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Bei den Anti-Regierungsprotesten in Hongkong ist erneut ein Demonstrant von einem Polizisten angeschossen worden.

Proteste

Hongkong kommt nicht zur Ruhe

In Hongkong kehren auch am Dienstag Demonstranten zurück auf die Straße. Die USA beobachten die Situation mit großer Besorgnis.

Angesichts der eskalierenden Gewalt bei Protesten in Hongkong hat Washington die Regierung, die Demonstranten und die übrigen Bürger eindringlich zum Dialog aufgerufen. "Die Vereinigten Staaten beobachten die Situation in Hongkong mit großer Besorgnis", erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus, am Montagabend (Ortszeit). "Wir verurteilen Gewalt auf allen Seiten, sprechen den Opfern von Gewalt ungeachtet ihrer politischen Neigung unser Mitgefühl aus und rufen alle Parteien - die Polizei und Demonstranten - auf, sich in Zurückhaltung zu üben."

Nach schweren Ausschreitungen am Montag, bei denen ein Demonstrant von einem Polizisten in den Bauch geschossen und ein Regierungsanhänger in Brand gesetzt wurde, entflammten am Dienstagmorgen erneut Proteste. Demonstranten blockierten Straßen und legten Teile des öffentlichen Nahverkehrs lahm.

Carrie Lam weist Forderungen erneut zurück

Regierungschefin Carrie Lam nannte die Aktionen der Protestierenden "extrem egotistisch". Sie wies Forderungen zurück, die Schulen am Dienstag wegen der neuen Proteste geschlossen zu halten. Die Regierung würde in die Falle der Demonstranten tappen, wenn sie tägliche Aktivitäten einstellt.

Die seit mehr als fünf Monaten andauernden Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion richten sich gegen die Regierung: Die Hongkonger kritisieren unter anderem den wachsenden Einfluss Chinas auf die ehemalige Kronkolonie. Seit der Rückgabe an China 1997 wird Hongkong nach dem dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert.

Proteste in Hongkong: Polizist von Pfeil getroffen

Die Regierung müsse Anstrengungen unternehmen, die Sorgen auszuräumen, die den Protesten zugrunde liegen, erklärte Ortagus. Sie rief zudem die Führung in Peking auf, sich an Verpflichtungen zu halten: Dass Hongkong ein hohes Maß an Autonomie gewährt werde und die Menschen Meinungsfreiheit und die Freiheit der friedlichen Versammlung genießen könnten.

Die jüngste Protestwelle in Hongkong hatte sich nach dem Tod eines Demonstranten in der vergangenen Woche entladen. Der 22-Jährige Student war am Rande von Protesten von einem Parkhaus gestürzt. Auch am Wochenende war es erneut zu Ausschreitungen gekommen.

Die Hongkonger demonstrieren bereits seit dem 9. Juni gegen die eigene Regierung. Sie kritisieren einen wachsenden Einfluss der Pekinger Führung auf die ehemalige britische Kronkolonie. Immer wieder kommt es dabei zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. (dpa)

Lesen Sie zur Situation in Hongkong auch unseren Kommentar: Beendet die Gewalt in Hongkong

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