Die Pandemie belastet Eltern und Kinder gleichermaßen.
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Die Pandemie belastet Eltern und Kinder gleichermaßen.

Geld für Einkommensschwache

Hilfe für Familien

  • Thoralf Cleven
    vonThoralf Cleven
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Die Bundesregierung will Einkommensschwache und Hartz-IV-Empfänger unterstützen. Die Regeln sollen schon ab dem kommenden Sonntag greifen.

Viele Eltern stehen wegen Kita- und Schulschließungen im Zuge der Corona-Krise vor Problemen. Aber auch hinzuverdienende Rentner oder Hartz IV-Empfänger sind auf Hilfen angewiesen, um über die Runden zu kommen. Die Bundesregierung will Einkommensschwache und Familien unterstützen und hat mehrere Hilfsleistungen auf den Weg gebracht, die am Mittwoch vom Bundestag beschlossen werden und bis Sonntag in Kraft treten sollen.

Lohnersatz bei Schul- und Kitaschließung:

Mütter und Väter sollen gegen „übermäßige Einkommenseinbußen“ bei der Betreuung der eigenen Kinder wegen Schul- oder Kitaschließung abgesichert werden. Das passiert im Rahmen einer entsprechenden Anpassung des Infektionsschutzgesetzes. Eltern erhalten demnach eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2016 Euro) für bis zu sechs Wochen. Den Erstattungsantrag müssen Betroffene bei der zuständigen Landesbehörde stellen. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber. Voraussetzung ist, dass Erwerbstätige ihre Kinder unter zwölf Jahren betreuen, weil dies nicht anderweitig sichergestellt werden kann. Zudem müssen Urlaub und Guthaben aus Gleitzeit sowie Überstunden ausgeschöpft sein.

Kinderzuschlag im Notfall:

Wenn Familien aufgrund der Corona-Pandemie kurzfristig Verdienstausfälle hinnehmen müssen, können auch sie vom Kinderzuschlag (KiZ) profitieren. Die Bundesregierung will ab April einen sogenannten Notfall-KiZ einführen. Danach müssen Familien, die einen Antrag auf den KiZ stellen, ab April nicht mehr wie sonst üblich das Einkommen der letzten sechs Monate nachweisen. Es reicht dann der letzte Monat vor Antragstellung. Diese Regelung soll zunächst befristet bis zum 30. September 2020 gelten.

Bis zu 185 Euro können Familien mit kleinen Einkommen als monatlichen Kinderzuschlag erhalten – abhängig vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder. Wer Kinderzuschlag erhält, ist von den Kita-Gebühren befreit und kann zusätzliche Leistungen für Bildung und Teilhabe beantragen.

Grundsicherung mit vereinfachtem Zugang:

Der Zugang zur Grundsicherung soll vereinfacht werden, damit niemand in eine existenzielle Notlage gerät. Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes behalten. Außerdem werden die Ausgaben für Wohnung und Heizung in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs in tatsächlicher Höhe anerkannt.

Frührentner:

Die Zuverdienstgrenzen für Frührentner werden aufgehoben. Wenn sie in aktuellen Krisenlagen helfen wollen, sollen sie im laufenden Jahr bis zu 44 590 Euro hinzuverdienen dürfen – ohne dass das auf die Altersrente angerechnet wird. Normalerweise liegt die Hinzuverdienst-Grenze bei 6300 Euro im Jahr.

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