Bundesinnenminister Horst Seehofer ist mal wieder unzufrieden.
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Bundesinnenminister Horst Seehofer ist mal wieder unzufrieden.

„taz“

Wegen Entscheidung über Polizei-Satire - Horst Seehofer klagt über den Presserat

  • Moritz Serif
    vonMoritz Serif
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Horst Seehofer kritisiert, dass der Presserat auf Sanktionen wegen der polizeikritischen Satire verzichtet. Der Presserat hingegen sieht das anders.

  • Bundesinnenminister Horst Seehofer ist unzufrieden.
  • Grund ist die Entscheidung des Presserates.
  • Dieser hatte ausgeführt, dass die Polizei es sich gefallen lassen müsse, von der Presse kritisiert zu werden.

Berlin - Bundesinnenminister Horst Seehofer kann den Verzicht des Presserats auf Sanktionen wegen einer polizeikritischen Satire in der Tageszeitung „taz“ nicht nachvollziehen. „Polizistinnen und Polizisten werden in der Kolumne „all cops are berufsunfähig“ öffentlich als Müll bezeichnet“, erklärte der CSU-Politiker in Berlin. „Der Deutsche Presserat hält dies für eine Geschmacksfrage. Für mich ist diese Bewertung eine unerträgliche Verharmlosung.“

Der Beschwerdeausschuss des Presserats hatte am Vortag ausgeführt, die Polizei als Teil der Exekutive müsse es sich gefallen lassen, von der Presse scharf kritisiert zu werden. Der Presserat ist die freiwillige Selbstkontrolle der Presse, also von Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien. Gegen den Text hatte es Hunderte Beschwerden gegeben. Seehofer hatte öffentlich eine Anzeige wegen des Textes erwogen, dann aber verzichtet. Ein Treffen des Ministers mit der „taz“-Chefredaktion ist übrigens nicht mehr geplant. Seehofer hat es abgesagt.

taz-Satire: Polizei gehört auf die Mülldeponie

In der Satire „All cops are berufsunfähig“ stellte die Autorin ein Gedankenspiel an, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde, der Kapitalismus aber nicht. Zum Schluss hieß es in dem Text: „Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie. Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind.

Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“ „Wenn eine ganze Berufsgruppe, die tagtäglich den Kopf für uns hinhält, in dieser brachialen Weise bewusst herabgesetzt und verunglimpft wird, geht es nicht mehr um Geschmack, sondern um unser gemeinsames Wertesystem“, sagte Seehofer laut Mitteilung.

Horst Seehofer: „Wertesystem aus den Fugen geraten“

„Wenn man sagen darf, dass Menschen auf den Müll gehören, ist dieses Wertesystem ganz offenkundig aus den Fugen geraten.“ Solche Haltungen seien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht förderlich, sondern wirkten spaltend. „Die Polizei muss scharfe Kritik aushalten, aber Kritik darf niemandem die Menschenwürde absprechen“, so Seehofer. „Als Bundesinnenminister, als Mensch und als Christ werde ich eine solche Sprache niemals akzeptieren, sondern immer meine Stimme dagegen erheben.“ (mse mit dpa)

Im Juni schlug die Satire über die Polizei hohe Wellen. Unser Kommentator meinte damals, dass Horst Seehofer einen dreisten Angriff auf die Pressefreiheit verübt habe.

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