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Von: Sabine Hamacher

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Die Welt: Kriege – und Frieden?
Die Welt: Kriege – und Frieden? © FR

Die vergessenen Konflikte im Schatten des Krieges. Die neue FR-Serie.

Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut. Seit fünf Monaten führt Russland einen furchtbaren Krieg in der Ukraine. Dass der mit all seinen Konsequenzen unsere Gespräche und öffentlichen Debatten dominiert und die Politik prägt, ist so selbstverständlich wie unerlässlich.

Und doch ist die geballte Aufmerksamkeit, die sich auf diesen Krieg und seine Folgen richtet, auch ein Problem. Denn sie lässt die vielen anderen Kriege und Krisen im Schatten stehen. Und wo das Interesse fehlt, fehlt auch die Unterstützung: Der Etat des deutschen Entwicklungsministeriums soll um zehn Prozent schrumpfen, die Mittel für humanitäre Hilfe im Ausland sinken drastisch, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Nicht wenige Mächtige nutzen es aus, dass die internationale Öffentlichkeit sie gerade kaum im Blick hat. So lässt der türkische Staatschef Erdogan seit Monaten verstärkt Angriffe auf die kurdische Bevölkerung im Nordirak oder Nordsyrien fliegen. Und auch das israelische Militär und Behörden gehen immer härter gegen die Menschen im Westjordanland vor, wie Sie auf im folgenden werden lesen können.

In unserer neuen Serie werden wir in den nächsten Wochen verstärkt auf vernachlässigte Weltregionen schauen. In der zweiten Folge geht es am Donnerstag um Haiti, wo ein gutes Jahr nach der Ermordung von Staatschef Moïse Banden das Land beherrschen. Am Montag darauf zeigen wir am Beispiel des Sudan, wie Hunger, Corona und Milizen den afrikanischen Kontinent ins Elend reißen. Wir berichten über die vom indonesischen Staat unterdrückten Menschen in Westpapua, die gewaltsam niedergeschlagenen Unruhen in der usbekischen Provinz Karakalpastan und über die Geflüchteten, die sich noch immer auf der Balkanroute durchkämpfen.

Leider gibt es natürlich viel mehr Missstände, als wir in diesem Rahmen abbilden könnten. Die kleine Auswahl von Ländern und Regionen haben wir unter Mitwirkung unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten getroffen. Sie sollen beispielhaft einen Ausschnitt der Vergessenen zeigen.

Trotz all der schlechten Nachrichten: Sie können sicher sein, dass unsere Autorinnen und Autoren sich ihren Blick für positive Entwicklungen und hoffnungsvolle Anzeichen bewahrt haben. Denn auch die gibt es – überall. Wir müssen nur hinschauen.

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