1. Startseite
  2. Politik

So lief das TV-Duell zwischen Weil und Althusmann vor der Niedersachsen-Wahl

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Pitt von Bebenburg

Kommentare

Stephan Weil (SPD) will Ministerpräsident in Niedersachsen bleiben, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU, links) will es werden.
Stephan Weil (SPD) will Ministerpräsident in Niedersachsen bleiben, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU, links) will es werden. © Ole Spata/dpa

TV-Duell vor der Niedersachsen-Wahl: Noch regieren Stephan Weil (SPD) und Bernd Althusmann (CDU) zusammen, aber im Wahlkampf müssen sie sich unterscheiden.

Hannover – Es herrschen besondere Zeiten vor der Landtagswahl in Niedersachsen am 9. Oktober. Die klassischen landespolitischen Themen von der Bildung bis zur Sicherheit treten in den Hintergrund. Stattdessen erwarten die Menschen schnelle Lösungen für ihre Sorge vor massiv steigenden Energiepreisen. Das prägt auch das TV-Duell von Stephan Weil und Bernd Althusmann am Dienstagabend im NDR.

Sozialdemokrat Weil und Christdemokrat Althusman könnten den Menschen in der Energiekrise helfen, denn sie regieren in Hannover seit knapp fünf Jahren zusammen. Doch gleichzeitig stehen der Ministerpräsident und sein Stellvertreter Althusmann mitten im Wahlkampf und müssen sich voneinander abgrenzen.

„Einigen Sie sich noch vor der Wahl?“, drängt NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz, der das TV-Duell mit Christina von Saß moderiert. „Meine Erwartung ist schon, dass eine Bundesregierung …“, hebt Althusmann an. Cichowicz holt ihn in die Landespolitik zurück, und der behauptet schließlich: „Ob wir beide uns noch verständigen bis zum 9. Oktober, das weiß ich noch nicht.“

Niedersachsen-Wahl: Der Streit über die Milliarde

Dabei machen Weil und er deutlich: Eine Verständigung wird es vor der Wahl nicht mehr geben. Der Ministerpräsident hatte vor wenigen Tagen den Vorschlag für ein Hilfsprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro aus dem Hut gezaubert, ohne dies mit dem Koalitionspartner CDU abzustimmen. Die CDU lehnte es erwartungsgemäß ab. „Ich halte das für durchsichtig: Wählt mich und Ihr bekommt eine Milliarde“, findet Althusmann.

Geld ist also so schnell nicht zu erwarten. Stattdessen bemühen sich die Kandidaten nach Kräften um Vertrauen. Sie versichern den Fragenden aus dem Publikum, wie gut sie deren Sorgen nachvollziehen können. Althusmann klagt, 200 Bäckereien seien vom Aus bedroht, und Weil versichert: „Deutschland ohne Bäcker kann ich mir nicht vorstellen.“

Antworten von Weil und Althusmann im TV-Duell ähneln sich

Die Antworten der Spitzenkandidaten ähneln sich. Beide wollen Energiepreise begrenzen, wenn auch mit unterschiedlichen Modellen. Beide erwarten Hilfsprogramme des Bundes, wollen sie aber um ein Landesprogramm ergänzen.

Fast erleichtert wirken sie, als sie Unterschiede auf anderen Feldern hervorkehren können. Althusmann hält es für „zwingend notwendig“, dass das Atomkraftwerk Lingen übers Jahresende hinaus am Netz bleibt, Weil will es wie geplant abschalten. Weil will eine Wohnungsbaugesellschaft des Landes gründen, Althusmann nicht. Weil plädiert für ein Tempolimit auf Autobahnen, Althusmann nicht. Doch diese Themen kommen erst dran, als die Energiepreisdebatte beendet ist. (Pitt von Bebenburg)

Auch interessant

Kommentare