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Roland Jahn ist Bundesbeauftragter für die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit.
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Roland Jahn ist Bundesbeauftragter für die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit.

Stasi-Gedenkstätte

Hohenschönhausen verliert auch Roland Jahn

  • Markus Decker
    VonMarkus Decker
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Nachdem der Berliner AfD-Chef Georg Pazderski in den Förderverein aufgenommen wurde, ebbt die Austrittswelle nicht ab: Nun ist auch der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen gegangen.

Der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Roland Jahn, ist aus dem Förderverein der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ausgetreten. Das teilte seine Sprecherin auf Anfrage mit. „Auch für ihn ist nach der Mitgliederversammlung der antitotalitäre Konsens beim Verein nicht mehr gegeben“, sagte sie. Direkt nach der Versammlung am Montag hatten bereits die früheren grünen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland und Lukas Beckmann ihren Austritt erklärt. Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Stephan Hilsberg und der Journalist Gerald Praschl kehren dem Verein ebenfalls den Rücken. Damit stehen 20 Austritten neun Eintritte gegenüber – bei bisher 220 Mitgliedern.

2017 hatte es Kritik gegeben, weil der Berliner AfD-Chef Georg Pazderski in den Verein aufgenommen wurde. Im Frühsommer folgte ein weiterer Konflikt, weil der damalige Vereinsvorsitzende Jörg Kürschner in der rechtslastigen Jungen Freiheit AfD-nahe Artikel schreibt. Hubertus Knabe, damals noch Direktor der Gedenkstätte, setzte die Zusammenarbeit mit dem Verein daraufhin aus.

Zwar verzichtete Kürschner nun auf eine weitere Kandidatur für den Vorsitz. Wieland und Beckmann beklagten aber in ihrer Austrittserklärung, dass alle fünf neu gewählten Vorstände mit dessen ausdrücklicher Unterstützung gewählt worden seien. Verweise auf jüngste Äußerungen von AfD-Politikern wie Björn Höcke zum Holocaust-Mahnmal in Berlin und von AfD-Chef Alexander Gauland über die Zeit des Nationalsozialismus als „Vogelschiss der Geschichte“ seien in der Mitgliederversammlung von mehreren Rednern „als dumm oder bedeutungslos abgetan“ worden. So verlasse der Verein den antitotalitären Konsens, weder die NS-Verbrechen durch den Hinweis auf den Stalinismus zu relativieren noch den Stalinismus mit Hinweis auf NS-Taten zu bagatellisieren.

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