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#metoo-Skandal um Lebensgefährten von Linda de Mol: Demonstrationen in den Niederlanden

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Von: Delia Friess

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In den Niederlanden demonstrierten am Wochenende Hunderte Menschen gegen sexuelle Gewalt. Hintergrund ist ein #metoo-Skandal um die TV-Moderatorin Linda de Mol.

Amsterdam – Die Enthüllungen um die Missbrauchsvorwürfe gegen den Lebensgefährten der TV-Moderatorin Linda de Mol brachten am vergangenen Wochenende in den Niederlanden Hunderte Menschen auf die Straße, um gegen sexuelle Gewalt und für bessere Bedingungen am Arbeitsplatz zu demonstrieren.

Jeroen Rietbergen, dem Lebensgefährten des RTL-Stars Linda de Mol, wird vorgeworfen, im Zuge seiner Tätigkeit in der niederländischen Casting-Show „The Voice“ sexuell übergriffig geworden zu sein. Mehr als 19 Frauen sollen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erhoben haben. Der 50-jährige Musikleiter von „The Voice“ hatte im Anschluss lediglich gesagt, er habe sexuelle Kontakte zu Frauen aus der Show gehabt.

Linda de Mol, holländische TV-Moderatorin, und ihr Partner Jeroen Rietbergen, Musiker. Nach Vorwürfen von sexuellen Übergriffen gegen ihren Partner hat Linda de Mol ihre Beziehung beendet.
Linda de Mol, holländische TV-Moderatorin, und ihr Partner Jeroen Rietbergen, Musiker. Nach Vorwürfen von sexuellen Übergriffen gegen ihren Partner hat Linda de Mol ihre Beziehung beendet. © Remko De Waal/dpa

Auch gegen weitere Jury-Mitglieder von „The Voice“ wurden Vorwürfe laut, darunter auch mutmaßliche Vergewaltigungen. Dabei sollen auch Minderjährige unter den Opfern sein. Die Casting-Show wurde inzwischen abgesetzt.

„The Voice of Holland“: #metoo-Vorwürfe gegen den Lebensgefährten von Linda de Mol

Linda de Mol hat sich nun nach vierzehn Jahren Beziehung von Rietbergen getrennt. In einem Statement auf ihren Social-Media-Kanälen gab die 57-Jährige bekannt, dass Rietbergen ausgezogen sei. Allerdings wird in den Niederlanden die Frage diskutiert, wie lange und wie viel Linda de Mol von den Vorwürfen wusste.

Linda de Mols Bruder, der Fernsehproduzent John de Mol, war bereits seit Jahren über zumindest einen Vorfall informiert. Dies räumte John de Mol selbst in einem Fernsehbeitrag ein. Allerdings bestreitet er seine Verantwortung für Riedbergs Taten: Die Opfer seien still geblieben. Wenn niemand was sagt, könne man nichts tun. Frauen hätten da „offensichtlich eine Art Schamgefühl“, so de Mol. Dafür hagelte es im Anschluss starke Kritik.

Die #metoo-Bewegung hatte vor Jahren ihren Anfang in den USA genommen, nachdem Vorwürfe des Missbrauchs gegen den inzwischen als Sexualstraftäter verurteilten Produzenten Harvey Weinstein öffentlich geworden waren. (df)

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