Lockerungen

Hessen öffnet weitere Schulen und Kitas

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Ab dem 18. Mai soll es Präsenzunterricht für fast alle Jahrgangsstufen geben. Kindergärten starten 2. Juni. Normalen Unterricht soll es aber auch dann nicht geben.

Für rund 500 000 hessische Schülerinnen und Schüler soll am 18. Mai ein Stück schulische Normalität zurückkehren. Für diesen Tag plant das Kultusministerium die weitgehende Wiedereröffnung der weiterführenden Schulen sowie der vierten Grundschulklasse. Die ersten drei Jahrgangsstufen sowie die Kitas sollen am 2. Juni folgen, kündigte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag im Landtag an. Die Möglichkeit „familiäre Betreuungsgemeinschaften aus zwei Familien“ soll schon vom Montag an möglich sein, sagte CDU-Fraktionschefin Ines Claus.

Normalen Unterricht wird es allerdings bis auf absehbare Zeit nicht geben. Vorgesehen ist nach Angaben eines Sprechers des Kultusministeriums, dass alle Kinder und Jugendlichen möglichst zwei Tage die Woche in der Schule anwesend sein sollen. Die restlichen Tage sollen weiterhin im sogenannten Homeschooling bestritten werden.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will mit diesen Vorschlägen am heutigen Mittwoch in die Verhandlungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehen. „Unsere Vorschläge bewegen sich in dem Rahmen, den die Kultusministerkonferenz vorgegeben hat“, sagte Ministeriumssprecher Philipp Bender auf Anfrage. „Wir gehen davon aus, dass es so kommt wie geplant.“

Man habe sich dafür entschieden, die erneute Öffnung der Schulen möglichst frühzeitig anzukündigen. Schulleitungen und Schulträger hätten darum gebeten, genügend Vorlauf zu haben, um den Betrieb und Unterricht organisieren zu können.

Wie es weiter geht

Für die Gastronomie  arbeitet Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) derzeit an einem Konzept; außerdem für Veranstaltungen bis zu 100 Teilnehmern.

Soziales und kulturelles Leben  sollen wieder ermöglicht werden. Für Kinos, Kleinkunst oder Clubs will die Landesregierung in Kürze einen Stufenplan vorstellen. Gleiches gilt für den Sport.
Um verantwortungsvoll zu handeln, könne nicht jeder einzelne Öffnungsschritt mit einem Datum versehen werden. jur

Ab 18. Mai sollen die Mittelstufen, also die Klassen 5 bis 10, mit Präsenzunterricht beginnen. Außerdem die E-Phase der Oberstufen, die Berufsschulen und die Intensivklassen für Seiteneinsteiger sowie die Förderschulklassen ab Jahrgangsstufe 4.

Auch die vierten Klassen der Grundschulen sollen wieder in den Schulen selbst unterrichtet werden. Deren Neustart war bereits schon einmal für den 27. April geplant, musste aber wegen eines Gerichtsurteils verschoben werden. Eine Frankfurter Schülerin hatte erfolgreich geklagt. Sie hatte moniert, es gebe eine Ungleichbehandlung, wenn die vierten Klassen in die Schule müssten, andere Klassen aber nicht. Mit der Neuregelung sei diese kritisierte Ungleichbehandlung nun vom Tisch, heißt es aus dem Kultusministerium.

Nun sollen die vierten Klassen zwei Wochen lang nahezu voll unterrichtet werden. „Sie haben in dieser Zeit die Schulen ganz für sich, so dass dies möglich sein sollte“, sagte der Ministeriumssprecher. Vom 2. Juni an soll dann für sie wie bereits für die anderen Jahrgangsstufen die Regel von zwei Präsenztagen die Woche gelten.

Von 2. Juni an sollen auch die Jüngsten wieder zur Schule gehen. Dann starten die Jahrgangsstufen 3 bis 1 sowie die Vorklassen und Vorlaufkurse. Auch für die Förderschüler dieser Altersgruppe ist wieder Präsenzunterricht vorgesehen. Insgesamt sind davon rund 150 000 Schüler betroffen. Außerdem beginnen die vollschulischen Bildungsgänge an den Berufsschulen und den Berufsfachschulen wieder mit Unterricht im Klassenzimmer.

Nach Angaben Kloses sind rund 30 000 Kinder in der Notbetreuung. „Das sind rund zehn Prozent aller regulär betreuten Kinder.“ Nach dem Bund-Länder-Gespräch am Mittwoch werde er mit den Trägern der Kitas Gespräche beginnen, wie sie parallel zur Öffnung der Grundschulen am 2. Juni in eine Phase des „eingeschränkten Betriebs“ gehen könnten. In der verbleibenden Zeit könnten sie die „hygienischen Schutzvoraussetzungen“ schaffen. „Es wird ein eingeschränkter Betrieb sein, unser Ziel ist aber, dass jedes Kita-Kind vor den Sommerferien seine Kita noch einmal von innen sieht.“

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