Thüringen

Höcke kandidiert als Ministerpräsident

Weiterhin keine Mehrheit für Ramelow in Thüringen.

Die Thüringer AfD schickt ihren Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke in die Ministerpräsidentenwahl am 4. März in Erfurt. Das teilte die AfD-Landtagsfraktion am Montag mit. Höcke tritt damit gegen den Linken-Politiker Bodo Ramelow an, dessen rot-rot-grünes Wunschbündnis im Thüringer Landtag keine Mehrheit hat. Ramelow fehlen vier Stimmen für eine absolute Mehrheit, die er sich bereits im ersten Wahlgang mit Hilfe der CDU oder der FDP besorgen will. Öffentlich haben die Fraktionen sowohl der Liberalen als auch der Christdemokraten erklärt, dass sie Ramelow nicht aktiv ins Amt wählen wollen.

Dass die AfD-Fraktion jetzt Höcke antreten lasse, sei „folgerichtig und logisch“, sagte Parteichef Jörg Meuthen. Der Bundesvorstand der AfD sei in diese Entscheidung nicht eingebunden gewesen. Höcke gilt als Wortführer des rechtsnationalen „Flügels“ der AfD, der vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall im Bereich Rechtsextremismus eingestuft wird.

Die Landtagsverwaltung bestätigte, dass sowohl Ramelow als auch Höcke als Kandidaten vorgeschlagen sind. Weitere Bewerber für den ersten Wahlgang lagen demnach bis Fristende nicht vor.

Unterdessen wählte die CDU am Montag den Hochschulprofessor Mario Voigt als Nachfolger von Mike Mohring zum neuen Chef der Thüringer Landtagsfraktion. Der stellvertretende Landesparteichef erreichte bei einer außerplanmäßigen Wahl des Vorstands die nötige Mehrheit, wie die CDU-Fraktion bekannt gab. Nach Angaben eines Fraktionssprechers gab es keinen Gegenkandidaten. 

dpa

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