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Das KZ-Außenkommando Mühldorf war eines von 169 Außenkommandos des Konzentrationslagers Dachau.

Holocaust-Gedenken

Wie erinnern ohne Zeitzeugen?

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Museen und Vereine suchen nach einem angemessenen Umgang mit dem Holocaust-Gedenken ohne Zeitzeugen.

Viele Zeitzeugen sind 74 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft bereits verstorben. Längst stellen sich viele Initiativen die Frage, wie man die Erinnerung ohne sie für künftige Generationen lebendig halten kann. Das Berliner Projekt „Zeugen der Zeitzeugen“ und der Düsseldorfer Verein „Heimatsucher“ etwa besuchen die letzten Überlebenden, dokumentieren alles, auch multimedial – und tragen die Geschichten weiter. „Jeder, der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.“ Nach diesem Grundsatz, der von dem Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel stammt, arbeiten die „Heimatsucher“.

29 Holocaust-Überlebende haben sie mithilfe zweier Festangestellter und vieler Ehrenamtlicher bislang porträtiert, sechs Porträts sind derzeit in Arbeit. Es sei ein Kampf gegen die Zeit, sagt die Vereinsvorsitzende Katharina Müller-Spirawski, allein im vergangenen Jahr seien vier Personen verstorben. „Aber die Zeitzeugen wünschen sich, dass ihre Geschichten weiterleben“, sagt sie. Ihre persönlichen Besuche in Schulklassen könne künftig niemand ersetzen, „aber wir werden versuchen, ihre Lebensgeschichten so nah und authentisch wie möglich nachzuerzählen“.

Im vergangenen Jahr hat der Verein 2500 Schüler bundesweit erreicht, von der vierten Klasse bis zur Oberstufe. Das Interesse steige, so Müller-Spirawski – auch, weil Lehrer immer öfter mit rechten Ansichten von Schülern konfrontiert würden. „Die bitten uns häufiger um Hilfe. Im Idealfall bringt das Ganze die Kinder zum Nachdenken: Wie kann ich eigentlich selbst etwas zur Erinnerungskultur beitragen?“ Manchmal entstünden Schülerzeitungen, Ausstellungen oder Klassenfahrten zu KZ-Gedenkstätten.

Auch außerhalb Deutschlands suchen Museen und Vereine nach einem angemessenen Umgang mit dem Holocaust-Gedenken ohne Zeitzeugen. Die amerikanische Shoah Foundation der Universität Los Angeles etwa erarbeitet schon seit Jahren Hologramme von Holocaust-Überlebenden. Dafür werden Zeitzeugen bei der Beantwortung Hunderter Fragen zu ihrem Schicksal von bis zu 50 Kameras gefilmt; die Aufnahmen werden dann zu einem zwei- oder dreidimensionalen Hologramm der Person zusammengestellt, das in einen Raum projiziert werden kann.

In Deutschland werden die Hologramme kontrovers diskutiert. Die Angst davor, in wenigen Jahren ohne Zeitzeugen in der Erinnerungskultur auskommen zu müssen, dürfe nicht zu Inszenierungen führen, die eine authentische Begegnung nur vorgaukeln, meint die Kuratorin der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen, Diana Gring. Der Respekt vor dem Leid der Überlebenden gebiete es, mit ihren Erzählungen sensibel umzugehen.

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