+
Wenn das keine gute Unterstützung ist: Außenminister Heiko Maas trifft Angela Jolie.

Sexuelle Gewalt

Heiko Maas und Angelina Jolie: UN sollen Frauenrechte stärken

  • schließen

Deutschlands Außenminister Heiko Maas erhält für eine deutsche Resolution prominente Unterstützung von der Schauspielerin Angelina Jolie. 

Außenminister Heiko Maas will Deutschlands derzeitigen Vorsitz im UN-Sicherheitsrat dazu nutzen, größere Aufmerksamkeit auf den Schutz von Frauen vor sexueller Gewalt in Konflikten zu lenken. Dabei erfährt der SPD-Politiker prominente Unterstützung: Gemeinsam mit der US-Schauspielerin und Menschenrechtsaktivistin Angelina Jolie hat Maas für die „Washington Post“ einen Gastbeitrag verfasst, in dem beide die Stärkung von Frauenrechten anmahnen. Am Dienstag wollte Maas das Thema in den UN-Sicherheitsrat in New York einbringen. An der Debatte in New York nimmt laut afp die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad teil. Die aus dem Irak stammende Angehörige der Religionsminderheit der Jesiden war von IS-Dschihadisten verschleppt und missbraucht worden. Auch die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney wollte dabei sein.

Unter dem Titel „Sexuelle Gewalt ist in Kriegsgebieten weit verbreitet. Wir müssen handeln“ schildern Jolie und Maas laut afp in dem Beitrag Beispiele für Schicksale von Frauen in Krisenländern. Der kongolesische Arzt und Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege habe etwa in seiner Klinik drei Generationen vergewaltigter Frauen einer Familie behandelt: eine Mutter, ihre Tochter und ihre Enkelin im Kleinkindalter. „Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt werden als Kriegs- und Terrortaktik in Konflikten weltweit genutzt“, schrieben Jolie und Maas. Beide hätten Opfer sexueller Gewalt im Irak, in Bosnien und in Sierra Leone getroffen und seien um Hilfe gebeten worden, Täter künftig besser zur Verantwortung ziehen zu können.„Die Rechte von Frauen werden infrage gestellt“, schreiben Maas und Jolie. „Und Forderungen nach sexueller und reproduktiver Gesundheit wird mit teils zunehmender Feindseligkeit begegnet“. Obwohl Vergewaltigungen als Kriegs- und Terror-Taktik bei Konflikten weltweit eingesetzt würden, kämen die Täter bis heute in der Regel straffrei davon. Außenminister Maas und die UN-Sonderbotschafterin Jolie hatten sich Ende März bei den Vereinten Nationen getroffen. Sie seien sich einig gewesen, dass mehr für gefährdete Frauen zu tun sei, schreiben sie.

Taten statt Worte gefordert

Maas und Jolie fordern die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Beschlüsse hierzu dürften nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern müssten auch umgesetzt werden. Zudem sollen Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, mehr juristische, finanzielle und auch medizinische Unterstützung erfahren.

Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, könnte jedoch bei den Vereinten Nationen für einen Eklat sorgen. Wie der US-amerikanische Fachdienst „Pass Blue“ berichtet, drohten die USA bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats mit einem Veto, sollte die von Deutschland eingebrachte Resolution einen Bezug zu Schwangerschaftsabbrüchen nach Vergewaltigungen enthalten. Die US-Vertreter würden einen Beschluss blockieren, der Schwangerschaftsabbrüche als legitime Option für vergewaltigte Frauen ausweisen würde. Offenbar weiß in Washington die Lobby strenggläubiger Abtreibungsgegner ihren Einfluss auf die US-Regierung geltend zu machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion