind.“ Gemeint war die Zahl der Corona-Fälle in den USA.

Die Kolumnistin der „Washington Post“ Catherine Rampell meint, die Amerikaner lebten in einer „YOLO“-Präsidentschaft, wobei das Kürzel für „Du lebst nur einmal“ steht. „Begreifen diese Leute nicht, wie närrisch sie aussehen“, schreibt Rampell, „wenn ihre mit Gewissheit vorgetragenen Dekrete innerhalb von Tagen, Stunden oder selbst Minuten nachweislich falsch sind?“

Von Thomas Spang

Die USA sind das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land der Welt. Präsident Donald Trump nutzt das Virus im Wahlkampf.

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