Syrien

UN: Hilfslieferungen fortsetzen

In der syrischen Rebellenprovinz Idlib ist die Lage dramatisch.

Die Vereinten Nationen haben vor einem möglichen Ende humanitärer Hilfe für vier Millionen Menschen im Norden Syriens gewarnt. Die vier Grenzübergänge, über die die Hilfsgüter geliefert werden, müssten offen bleiben, sagte ein Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe am Dienstag in Genf.

Die Kinder, Frauen und Männer in dem Kriegsland bräuchten dringend Lebensmittel, Trinkwasser, Medizin und andere Güter von außen, betonte der Sprecher, Jens Laerke. Am Freitag läuft ein Mandat des UN-Sicherheitsrates aus. Danach dürfen die Vereinten Nationen und ihre Partner die Grenzübergänge etwa aus dem Irak nutzen, die in Gebiete führen, die bislang nicht von Syriens Assad-Regime kontrolliert wurden.

Russland und China hatten Ende des vergangenen Jahres im UN-Sicherheitsrat eine Resolution blockiert, laut der die UN weiter im großen Umfang Güter über die Grenzen nach Syrien hätten liefern können. Russland, das mit Assad verbündet ist, argumentierte, dass die Notwendigkeit für eine Verlängerung der Hilfe in großem Umfang von außen entfallen sei. Präsident Baschar al-Assad und seine Regierung hätten die Kontrolle über Syrien weitgehend wieder inne. Noch laufen Verhandlungen unter den 15 Mitgliedern des Sicherheitsrates, darunter Deutschland, über eine Verlängerung der humanitären Hilfe.

Der russische Präsident Wladimir Putin besuchte am Dienstag erstmals die syrische Hauptstadt Damaskus und traf dort mit Assad zusammen. Das teilte das Präsidialamt in Damaskus mit. Bei dem Gespräch sei es um die Lage in verschiedenen Regionen des Landes gegangen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Dazu habe das Militär seine Einschätzung abgegeben. Putin sagte Peskow zufolge, er könne mit Zuversicht sagen, dass „ein großer Weg zurückgelegt wurde, um die territoriale Integrität des Landes wiederherzustellen“.

300.000 Menschen fliehen

Die Assad-Armee und Streitkräfte Russlands versuchen, das nordwestliche Gebiet Idlib und angrenzende Regionen zurückzuerobern. Es handelt sich um eine der letzten großen Regionen in der Hand der Assad-Gegner. Dort verschanzen sich Zehntausende islamistische Kämpfer. Außerdem harren rund drei Millionen Zivilisten in Idlib aus.

Nach UN-Angaben ist die humanitäre Lage dort katastrophal. Allein seit Mitte Dezember seien mindestens 300.000 Menschen vor den eskalierenden Kämpfen aus dem Süden der Region geflohen, teilte der stellvertretende UN-Koordinator für die Syrien-Hilfe, Mark Cutts, am Dienstag mit. Der kalte Winter stelle eine zusätzliche Gefahr für die Menschen dar, die mit kaum mehr als den Kleidern am Leib geflohen seien. Sie müssten in Zelten oder provisorischen Unterkünften leben. Es herrsche ein starker Mangel an Nahrung und Gesundheitsversorgung. (epd/afp/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion