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Ehrenamtliche fordern Rücktritt

Helfer zürnen dem Unicef-Chef

Gegen den umstrittenen Unicef-Chef richtet sich aus den Reihen der freiwilligen Helfer massive Kritik. Das belegen Briefe an Dietrich Garlichs, die der FR vorliegen.

Von MATTHIAS THIEME

Der schwer in die Kritik geratene Unicef-Chef Dietrich Garlichs besucht zusammen mit der Vorsitzenden des Kinderhilfswerks, Heide Simonis, die ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Arbeitsgruppen, um die Wogen zu glätten. Insgesamt seien ab dem 28. Januar sechs Gespräche in mehreren Städten geplant, heißt es in einem Schreiben des Unicef-Chefs, das der FR vorliegt.

Die Spendensammler hätten sich "mit den Vorwürfen der Medien auseinandersetzen" müssen und "wurden von Bürgern, Kunden und Spendern darauf angesprochen", schreibt Garlichs. Er bedauere, dass die ehrenamtlichen Helfer "zum Empfänger von Kritik" geworden seien.

Doch gerade gegen den umstrittenen Unicef-Chef richtet sich aus den Reihen der freiwilligen Helfer massive Kritik. Das belegen Briefe an Garlichs aus den Arbeitsgruppen, die der FR vorliegen. "Der Schaden, den Unicef nimmt, wird von Tag zu Tag größer", schreibt etwa die Arbeitsgruppe Schwerin.

Mit dem Verwaltungsanteil des Spendengeldes müsse "äußerst sorgfältig" umgegangen werden: "Das heißt für uns, dass die Geschäftsführung, die die Zahlungen an Herrn Z. zu verantworten hat, zurücktreten muss", fordern die wütenden Helfer. "Von einer Rückzahlung der Spendengelder durch Herrn Z. haben wir auch noch nichts gehört."

Man empfinde "große Enttäuschung, Wut und Zorn", formuliert die Arbeitsgruppe Ulm. Die Unicef-Zentrale erwecke den Eindruck, als ob sie die Helfer "mit Rechtfertigungen und lapidaren Erklärungen beruhigen" wolle, "die allesamt nicht ausreichend stimmig waren".

Das Spendengeld werde "von den unbezahlten Kräften mit viel Zeit, Kraft und Engagement erarbeitet", erinnern die ehrenamtlichen Sammler. "Unser ausschließliches Anliegen ist, dass dieses Geld dann auch in die Projektarbeit fließt und Kindern zugute kommt." Auch in Ulm ist man sich einig, "dass die gesamte Geschäftsführung, einschließlich der ehrenamtlichen Vorsitzenden, nicht mehr glaubwürdig" ist. Um Schaden abzuwenden, müsse "die gesamte Geschäftsführung neu besetzt werden, da das Vertrauen zerstört ist", fordern die Ulmer.

Unicef sei "in einem desolaten Zustand", schreibt Geschäftsführer Garlichs in einem Vorstands-Brief, der der FR vorliegt. Die Organisation sei augenblicklich "nicht zu führen". Daran trägt in den Augen vieler Mitarbeiter Garlichs die Hauptschuld.

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