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Karriere als Rocker

Wie man ein Hells Angel oder Bandido wird

Hells Angels und Bandidos zählen sich selbst zu den "one-percenter motorcycle gangs". Es meint die Biker, die sich nicht an allgemeine Regeln und Gesetze halten. Wer Mitglied werden will, muss eine lange und zum Teil demütigende Prozedur durchlaufen.

Hells Angels und Bandidos zählen sich selbst zu den "one-percenter motorcycle gangs". One Percent steht, nach einem historischen Zitat, für das eine Prozent der Biker, die sich nicht an allgemeine Regeln und Gesetze halten.

Wer Mitglied werden will, muss eine lange und zum Teil demütigende Prozedur durchlaufen. Auf der untersten Hierarchiestufe stehen die so genannten Hangarounds. Sie müssen sich durch niedere Arbeiten und absoluten Gehorsam bewähren. Ein langjähriges Mitglied der Hells Angels sagte der FR: "Wenn einer von uns nachts um drei bei einem Hangaround anruft und sagt, ich steh’ da und da, hol’ mich gefälligst ab, dann hat er das gefälligst auch zu tun." Spurt jemand nicht, "dann gibt’s auch mal eine auf den Kopf".Wer die Hangaround-Phase übersteht, wird zum "Prospect", er ist nun ernsthafter Anwärter auf die Vollmitgliedschaft. Diese Phase kann noch einmal zwei bis drei Jahre dauern. Erst dann darf er als Fullmember die Kutte seines Clubs tragen. Sie ist die Uniform des Rockers und ist unantastbar. Entsprechend gilt das Entwenden der Kutte eines rivalisierenden Klubs als unmissverständliche Kriegserklärung.

Auf der Kutte befinden sich unter anderem das Symbol ("Center Crest") und die Farben ("Colours") des jeweiligen Clubs. Außerdem ein Abzeichen, das die Stellung innerhalb des Clubs anzeigt - etwa President, Secretary, Road-Captain (organisiert Ausfahrten) oder "Sergeant at Arms" (sorgt für Disziplin). Dazu kommen orden-artige Sticker, die für besondere Auszeichnungen stehen. Das "Dequiallo"-Abzeichen etwa dürfen Rocker tragen, die sich als besonders gewalttätig, insbesondere gegenüber Polizisten, erwiesen haben.

Die Männer eines Klubs - Frauen wird eine Vollmitgliedschaft von fast allen MC verwehrt - verstehen sich als "Brüder" auf Lebenszeit. Sie müssen sich strengen Ritualen unterziehen. Geregelt sind etwa Kleidung, Fabrikat des Motorrads und sogar die Sprache. Ein Ausstieg kann für Fullmembers durchaus schmerzhaft werden: Polizeiermittler berichten von Fällen, in denen Männern das tätowierte Club-Logo mit einer Schleifmaschine entfernt wurde.

Untereinander setzen die Mitglieder eines Clubs auf bedingungslose Loyalität. "Wir sind Brüder, komme, was wolle", sagte der Hells Angel der FR. "Wenn ein Bruder von mir was ausgefressen hat, dann versuche ich ihn bis zum letzten Atemzug zu schützen." (FR)

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