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Außenminister Heiko Maas engagiert sich auch innenpolitisch. Das nährt Spekulationen, er wolle sich für das Amt des SPD-Chefs empfehlen.

Heiko Maas

Donnerstag der Demokratie

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Der Außenminister und SPD-Politiker Heiko Maas startet eine Netz-Kampagne für Solidarität der Politik mit Ehrenamtlichen.

Am Dienstagmorgen hatten die Abgeordneten des Bundestags Post von Heiko Maas. „Liebe Kolleginnen und Kollegen“, schreibt der SPD-Politiker, „der Mord an Walter Lübcke hat uns alle fassungslos gemacht.“ Maas führt in seiner E-Mail aus, dass die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten und CDU-Politikers Lübcke ein Angriff auf sämtliche Kommunalpolitiker und Ehrenamtliche sei. Auf jene Menschen, die die Werte der Bundesrepublik hochhielten. „Es wird Zeit, dass wir für sie da sind. Deswegen rufe ich über Parteigrenzen hinweg zum #DonnerstagDerDemokratie auf“, schrieb Maas – und startete am Donnerstagmorgen eine Netzkampagne unter dem Titel, der dem Motto der Klimaaktivisten von #FridaysForFuture entlehnt ist. In seinen Social-Media-Kanälen sammelte der Außenminister Geschichten von Menschen, die sich als Bürgermeister, Aktivisten und ehrenamtliche Helfer für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Und viele taten es Maas nach.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer stellte Nadine Müller vor, ehrenamtliche Bürgermeisterin und Grundschulleiterin im saarländischen St. Ingbert. FDP-Chef Christian Lindner lobte Jeff Staudacher, Lehrer und FDP-Ortsvorsitzender im brandenburgischen Forst. Der Linken-Politiker Gregor Gysi postete ein Bild seines Parteifreunds Philipp Wohlfeil, der auf schwarzen Listen Rechtsextremer stehe. Grünen-Generalsekretär Michael Kellner stellte die 24-jährige Laura vor, „die neben der Uni im Stadtrat von Erfurt mitbestimmt“. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil machte seine Nutzer mit Birgit Lohmeyer bekannt: „Sie organisiert seit zwölf Jahren das Festival #JamelRockt & das inmitten einer Neonazi-Hochburg.“ Auch Prominente beteiligten sich an der Aktion. Bloß die AfD blieb ihr fern. Maas hatte deren Abgeordnete allerdings auch nicht in seinen Verteiler aufgenommen, als er die Einladung zur #DonnerstagDerDemokratie-Aktion verschickte.

Er ist zufrieden mit dem Verlauf der Aktion. „Die Resonanz beim #DonnerstagderDemokratie war überwältigend“, sagte er. „Ich freue mich darüber, wie viele Menschen sich bei den Kommunalpolitikern und Ehrenamtlichen für ihren tagtäglichen Einsatz bedankt haben.“

Der Kampf gegen rechts zieht sich durch Maas‘ politische Vita. Als Bundesjustizminister fand er klare Worte gegen rassistische Umtriebe und versuchte ihnen im Netz auch strafrechtlich beizukommen. So wurde Maas zur Hassfigur bei Rechten. Bei seinem Amtsantritt als Außenminister sagte er, dass er „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen sei, was seinen Ruf als Streiter gegen rechts festigte.

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