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Kommentar zum Homeoffice

Corona-Verordnung: Das Homeoffice wird Pflicht oder eben nicht – Ein Kommentar

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
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Ab ins Homeoffice? Nun ja, da gibt es jetzt eine Corona-Verordnung. Aber wieder einmal lassen die Regierungen in Bund und Ländern den Unternehmen ein paar Schlupflöcher offen. Ein Kommentar.

  • Der Homeoffice-Beschluss ist eine blamable Fortsetzung dessen, was wir bis zu Überdruss kennen.
  • Wenn es um Vorschriften und Einschränkungen für „die Wirtschaft“ geht, tun sich plötzlich Schlupflöcher auf.
  • Ein Kommentar von Stephan Hebel zu den neuen Homeoffice-Regeln in der Corona-Krise.

Das wäre doch mal eine Ansage der Regierung an die Bürgerinnen und Bürger: „Wo es möglich ist“ und „sofern die Tätigkeiten es zulassen“, sollen wir doch bitte unsere Kontakte zu anderen Menschen begrenzen.

Nein, solche freundlichen Zugeständnisse an unsere „Möglichkeiten“ gibt es in den Lockdown-Verordnungen nicht. Mit einer Ausnahme: Homeoffice. „Wo es möglich ist“ und „sofern die Tätigkeiten es zulassen“, sollen Unternehmen jetzt möglichst viele Beschäftigte nach Hause schicken, heißt es in Punkt acht der Beschlüsse vom 19.01.2021. Das ist ein Fortschritt, aber es ist auch eine blamable Fortsetzung dessen, was wir von dieser Bundesregierung (und zum Teil auch von den hier ebenfalls beteiligten Bundesländern) bis zum Überdruss kennen: Wenn es um Vorschriften und Einschränkungen für „die Wirtschaft“ geht, tun sich plötzlich Schlupflöcher auf.

Die Politik fordert in der Pandemie mehr Personen zu Heimarbeit auf.

Homeoffice: Der Druck aus der Wirtschaft ist zu groß

Ja, es stimmt natürlich: „Die Wirtschaft“, das sind nicht nur Unternehmen, sondern es sind auch wir alle, als Mitarbeitende, als Konsument:innen, als Teil eines Kreislaufs, von dem alle abhängig sind. Da wird niemand leichtfertig Bremsspuren hinterlassen.

Aber wenn Vorsicht in diesem Sinne das Motiv von Bund und Ländern ist: Warum ziehen sie nicht mal die Frage ins Kalkül, ob die gleiche Entschiedenheit gegenüber Unternehmen wie bei Bürgerinnen und Bürgern nicht auch ökonomisch die bessere Variante wäre? Warum denken sie nicht mal darüber nach, die Herstellung nicht lebensnotwendiger Güter für einen begrenzten Zeitraum ganz zu unterbinden, damit das Infektionsrisiko umso schneller sinkt und echte Erholung – auch wirtschaftlich – überhaupt gelingen kann?

Die Antwort kann nur lauten: Weil der Druck aus „der Wirtschaft“ – sprich: den Unternehmen und ihren Verbänden – zu groß ist. So viel zu der Frage, auf wen die Politik in diesem Land hört.

Homeoffice-Beschluss ist typisch für die hektische Hüpferei von Lockdown zu Lockdown

Und auf wen nicht. Seit gut einer Woche gibt es in Deutschland die Initiative #Zero Covid“. „Maßnahmen können nicht erfolgreich sein, wenn sie nur auf die Freizeit konzentriert sind, aber die Arbeitszeit ausnehmen“, heißt es in ihrem Aufruf, den renommierte Personen aus Wissenschaft und Publizistik unterschrieben haben. „Wir müssen die gesellschaftlich nicht dringend erforderlichen Bereiche der Wirtschaft für eine kurze Zeit stilllegen“, wird da gefordert – und zwar in einer gemeinsamen Anstrengung von Unternehmen und Beschäftigten.

Haben die Regierenden in Bund und Ländern sich überhaupt gefragt, ob das eine erfolgreichere Variante sein könnte als die hektische Hüpferei von Lockdown zu Lockdown? Selbst wenn: Der vorauseilende Gehorsam gegenüber „der Wirtschaft“ ist in diesem Land zu groß, um ernsthaft über so etwas nachzudenken. Heraus kommen die halben Sachen, die uns alle vielleicht noch länger an diese Pandemie fesseln werden. (Stephan Hebel)

Rubriklistenbild: © Eibner-Pressefoto/Thomas Dinges via www.imago-images.de

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