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"Fuck off, Rassismus" - "Nein zum Tarifeinheitsgesetz": Teilnehmer der zentralen 1. Mai-Demonstration des DGB in Berlin.
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"Fuck off, Rassismus" - "Nein zum Tarifeinheitsgesetz": Teilnehmer der zentralen 1. Mai-Demonstration des DGB in Berlin.

1. Mai Demo Deutschland

Hunderttausende bei Mai-Kundgebungen

Mehr als 400.000 Menschen sind nach Angaben des DGB in ganz Deutschland für eine gerechtere Arbeitswelt auf die Straße gegangen. Aktuelle Konfliktthemen wie der Mindestlohn stehen bei den mehr als 470 Veranstaltungen zum "Tag der Arbeit" im Mittelpunkt.

Die Gewerkschaften haben am Tag der Arbeit gegen Abstriche beim Mindestlohn mobil gemacht. "Wir werden eine Aushöhlung des Mindestlohns nicht hinnehmen", sagte Reiner Hoffmann, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) am Freitag auf der zentralen Kundgebung in Berlin. Nach DGB-Angaben beteiligten sich bundesweit 402.000 Menschen an über 470 Veranstaltungen. In Weimar störten Rechtsextreme die dortige Maikundgebung, an der unter anderem der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider teilnahm.

Bestrebungen von Union und Unternehmern, das Mindestlohngesetz zu korrigieren, seien "völlig abstrus", sagte Hoffmann. Die Arbeitszeiterfassung, die Union und Arbeitgeber kritisierten, sei schon vor 90 Jahren gesetzlich geregelt worden. Wer sich jetzt dagegen wende, wolle zurück ins 19. Jahrhundert.

Kita-Beschäftige und Missbrauch von Leiharbeit

Auch andere Gewerkschafter wandten sich gegen Forderungen, die Dokumentationspflicht bei den Arbeitszeiten zu lockern. IG-Metall-Chef Detlef Wetzel sagte bei der Kundgebung seiner Organisation in München: "Wer das Gesetz ändern will, der will betrügen." Die bekannt gewordenen Betrugsmethoden zeigten, dass nicht weniger, sondern mehr Kontrolle erforderlich sei.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, mahnte auf der DGB-Kundgebung seiner Organisation in Essen die Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe an. "Für gute Bildung braucht es gute Bildungseinrichtungen", sagte Bsirske. Für die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten seien die Anforderungen stetig gestiegen. "95 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, die nach vier bis fünf Jahren Ausbildung eine pädagogische Facharbeit leisten - und nun auch wie Facharbeiterinnen bezahlt werden wollen."

Doch weil die Arbeitgeber einen Handlungsbedarf zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe grundsätzlich ablehnten, laufe derzeit die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik in Kitas, Horten und anderen Einrichtungen. "Das wird eine harte Auseinandersetzung, die viele Eltern hart treffen wird", räumte Bsirske ein.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach rief Bundesregierung auf, gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen vorzugehen. "Leiharbeit wird eingesetzt, um Löhne zu drücken", sagte Buntenbach auf der DGB-Kundgebung in Braunschweig. Werkverträge würden missbraucht, um die Leute auszunehmen - etwa am Bau, in der Fleischindustrie, in Krankenhäusern oder an Flughäfen. Auch IG-Metall-Chef Wetzel sagte in München: " Jetzt ist es höchste Zeit, endlich den Missbrauch von Werkverträgen zu verhindern."

Die DGB-Veranstaltungen standen unter dem Motto "Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!". Der Tag der Arbeit wurde in diesem Jahr in Deutschland zum 125. Mal begangen. (afp)

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