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Hat sich das vermutlich einfacher ausgemalt: Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Demokraten

Hillary Clinton unter Druck

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Bei den letzten US-Vorwahlen verlor Hillary Clinton gegen einen damals unbekannten Senator. Jetzt könnte sich auf ganz ähnliche Weise die Geschichte wiederholen - dank Bernie Sanders.

Da tritt ein Zwerg gegen eine Riesin an. So spotteten viele Amerikaner noch vor wenigen Monaten, wenn sie nach Bernie Sanders gefragt wurden. Chancenlos sei der Senator aus dem Staat Vermont gegen Hillary Clinton. Mittlerweile ist vielen der Spott vergangen. Sanders ist Clinton in den Umfragen bedrohlich nahe gerückt. Es scheint nicht mehr ausgeschlossen, dass Clinton noch einige Monate auf die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten warten muss. Für die Ehefrau des Expräsidenten Bill Clinton wäre das peinlich, für Sanders ein Erfolg.

Hillary Clinton (68) muss sich ernsthafte Sorgen machen, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. 2008 verlor sie gegen den damals unbekannten Senator Barack Obama die Vorwahl der Demokraten in Iowa. Mit der erhofften Nominierung zur ersten weiblichen Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten wurde es nichts.

Der Ton wird schärfer

Heute ist die Ausgangslage ähnlich, obwohl die meisten Beobachter glauben, dass Clinton nach wie vor die Favoritin ist. In Iowa liegt sie den Umfragen nach Kopf an Kopf mit Sanders. Im Bundesstaat New Hampshire, wo die Demokraten am 9. Februar abstimmen, liegt sie deutlich hinter Sanders. Sollte der 74-Jährige tatsächlich in beiden Bundesstaaten gewinnen, wäre das zumindest ein Signal, dass Clinton nicht unbesiegbar ist.

Bislang ist der Wahlkampf unter den demokratischen Möchtegern-Präsidenten (der dritte Bewerber Martin O’Malley ist nur ein Zählkandidat) ruhig verlaufen und war an Inhalten orientiert. Erst vor wenigen Tagen wurde der Ton schärfer. Sanders warf der Ex-Außenministerin vor, vor mehr als zwölf Jahren für den Irakkrieg von George W. Bush gestimmt zu haben und zu eng mit der Wall Street verbandelt zu sein. Das erste Thema wurde auch schon 2008 heiß debattiert.

Sanders fordert eine "politische Revolution"

Clinton hielt sich mit Attacken auf Sanders zurück, dafür teilte ihr Wahlkampfteam umso heftiger aus: Ein Zeichen für die steigende Nervosität im Clinton-Lager, das sich an dem sozialdemokratisch angehauchten Programm des Senators abarbeitet. Sanders nennt sich einen „demokratischen Sozialisten“, fordert eine „politische Revolution“ in den USA, will die Universitätsausbildung kostenlos machen, den Reichtum umverteilen und die Finanzbranche rigoros an die Kette legen. Das hat ihn zum Lieblingskandidaten der jüngeren Generation unter den Anhängern der Demokraten gemacht.

Die über 40-jährigen Männer und Frauen tendieren dagegen zu Clinton. Auch unter Afroamerikanern und Hispanics ist sie Favoritin. Sie verspricht eine behutsame Weiterentwicklung der Politik Obamas. Das scheint für diese Wählergruppen wichtiger zu sein als die Forderung ihres Konkurrenten. So erklärt sich auch der deutliche Vorsprung, den Clinton in Umfragen vor Sanders hat. Die Anhänger der Demokraten trauen ihr offenbar eher zu, Gefahren wie Terrorismus und wirtschaftlichen Abschwung abzuwenden sowie das Problem der Einwanderung und internationale Krisen in den Griff zu bekommen.

Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Wenn Sanders in Iowa und New Hampshire gewinnt, wird Clinton es schwerer haben, die Wähler davon zu überzeugen, dass sie den republikanischen Bewerber bei der Wahl im November problemlos besiegen kann. Dann wird sie auch persönlich den Ton gegen den Senator aus Vermont verschärfen.

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