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Hunter Biden und sein Laptop – Was steckt hinter der Geschichte?

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Von: Karolin Schäfer

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Präsidentensohn Hunter Biden. (Archivbild)
Präsidentensohn Hunter Biden. (Archivbild) © Cbs Sunday Morning/imago

Der berüchtigte Laptop von Hunter Biden, Sohn des US-Präsidenten, ist offenbar aufgetaucht. Doch was verbirgt sich dahinter?

Washington, D.C. – Der Nebel um Hunter Bidens mysteriösen Laptop scheint sich zu lichten. Die Existenz des Geräts wurde nun am Mittwoch (16.03.2022) in einem Bericht der New York Times über die laufende Untersuchung zu Bidens Steuerangelegenheiten bestätigt.

Im April 2019 soll der Sohn von US-Präsident Joe Biden den Laptop in einer Computerwerkstatt in Delaware abgegeben, aber nicht abgeholt haben. Aufgrund des Inhalts auf der Festplatte meldete der Inhaber der Werkstatt den Fall dem FBI, woraufhin das Gerät beschlagnahmt wurde. Das berichtete die New York Post im Oktober 2020.

Robert Hunter Biden
Geboren4. Februar 1970 in Wilmington, Delaware (USA)
FunktionRechtsanwalt und Wirtschaftslobbyist

Hunter Biden und sein berüchtigter Laptop: E-Mails zwischen Geschäftspartnern entdeckt

Auf der Festplatte des Laptops verbargen sich E-Mails, Textnachrichten, Fotos sowie Finanzdokumente zwischen Hunter Biden, seiner Familie und Geschäftspartnern, berichtete die Post im Oktober 2020. Daraus soll hervorgegangen sein, wie der Sohn des Präsidenten der USA von seinem politischen Einfluss bei ausländischen Geschäften profitierte.

Im Rahmen der derzeitigen Steuerermittlungen gegen Hunter Biden seien nach Angaben der New York Times die Bundesanwälte nun auf den Mail-Verkehr zwischen ihm und ehemaligen Geschäftspartnern gestoßen. Die Daten sollen von Bidens berüchtigten Laptop stammen. Personen, die mit den Ermittlungen um Biden vertraut sind, bestätigten der New York Times die Echtheit der Dokumente.

Hunter Bidens Laptop: Inhalte erst nach Präsidentschaftswahl aufgetaucht

Die Enthüllungen der Inhalte auf Hunter Bidens Laptop der New York Post 2020 wurden von Medien und Politiker:innen anfangs als Teil einer russischen Desinformationskampagne abgetan. Erst nachdem die New York Times die Existenz des Laptops bestätigt hatte, wurde das Thema wieder medial präsent.

„Es ist traurig. Wir reden alle über Desinformation in Russland und anderen totalitären Ländern und erfahren, dass wir sie auch hier bei uns haben“, sagte die republikanische Abgeordnete Nicole Malliotakis gegenüber der Post. Nach Angaben der Post soll die Vertuschung der Inhalte auf Hunter Bidens Laptop dazu beitragen haben, die Präsidentschaftswahl auf seinen Vater Joe Biden zu lenken. Erst nach der Wahl, die Joe Biden gewann, soll öffentlich darüber berichtet worden sein.

Hunter Bidens Laptop: Republikaner:innen fordern weitere Untersuchungen

Deshalb fordern zahlreiche Republikaner:innen weitere Untersuchungen gegen Hunter Biden. Rechtsexperten gehen davon aus, dass neue Untersuchungen auch seinen Vater belasten könnten. „Es gibt sehr erdrückende Beweise dafür, dass Hunter Biden den Zugang seines Vaters verkauft hat, als sein Vater Vizepräsident der Vereinigten Staaten war, und das ist auf seinem Laptop zu finden, und es gibt sogar Beweise dafür, dass der damalige Vizepräsident Joe Biden daran beteiligt gewesen sein könnte“, sagte Mike Davis, ehemaliger Chefberater des Justizausschusses des US-Senats, gegenüber der New York Post.

Ein Teil des auf der Festplatte gefundenen Schriftverkehrs soll zwischen Hunter Biden und Devon Archer stattgefunden haben, hieß es im Bericht der Times. Archer und Hunter haben zeitweise gemeinsam dem Vorstand des ukrainischen Energieunternehmens Burisma angehört. Wie die New York Post berichtete, soll Archer selbst ins Visier der Strafverfolgung gerückt und im vergangenen Monat in einem Betrugsfall verurteilt worden sein. Bei den Ermittlungen gegen Biden soll er nach Angaben der Post „vollständig mit dem FBI kooperiert“ haben. Gegen Hunter Biden laufen derzeit umfangreiche Untersuchungen zu seinen Steuerangelegenheiten und ausländischen Geschäftsbeziehungen.

Journalist erhebt schwere Vorwürfe gegen Hunter Biden

Dazu erhob der investigative Journalist Scott Stedman schwere Vorwürfe gegen Hunter Biden. „Ich werde das später noch genauer untersuchen, aber ich denke, die Gesamtheit der Beweise deutet darauf hin, dass Hunter Bidens Job im Burisma-Ausschuss eine Falle war“, schrieb Stedman am Samstag (19.03.2022) via Twitter. Es sei wahr, dass es zu Beginn des Jahres 2019 „Treffen mit Rudy gab, bei denen besprochen wurde, dass die Russen Hunter Bidens E-Mails haben, Monate bevor das gleiche Material auf dem Laptop von Hunter Biden in der Reparaturwerkstatt in Delaware landete“, hieß es weiter.

Rudy Giuliani war ehemaliger Anwalt von Donald Trump und neben seinem Mitarbeiter Lew Parnas sowie weiteren Personen in den Trump-Ukraine-Skandal verwickelt. „Man braucht keinen Doktortitel, um festzustellen, was hier vor sich ging. Parnas wurde später verhaftet und dann tauchten die E-Mails auf magische Weise in der Werkstatt eines blinden Computertechnikers auf“, erklärte Stedman weiter in seinem Tweet. Lew Parnas, der in mehreren Fällen im Zusammenhang mit illegalen Spenden für Trumps Wahlkampfkampagne für schuldig befunden wurde, bestätigte die Informationen auf Twitter.

Um den Sohn des US-Präsidenten ranken sich viele Kontroversen. Hunter Biden war Alkoholiker und drogenabhängig. In seinen Memoiren schrieb er über seinen Abstieg und den Weg zurück. (kas)

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