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Jemand hält im Polizeipräsidium in Frankfurt ein mit zwei Simulationskassette bestücktes „Distanz-Elektroimpulsgerät“ (DEIG) Taser X2.

Polizei

Auch nach zwei Todesfällen in Hessen: Innenminister Peter Beuth hält am Taser fest

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Die Linke beklagt die Informationspolitik und spricht von einem  „Unter-den-Teppich-kehr-Minister“.

Das hessische Innenministerium hat bekräftigt, dass es am flächendeckenden Einsatz des Taser-Elektroimpulsgeräts festhält – auch nachdem zwei Todesfälle möglicherweise von dem Gerät verursacht wurden. Der Taser sei immer noch das „mildere Mittel“ im Vergleich zum Schusswaffeneinsatz, sagte ein Sprecher des Ministeriums der FR am Donnerstag.

Zuvor hatte Innenminister Beuth bestätigt, dass neben einem Todesfall in Frankfurt im Mai 2019 (fr.de*) auch ein Todesfall in Fulda im Januar 2018 mit dem Einsatz des Tasers zusammenhängen könne. Das Gerät, das aus einigen Metern abgeschossen wird, löst einen kurzen starken Elektroschock aus. 

In Frankfurt war ein Mann knapp zwei Wochen nach dem Einsatz gestorben, in Fulda vier Tage danach. Der 63-Jährige war von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) außer Gefecht gesetzt worden, nachdem er um sich geschossen, dabei seinen Bruder gefährdet und einen Polizeihund getötet hatte.

Linker über Beuth: „Unter-den-Teppich-kehr-Minister“

Die Linke beklagte am Donnerstag, dass Minister Beuth die Abgeordneten mehr als ein Jahr lang nicht darüber informiert hatte, dass ein Zusammenhang zwischen dem Taser-Einsatz und dem Tod des Mannes in Fulda bestehen könnte. 

Der Linken-Abgeordnete Schaus bezeichnete ihn als „Unter-den-Teppich-kehr-Minister“. Beuths Sprecher sagte, über die Einsatzmittel von SEKs werde die Öffentlichkeit in der Regel nicht informiert, „um Einsatztaktiken nicht zu gefährden“. 

Von Pitt von Bebenburg

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