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US-Wahlkampf

"Hustler"-Verleger setzt Kopfgeld aus

Um im US-Wahlkampf pikante Details über das Liebesleben der Präsidentschaftskandidaten in die Finger zu bekommen, hat Larry Flynt, der Verleger des "Hustler", eine Prämie für Insider-Infos ausgesetzt.

Von Sebastian Moll

Spätestens seit dem Versuch der Republikaner, Bill Clinton wegen der Büroaffäre mit seiner Praktikantin aus dem Weißen Haus zu vertreiben, glaubt niemand mehr, dass Sex und Politik in den USA voneinander zu trennen sind. Das Land vermag sein puritanisches Erbe einfach nicht abzuschütteln: Das Privatleben der Volksvertreter wird immer wieder mit jener Mischung aus Lust und Entrüstung breitgetreten, die eine zutiefst verklemmte Kultur auszeichnet. Auch Politiker wie Arnold Schwarzenegger, Anthony Weiner, Eliot Spitzer und John Edwards haben das in jüngerer Zeit zu spüren bekommen.

Bis auf den hinlänglich aktenkundigen Ehebruch von Newt Gingrich verläuft der derzeitige Wahlkampf der Republikaner jedoch enttäuschend unsexy. Diesen Missstand möchte nun der notorische Larry Flynt beheben. Am Montag - einen Tag vor dem Super-Tuesday, der entscheiden könnte, wer gegen Obama bei der Präsidentschaftswahl antreten wird - schaltete der Sex-Verleger, der den legendären Hustler herausgibt, in der Washington Post eine ganzseitige Anzeige. Darin bot er für indiskrete Informationen zu aktuellen Kandidaten eine Million Dollar.

Schon 1998 und 2007 hatte er ähnliche Kopfgelder ausgesetzt.

Flint auf Kreuzzug für die Freizügigkeit

Nun ist Larry Flynt alles andere als ein Puritaner. Seit er in den 70er-Jahren begann, die Grenzen zwischen Herrenmagazin und Pornografie aufzuweichen, ist Flynt so etwas wie ein Kreuzzügler für die Freizügigkeit. Mehr als einmal zog der Ex-Barbesitzer aus Kentucky vor Gericht, um für sich den ersten Verfassungszusatz der freien Rede in Anspruch zu nehmen – zumeist mit Erfolg. Der Hollywood-Film „The People versus Larry Flynt“ von 1996 verklärte ihn zu einer Art Märtyrer für demokratische Grundrechte. Der Schmuddelkönig wurde, gespielt von Woody Harrelson, zum gefeierten Bürgerrechtler.

Die unverhoffte Zweitkarriere inspirierte Flynt zu dem Buch „One Nation Under Sex“, in dem er gemeinsam mit einem Historiker die geheimen Sexpraktiken der US-Präsidenten von Thomas Jefferson bis John F. Kennedy enthüllte. Nicht, wie er sagt, um deren Amoralität zu zeigen, sondern um die amerikanische Doppelmoral zu entlarven und zu einer Art Normalisierung beizutragen: auch Präsidenten haben Begierden und Leidenschaften.

Nun darf man gespannt sein, ob Flynts derzeitige Kampagne zu sachdienlichen Hinweisen führt. Der Auflage des Hustler-Magazins würde das sicher guttun. Dass ein weiterer Aufreger tatsächlich den Umgang mit Sex in der US-Öffentlichkeit entspannt, ist eher unwahrscheinlich.

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