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Duma: Menschen halten eine große syrische Flagge hoch. Die USA, Frankreich und Großbritannien haben in der Nacht zu Samstag als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der syrischen Stadt Duma mit Militärschlägen begonnen.

Syrien-Konflikt

Hinweise auf Einsatz von Nervengas Sarin

Die USA haben nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass bei dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Syrien auch das Nervengas Sarin eingesetzt wurde.

 Es gebe „bedeutsame Informationen“, dass in der Stadt Duma neben Chlorgas auch Sarin zum Einsatz gekommen sei, sagte eine US-Regierungsvertreterin am Samstag in Washington. Sie berief sich dabei auf Bilder vom Angriff und die Aussagen von Augenzeugen.

So hätten Medien, Nichtregierungsorganisationen und andere Quellen die Symptome der Opfer beschrieben, sagte die US-Regierungsvertreterin. Bei den Betroffenen hätten sich die Pupillen verengt, die Menschen hätten unter Krämpfen gelitten, es sei zu Störungen des zentralen Nervensystems gekommen. „Diese Symptome kommen nicht von Chlorgas.“

Für den Einsatz von Sarin spreche auch die große Zahl der Toten und Verletzten, sagte die Regierungsvertreterin. „Es ist leider eine viel effektivere Waffe, in der Art und Weise, wie das (syrische) Regime es eingesetzt hat.“ Die verfügbaren Informationen zum Einsatz von Chlorgas in Duma seien gleichwohl „viel besser“.


Sarin war bereits im April 2017 in der von Rebellen kontrollierten syrischen Kleinstadt Chan Scheichun in der Provinz Idlib eingesetzt worden. Dabei wurden nach UN-Angaben mehr als 80 Menschen getötet. US-Präsident Donald Trump machte damals Damaskus für den Angriff verantwortlich und ließ zur Vergeltung eine syrische Militärbasis mit Raketen beschießen.

Nach dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff vor einer Woche in der Stadt Duma ließ Trump nun erneut Ziele in Syrien bombardieren, zusammen mit den Verbündeten Frankreich und Großbritannien. (afp)

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