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Israelische Soldaten evakuieren verwundete Kameraden nach dem Hisbollah-Angriff.

Hisbollah

Hisbollah-Attacke im Grenzgebiet

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Bei einem Angriff der Hisbollah auf eine israelische Militärpatrouille an der Grenze zum Libanon sind am Mittwoch zwei Soldaten getötet und sieben weitere verletzt worden. Libanesische Berichte, wonach die pro-iranischen „Gotteskrieger“ Gefangene gemacht hätten, wies Israel als Falschmeldung zurück.

Die Hisbollah bekannte sich dazu, Panzergranaten aus dem umstrittenen Gebiet der Scheba-Farmen abgefeuert zu haben. Sie habe Vergeltung für die „gefallenen Märtyrer der Kuneitra-Brigade“ geübt, die vor zehn Tagen bei einem israelischen Luftangriff auf der syrischen Golanseite getötet wurden. Unter den Opfern waren ein iranischer General und prominente Hisbollah-Vertreter. Seitdem steigt der Spannungspegel im Dreiländereck zwischen Israel, dem Libanon und Syrien.

Israels Armee reagierte am Mittwoch mit massivem Artilleriefeuer auf den Beschuss der Hisbollah. Zwischen die Fronten geriet ein spanischer UN-Blauhelm, der von einem israelischen Geschoss tödlich getroffen wurde. Libanesische Zivilisten aus den Dörfern im Grenzgebiet suchten Zuflucht im Landesinneren. Bewohner der israelischen Grenzstadt Metula verschanzten sich in ihren Häusern. Die Flughäfen in Haifa und Rosch Pina wurden aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen.

Premier Benjamin Netanjahu brach einen Besuch im Süden des Landes ab, um an Beratungen im Militärhauptquartier in Tel Aviv teilzunehmen. Er rate jedem, der Israel herausfordern wolle, sich anzuschauen, was mit Gaza geschehen sei, drohte er. „Die Hamas hat dort im letzten Sommer ihren schwersten Schlag erlitten.“ Einen Krieg wie in Gaza scheint aber keine Konfliktpartei zu wollen. In Israel stehen am 17. März Wahlen an, bei denen es um Netanjahus politische Zukunft geht.

Risiko sich zu verzetteln

Sicherheitspolitisch kann er zwar punkten, nicht aber, wenn er eine längere, womöglich verlustreiche Offensive riskiert.

Die proiranische Hisbollah wiederum, die an der Seite der Assad-Truppen in Syrien kämpft, könnte sich an einer zweiten Front verzetteln und Rückhalt verlieren, wenn sie den Libanon in einen neuen Krieg mit Israel zieht. Aus diesem Grund operierte das Hisbollah-Kommando wohl auch von den Scheba-Farmen aus, einem schmalen Landstrich, der einst zu Syrien gehörte, vom Libanon beansprucht wird und von Israel mit dem Golan annektiert wurde. „Was auf den Scheba-Farmen passiert, bleibt erfahrungsgemäß auf die Scheba-Farmen begrenzt“, meinte dazu Israel Ziv, ehemals Leiter für israelische Armeeoperationen im Grenzgebiet.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatte Israels Luftwaffe syrische Stellungen auf dem Golan bombardiert. Von dort waren zuvor Raketen auf israelisches Gebiet lanciert worden, zwei schlugen auf offenem Feld ein. Wer Israel angreife, müsse einen hohen Preis bezahlen, betonte Verteidigungsminister Mosche Jaalon. Nach dieser Logik dürfte sich die Eskalationsspirale weiter drehen.

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