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Bewaffneter erschießt Angestellten einer Tankstelle
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Nach Tod an Tankstelle in Idar-Oberstein: Interessenverband prangert zu hohen Druck an.

Idar-Oberstein

Kassierer erschossen: Tankstellen-Lobby schlägt Alarm

Nach dem Tod eines Tankstellenmitarbeiters in Idar-Oberstein meldet sich nun der Interessenverband zu Wort. Die Tankstellen-Lobby klagt über zu hohen Druck.

Idar-Oberstein – Überfälle, Corona-Bestimmungen und Frust über hohe Benzinpreise: Mitarbeiter:innen an Tankstellen haben es oft nicht leicht. Nach dem Tod eines 20-Jährigen in Idar-Oberstein wurde das auf grausame Weise erneut deutlich. Der Student hatte einen Kunden auf die geltende Masken-Pflicht hingewiesen – und wurde daraufhin getötet.

Nun hat sich der Tankstellen-Interessenverband zu Wort gemeldet. Er beklagte einen sehr hohen Druck, sowohl auf die Beschäftigten als auch auf die Unternehmen. „Mit den Corona-Regeln wälzt die Politik polizeiliche Aufgaben auf Unternehmen ab. Der Tankstellenbedienstete wird zum Polizisten“, sagte der Sprecher des Verbandes, Herbert Rabl, am Freitag gegenüber der Tagesteitung Welt.

Idar-Oberstein: Armin Laschet gibt AfD Mitschuld

Ein 20-jähriger Student war am vergangenen Samstag (18.09.2021) in einer Tankstelle erschossen worden. Auslöser für die Tat war nach Angaben der Ermittler, der Versuch des Studenten die Maskenpflicht durchzusetzen. Die Tat schlug auch in der Politik hohe Wellen. Kurz vor der Bundestagswahl 2021 gab der Spitzenkandidat der CDU, Armin Laschet, AfD und „Querdenkern“ eine Mitschuld an der Tat.

Es gibt also auch einen hohen Druck, Regeln durchzusetzen, selbst wenn dies womöglich gefährlich sein könnte.

Herbert Rabl, Sprecher des Interessenverbandes für Tankstellen

Der Druck auf die Tankstellen wurde auch durch Bußgeldandrohungen des Ordnungsamtes erhöht, das berichteten dem Sprecher verschiedene Mitglieder seines Verbandes. Doch nicht nur die aktuellen Bestimmungen im Zuge der Corona-Pandemie sorgen an Tankstellen für „Aggressionspotenzial“, so der Sprecher. Auch Themen wie Kraftstoffpreise und Verkehr hätten ein solches Potenzial.

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Nach Tod an Tankstelle: „Wie werden wir geschützt? Wer hilft uns?“

Laut dem Pressesprecher des Verbandes gab es in Teilen der Belegschaft Sorgen um ihre Sicherheit. „Die Mitarbeiter sind besorgt und fragen sich: Wie werden wir geschützt? Wer hilft uns?“, so Rabl. Auch die Pächter:innen der Tankstellen würden unter einem enormen Druck leiden. Bei dem aktuellen Kostendruck stehe für Personal nur wenig Geld zur Verfügung, so Herbert Rabl. Viele der Beschäftigten würden deshalb für Mindestlohn arbeiten. Für Konfrontationen wären diese zumeist weder geschult noch ausgebildet, berichtete er.

Es ist eine sehr schwierige Situation, weil Polizei und Ordnungsamt nicht sofort greifbar sind.

Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen

Der Geschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen Stephan Zieger äußerte sich ebenfalls gegenüber der Welt. Ein großes Problem sei aus seiner Sicht auch, dass die Tankstellen nicht durchgreifen könnten. „Wenn ein Kunde den Shop betritt, hat er schon getankt“, sagte Zieger. Natürliche müsste dieser dann auch abkassiert werden. Sowohl Polizei als auch Ordnungsamt seien meist nicht sofort greifbar, was Situationen häufig sehr schwierig gestaltet, gibt der Geschäftsführer zu verstehen. (Lucas Maier mit AFP)

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