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„Dann zeigen mir alle den Vogel“: Meteorologe ärgert sich über Lauterbachs Todes-Warnung

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Von: Moritz Serif

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte vor Toten infolge der Hitzewelle.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte vor Toten infolge der Hitzewelle. © Michael Kappeler/dpa/picture alliance

Kürzlich warnte Gesundheitsminister Lauterbach vor einer Hitzewelle. Viele Menschen könnten sterben. Der Deutsche Wetterdienst und ein Meteorologe wundern sich. 

Berlin - Karl Lauterbach, Gesundheitsminister, SPD, warnte vor kurzem vor einer kommenden Hitzewelle und vielen Todesfällen. „Wir müssen jetzt schon damit beginnen, ältere und kranke Menschen vor der Mega Hitzewelle zu schützen. Vorräte an Flüssigkeit, Ventilatoren, über die Bedeutung von Flüssigkeitszufuhr reden. Erreichbar sein. Diese Hitzewelle könnte viele Todesopfer bringen“, twitterte der Politiker.

Zu diesem Zeitpunkt gingen Meldungen über mögliche Rekordtemperaturen von 46 Grad herum. Mittlerweile sieht es etwas besser aus. Im Süden Deutschlands könnte es bis zu 38 Grad warm werden. Allerdings werden die heißen Tage voraussichtlich bis zu einer Woche lang andauern.

Lauterbach verbreitet Todes-Warnung über Hitzewelle - Meteorologe ärgert sich

Meteorologe Jan Schenk ärgert sich über den Gesundheitsminister. „Nur ein Modell zeigte das an - ein Ausreißer – und genau das ist verbreitet worden. Dem ist auch der Gesundheitsminister aufgesessen“, sagt Schenk dem Focus. Außerdem sei es nicht seriös, neun Tage vor der Hitzewelle eine solche Warnung herauszugeben. „Wenn ich neun Tage vorher das Wetter vorhersage, dann zeigen mir alle den Vogel“, ergänzt der Meteorologe.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) zeigte sich erstaunt über Lauterbachs Todes-Warnungen.„Wir haben uns schon gewundert, warum so häufig die 40-Grad-Marke genannt worden ist“, antwortete DWD-Sprecher Uwe Kirsche auf eine Anfrage der Berliner Zeitung.

Opposition forderte von Lauterbach Aktionsplan gegen Hitzewelle

Wegen der kommenden Hitzewelle hatten die CSU und die Linke von Lauterbach einen Aktionsplan gefordert. Bund und Länder müssten nun Fakten schaffen, „per Gesetz und mit Finanzierungsmodellen“, sagte Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, dem Tagesspiegel.

Altenheime und weitere Pflegeeinrichtungen bräuchten „klimatisierte Kühlräume“, auch bekannt als „cooling shelters“, forderte Vogler. Und nicht nur ältere und kranke Menschen seien gefährdet - sondern auch solche, die sich in sozial misslichen Lagen befänden.

„Arme Menschen leiden mehr“

„Arme Menschen in billigen, schlecht isolierten Wohnungen und Unterkünften, gerade in Ballungszentren, leiden mehr als die, die in klimatisierten Wohnungen oder Eigenheimen mit Garten wohnen“, sagte die Linken-Sprecherin. Die CSU kritisierte, dass Lauterbach die Pflicht habe, die Bevölkerung auf eine Hitzewelle vorzubereiten. (mse)

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