1. Startseite
  2. Politik

USA heuern Spione Saddams an

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Drei britische Soldaten wurden in diesem Jeep in Basra getötet, ein weiterer wurde verwundet. Zeugen sagten, das Fahrzeug sei von einem anderen Auto aus unter Feuer genommen worden, sei von der Straße abgekommen und anschließend an der Wand zerschellt. Das britische Militär machte bisher keine detaillierten Angaben zum Ablauf des Anschlags.
Drei britische Soldaten wurden in diesem Jeep in Basra getötet, ein weiterer wurde verwundet. Zeugen sagten, das Fahrzeug sei von einem anderen Auto aus unter Feuer genommen worden, sei von der Straße abgekommen und anschließend an der Wand zerschellt. Das britische Militär machte bisher keine detaillierten Angaben zum Ablauf des Anschlags. © dpa

Irakische Ex-Agenten sollen Feinde der Besatzer aufspüren / Drei Briten getötetNach dem Tod von drei britischen Soldaten bei einem Anschlag in der südirakischen Stadt Basra ist die Sorge vor weiteren Angriffen auf die Koalitionstruppen gewachsen. Die USA heuern nach US-Medienberichten Spione des gestürzten Diktators Saddam Hussein an. Sie sollen demnach helfen, Feinde der Besatzer aufzuspüren. Mehr dazu im Dossier Irak nach dem Krieg

BAGDAD, 24. August (dpa/ap/rtr). Am Wochenende wurde bekannt, dass die britische Botschaft in Bagdad nach der "glaubhaften Drohung" eines Anschlags drei Tage zuvor evakuiert worden war. Aus dem Außenministerium in London verlautete, die Diplomaten seien jetzt im schwer bewachten Hauptquartier der Koalitionstruppen stationiert. Bei einem Guerillaangriff in Basra waren am Samstag drei britische Soldaten getötet worden. Ein weiterer Brite wurde schwer verletzt. Seit dem von US-Präsident George W. Bush im Mai verkündeten Ende der größeren Kampfhandlungen starben damit nach offiziellen Angaben zehn britische Soldaten.

Die Auseinandersetzungen im Norden des Landes hielten an. Bei Kämpfen zwischen Kurden und Turkmenen in Nordirak wurden am Wochenende mindestens elf Menschen getötet. US-Soldaten erschossen zwei Turkmenen. Die Turkmenen werfen dem von den USA eingesetzten kurdischen Bürgermeister Kirkuks Diskriminierung vor und machen die Polizei für die Unruhen verantwortlich.

In Südirak wurde am Sonntag ein prominenter Schiitenführer Ziel eines Anschlags. Eine Bombe explodierte vor dem Haus von Mohammed Said al-Hakim in Nadschaf und tötete drei Wachleute. Zehn Menschen wurden verletzt. Der Geistliche kam mit Schürfwunden davon.

Nach Angaben der Washington Post heuern die USA frühere Spione des Diktators Saddam Hussein an. Sie sollten helfen, Feinde der US-Besatzungsmacht in Irak aufzuspüren, meldete das Blatt unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Im irakischen Regierungsrat gebe es heftige Einwände gegen die Operation. Die USA räumten ein, dass es sich um eine "heikle" Aktion handle, nannten aber ungewöhnliche Schritte nötig, um bessere Erkenntnisse über feindliche Kräfte zu erhalten.

Der Chef der US-Verwaltung in Irak, Paul Bremer, sagte, hunderte ins Land geschleuste ausländische Kämpfer würden zu einem immer größeren Problem für die US-Besatzungsmacht. Militante Kämpfer kämen nicht nur aus Syrien oder Iran nach Irak, sondern auch über die saudi-arabische Grenze, sagte US-Vizeaußenminister Richard Armitage im US-Fernsehen. Die extremistische Moslem-Organisation Ansar el Islam wies Vorwürfe der USA zurück, für den Anschlag auf das UN-Hauptquartier verantwortlich zu sein. In der italienischen Zeitung La Repubblica warnte der Gründer der Organisation, Mullah Krekar, die USA und London aber vor neuen Anschlägen, falls dem Islam nicht genug Raum gelassen werde.

UN-Mitarbeiter nahmen in Zelten in der Nähe ihres zerstörten Amtssitzes in Bagdad ihre Arbeit wieder auf. Zum Nachfolger des getöteten UN-Beauftragten Sergio Vieira de Mello wurde der bisherige Koordinator für humanitäre Hilfe in Irak, Ramiro Lopes da Silva, berufen.

Die Bundesregierung hat einen Einsatz der Bundeswehr in Irak ohne ein erweitertes UN-Mandat erneut ausgeschlossen. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagte im ZDF, ein solches Mandat sei Voraussetzung "für ein ziviles Engagement in Irak und für deutsche Bundeswehrangehörige in Irak. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel sagte, sie halte es für richtig, wenn die Nato nach einer entsprechenden UN-Resolution Soldaten entsenden würde. In diesem Fall dürfe auch Deutschland sich "nicht wegducken". Im Deutschlandfunk schränkte sie aber ein: "Wenn ich mir unser Engagement in Afghanistan angucke und das Gesamtvermögen, was die Bundeswehr in die Waagschale bringt, dann bin ich zweifelnd, dass Deutschland dort einen sehr relevanten Beitrag leisten kann."

Kommentar und weitere Berichte im Dossier Irak nach dem Krieg

Auch interessant

Kommentare