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Die steigende Zahl von Ausfalltagen führt auch zu immer höheren Kosten.
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Die steigende Zahl von Ausfalltagen führt auch zu immer höheren Kosten.

Hoher Druck zehrt an der Gesundheit

Krankschreibungen aus psychischen Gründen steigen. Frauen sind am stärksten betroffen.

Die Anzahl der Krankentage aufgrund von psychischen Problemen hat sich binnen 20 Jahren vervierfacht. Während 1998 27,3 Millionen Ausfalltage in die Diagnosegruppe fielen, waren es 2009 bereits 52,4 Millionen. 2018 stieg diese Zahl auf 111,8 Millionen. Von dieser Entwicklung sind besonders ältere Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen betroffen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Laut der Techniker Krankenkasse (TK) und der Krankenkasse DAK stiegen die Zahlen 2019 und im ersten Pandemiejahr 2020 weiter. So war jeder TK-Erwerbstätige im vorigen Jahr wegen Depressionen, Angststörungen 2,98 Tage krankgeschrieben. 2019 waren es 2,89 Tage.

Laut Bundesregierung waren 2018 weibliche Beschäftigte über 45 Jahre mit fünf Krankentagen besonders betroffen. Besonders hoch war der Krankenstand mit durchschnittlich 4,4 Ausfalltagen im Gesundheits- und Sozialwesen. Im Jahr 2018 lag die Arbeitsunfähigkeit bei Frauen über 45 in dieser Branche sogar bei 6,2 Tagen. Neuere Daten lagen der Regierung nach eigenen Angaben nicht vor.

Die steigende Zahl von Ausfalltagen führt auch zu immer höheren Kosten. Während die Verluste durch Krankentage im Jahr 1998 noch bei 2,4 Milliarden Euro lagen, wurden sie 2018 mit 13,3 Milliarden Euro beziffert. 2019 basierten zudem 41,7 Prozent aller neuen Erwerbsminderungsrenten auf der Diagnose „psychische Störungen“.

Betriebe sollen aktiv werden

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten im Oktober 2020 die „Offensive Psychische Gesundheit“ gestartet, um für das Thema stärker zu sensibilisieren und einen offeneren Umgang mit psychischer Belastung zu fördern. Dabei hatte die Regierung auch die Bedeutung einer Gefährdungsbeurteilung in Betrieben im Kampf gegen psychische Belastungen betont. Aus der Antwort geht allerdings hervor, dass lediglich fünf Prozent der 2019 stichprobenartig untersuchten Betriebe die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung tatsächlich auch vollständig vorgenommen haben. Bei 48 Prozent der 6500 überprüften Betriebe wurde dieses Mittel des Arbeitsschutzgesetzes gar nicht genutzt.

Die Linkspartei forderte erneut eine „Anti-Stress-Verordnung“. Die Arbeitsmarkt-Expertin Jutta Krellman sagte dem RND: „Es ist höchste Zeit für einen besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz in allen Bereichen der Wirtschaft.“ Die bestehenden Instrumente reichten nicht aus. „Wir brauchen eine Anti-Stress-Verordnung, die Arbeitgebern klar vorschreibt, wie Beschäftigte vor Stress, Ermüdung und Monotonie zu schützen sind“, betonte sie.

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